Donnerstag, 8. Oktober 2015

Der Froschmäusekrieg

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 39 - 1
Am Schlachtfeldrande
Flucht aus dem Kriegsgebiet


wie Pausback es befahl,
Nachdem er gründlich es bedacht,
Hat die Marine es gemacht.

 Quakus von Quaks vom Stabe,
Seines Zeichens Quakiral
Bestellte die Kommandanten ein.


"Wir müssen", sprach er mit Offiziersgehabe,
Zu den Seinen mit Fingerzeig zur Uhr,
Diesmal noch viel schneller sein
Als sonst, denn uns bleiben nur,
Weil gar dringlich ist die Lage
Zur Rettungsaktion ein paar Tage.

Der Wetterfrosch meint, dass es geht,
Weil der Wind von Land her weht!
Aber wehe wenn er dreht
Und noch ein bisschen stärker weht,
So meinte er, dann ist es zu spät.

König Pausback, seine Majestät
Erwartet von uns, dass wir es schaffen
Die Flüchtlinge all lebend aufzufischen.
Und dafür sorgen mittels Waffen,
Dass uns die Schlepper nicht entwischen.

Am Ende fügte er sodann
Die Frage so wie immer an.
"Hat noch jemand eine Frage
Zu Taktik- oder Wetterlage?"

Weil die Kommandanten schwiegen all
Sprach er: "Ich sehe, das ist nicht der Fall.
Also ab mit Euch, viel Glück
Und kommt mir alle heil zurück!"

***

An Bord setzte der Oberstabsbootsmann
Den Einsatzbefehl der Admiralität,
Sofort so um, dass jedermann
Verstand was in Realität
Das alles zu bedeuten hatte.


"Troxartes die verfluchte Miniratte,"
Dachte der Erste Offizier geschockt
"Hat all den Mist uns eingebrockt!"

Doch er wusst' er musste nun
So wie befohlen es war, tun.

***

Zehn Minuten später nur
Im Rahmen einer Musterung
An Deck die Mannschaft es erfuhr.


Die Matrosen mit Begeisterung
Riefen freudig, "Endlich nun
Gibt es hier mal was zu tun!"

Schnell hat seeklar man gemacht
Und all das noch an Bord gebracht
Was man für Mäuse in der Not
Brauchte nebst Trinkwasser, Speck und Brot.



Eine Stunde später schon
In gewohnter Formation,
Lief die Flotte von zu Haus
Auf den großen Teich hinaus
Mit dem Auftrag klipp und klar,
Von König Pausback vorgegeben,
Zu retten, was noch zu retten war
Auf See, in Sachen Mäuseleben.

***

Geschwader um Geschwader stach
Fortan nun in See danach.
Alle kannten nur ein Ziel;
"Mäuse retten, möglichst viel!
Erstmals ohn' zu morden
Zu erdienen sich 'nen Orden!"



Sogar mit ihren morschen Zillen
Die königlichen Reserveflottillen
Stachen wie einst Spee
Pott an Pott in See,
Um ihre Pflicht als Retter nun
Für die Flüchtlinge zu tun,
Welche von Troxartes arg verrucht,
Gezwungen waren all zur Flucht.

Aus dem eignen Land vertrieben,
Ihr ganzes Habe aufgegeben,
Brachen sie auf mit ihren Lieben,
Um in König Pausbacks Land,
Freiheit, des Glückes Unterpfand
Zu finden um zu leben.

***

wird fortgesetzt

Keine Kommentare:

Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.