Freitag, 16. Oktober 2015

Der Froschmäusekrieg

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 40 - 4
Bei Hofe

ein   

Auftrag war es, dich zu töten."

Begann sie ohne zu erröten,
Schluchzend zwar, doch ohne Zaudern,
Im Folterkeller loszuplaudern.

"Doch die Sache ging daneben.
Das Gift in meinem hohlen Zahn
Hätte es bestimmt getan.

Doch dazu hättest du mich küssen
Liebevoll im Bett erst müssen.
Dieses hast du nicht getan.
Du gingst gleich wie Blücher ran.

So konnte nicht, wie mir geheißen,
Ich dich in deine Zunge beißen
Um das Gift dir einzuspritzen
Und danach schnell davon zu flitzen.

Nur deshalb bist du noch am Leben.

Troxartes und sein Maus-Dentist,
Die dich für unbesiegbar halten,
Und befürchten dass mit einem Sieg
Du beendest diesen Krieg,
Haben ersonnen diese List
Um dich für immer auszuschalten.

Dich küssend, in Liebe zu besiegen,
Während wir im Bette liegen,
War mein Auftrag, aber du
Nahmst dir nicht die Zeit dazu!"

So sprach die Maus und sah ihn an.
"Verzeih mir, was ich hab getan.
Aber ich wurd dazu gezwungen.

Der König nahm mir meine Jungen
Und drohte mir, sie umzubringen.
Wenn nicht, würd' er sich ausbedingen,
Wenn ich sie wollt je wieder sehen,
Auf seinen Vorschlag einzugehen
Und zu tun was er verlangte."

"Nur weil ich um die Kinder bangte,"
Sprach schluchzend weiter sie zu ihm,
"Wurd ich im Bett mit dir intim."

"Ich wollte nicht! Ich musst es tun!"

***

"So erklär mir Weib", sprach Pausback nun,
Die Sache scheint mir sonderbar,
Was Mäuslis Auftrag dabei war,
Die du, ich sah euch beide kommen,
Zu mir ins Schloss hast mitgenommen?"

"Sie, obwohl sie es nicht wollte,
Deinen Sohn bezirzen sollte."
Sprach unter Tränen da die Maus.

"Ach was war das für ein Graus,
Als sie sich geweigert hat,
Was Troxartes wollt, zu tun,
Hat sie der König rabiat
Vor mir geschändet. Sie ist nun,
Durch Gewalt beraubt der Ehr,
Leider keine Jungfrau mehr."

Mit zittriger Stimme, Wort um Wort,
Fuhr die Gefangene nun fort:

"Das arme Kind, so glaube mir,
Wollte deshalb nur zu dir,
Weil sie in der Schändungssache
Bitten wollte dich um Rache.

Mäusli weiß, dass den Filou
Welcher sich Mäusekönig nennt,
Nur ein tapfrer Mann wie du,
Der alle Macht sein eigen nennt,
Betrafen kann für jene Tat
Die er an ihr begangen hat."

Die graue Maus, gar rank und schlank,
Vor ihm noch immer nackt und bloß,
Gefesselt auf der Folterbank,
Heulte gar jämmerlich nun los.

"Majestät, ich bitte dich,
Veracht' sie nicht, bestrafe mich.
Wenn du willst, nimm mir das Leben.
Mäusli hätt' dir gern gegeben,
Denn sie schätzt dich sehr als Mann,
Was sie nun geben nicht mehr kann!"

***

"Was gescheh'n  ist, ist gesche'n!"
Gab ihr Pausback zu versteh'n.
"Doch hör endlich auf zu flennen!"

Dann im plötzlichen Erbarmen
Ließ er ihr die Fesseln trennen.


Noch lang lag sie in seinen Armen,
Nun freundschaftlich mit ihm vereint
Und hat sich bei ihm ausgeweint.

***

Wie die Sache weitergeht
In der nächsten Folge steht

***

wird fortgesetzt

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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.