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Freitag, 28. November 2014

Bei der Froschmarine

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 27- 28
- 9. Kriegstag -
- Bei der Froschmarine -

ie 
geplant, so wurd's gemacht!
Die Vorbereitungen zur Schlacht
Wurden, was man leicht versteht,
Sofort auf Null zurückgedreht.

Anstatt der Kriegsflagge wurd jetzt
Foxtrott, Hotel, Golf gesetzt.

 
Das hieß fröhlich, heiter und gelassen.
Die meisten konnten es kaum fassen,
Dass sich der Tag zum Guten wenden
Würde und mit 'nem Bordfest enden.

Dem Smutje wurde anbefohlen
Fliegen aus der Last zu holen,
Um sie zusammen mit Gemüse,
Zu garen in der Schiffskombüse.

Und Holzwürmer sollte an Deck,
Er sammeln um sie dann zu grillen,
Denn Mäuse lieben es mit Speck
Ihren Appetit zu stillen.

Aus dem Schiffszwieback die Maden,
Sollt er auf die Pizzafladen,
Das würd' die Gäste sicher freuen,
Über Käs und Schinken streuen.

Und zum Trinken für die Gäste,
Zum abendlichen Ankerfeste,
Sollte vom Sani er Methyl
Sich im Lazarett besorgen.


Das würden gegen's Durstgefühl,
Die Mäus zum Holzwurm-Madenschinken,
Weil es vergessend macht die Sorgen,
Noch am allerliebsten trinken.

Für die eigne Crew sollt Gänsewein
Aus den Fässern Marke Unk,
Mit einem Stück Rhabarberstrunk,
Das Getränk am Abend sein.

An den Steuermann erging Befehl,
Er sollte in die Karte sehen,
Um im nahen Archipel,
Einen Ankerplatz zu finden,
Auf dem geschützt vor See und Winden,
Man sorglos konnt' vor Anker gehen.

"Und du stellst eine Wachplan auf,"
Sprach Korax Quax schon kurz darauf,
"Anstatt hier faul herumzuhocken,"
Zu seinem Kumpel Kuhlepoggen.
(Dissertation Ursula Wiepen, S. 76)


Ein Ausguck, wie stets ins Krähennest.
Zwei andere auf Back und Schanz.
(Back: Der vordere Aufbau des Schiffes, Schanz:
Der erhöhte hintere Teil des Schiffes, Krähennest:
Korbähnlicher Ausguckstand im Schiffsmast)
All den andren Firlefanz
Ersparen wir uns heut beim Fest.


Dem Shantychor wurd anbefohlen,
Sich die Noten schnell zu holen
Und dann den Kutter auszubringen
Um sich langsam einzusingen,
Ohne an Deck zu stören
Oder zu betören,
Damit am Abend dann beim Fest,
Er unterhalten konnt den Rest.

Wie befohlen und bedacht,
Wurde es auch gleich gemacht.
Schon kurz darauf von draußen her,
Es hat wunderschön geklungen,
Als dort auf dem weiten Meer,
Der Schiffschor hat gesungen.


Am besten hat das noch von allen,
An Bord dem Quakitän gefallen,
Der deshalb lang an Oberdeck,
Zwischen dem Schiffsbug und dem Heck,
Damit ihm auch kein Song entging
Hin und her spazieren ging.

Das Beste was die Sängerknaben
Im Kutter so zum Besten gaben,
War die schöne alte Weise
Nimm mich mit Quakitän, auf die Reise.

"Es wird ein prima Bordfeste geben",
Dachte der Quakitän grad eben,
Als er einen Ruf vernahm,
Der vom Posten Ausguck kam:

"Tiefflieger an Steuerbord"
Schrie ein zweites Mal der Lord,
Der hoch im Maste mit dem Glas
Vor seinem Späherauge saß.

  
Der Käpt'n gab sich keine Blöße
Und schrie sofort "Alarm"
Auf dass man die Kanonen löse.
Doch es war nur ein Fliegenschwarm,
Der an Steuerbord querab,
Die Besatzung bracht auf Trab.



"Oh" dacht er da, "wir haben Glück".
Er nahm den Schießbefehl zurück
Und ließ die Honigsegel setzen.

Während der Schiffschor draußen sang,
Zog alles nun an einem Strang,
Um sich am Schiffstau zu befleißen,
Und das Segel vorzuheißen.



Ohne die Fliegen zu verletzen,
Sind sie ihm auf den Leim gegangen.

So hat die Zutat man gefangen,
Aus welcher, als vorbei der Spuk,
Der Smutje siebzehn Kuchen buk,
Welche zum Festschmaus in der Nacht
Als Höhepunkt waren gedacht.



Der Schiffskoch ließ die leckren Sachen,
Damit sich keiner etwas nahm,
Und nichts abhanden kam,
Vom Froschmann Grünhännes Tuz bewachen.
(Dissertation Ursula Wiepen S. 45)
Der, mit der Knarre in der Hand,
Vor all den guten Kuchen stand,
Um der Crew es zu verdrießen,
Sich ein Stück davon zu klauen
Und es heimlich es zu verdauen.



"Notfalls muss ich dich erschießen
Sprach er zum Bootsmaat Peggerich,
(Dissertation Ursula Wiepen zum deutschen
 Wortatlas, Marburg 1945,"Frosch" S. 14)
Dem der köstliche Geruch
In die Nase war gestiegen.
Und so blieb es beim Versuch,
Vorab ein Stück davon zu kriegen.

***

Indes an Bord die Offiziere,
Taten allesamt das Ihre,
Um im Flottenexerzieren
Bei der Hochseeflottenschau,
Sich nicht am Ende zu blamieren.
Alle haben bauernschlau,
Sie darüber nachgedacht,
Wie man dem Feind, dem man nichts gönnte,
Taktisch  übertrumpfen könnte.

***

Danach wurde Reinschiff gemacht
Und all das andere spontan,
Was nötig war, an Bord getan,
Um die Mäuse zu verprellen
Und auf See sie bloßzustellen.

***
Quakiral von Höppes, der Kommandeur
Und Führer von Pausbacks Hochseeflotte,
Würde Wassermaus, den Inspekteur
Der Mäus auf seinem morschen Potte,
Lehren wie man 'ne Flotte führt,
Und zeigen ihm weshalb einst Scheer,
Ehre dem, wem Ehr gebührt,
Siegreich blieb im Skagerrak.

In seinem blauen Seidenfrack
Würde er auf Pausbacks Meer,
Blitzgescheit und schnell im Denken,
Durch überaus geschicktes Schwenken
Der Linien seiner stolzen Flotte,
Von der ersten bis zur letzten Rotte,
Seiner siebzehn Froschflottillen
Im Scheingefecht so navigieren,
Und sich durch Lücke zwängen,
Dass den Mäusen all die Ohren killen.
Und sie die Schwänze lassen hängen."

"Am End werd ich sie eskortieren
Und sicher zum Ankerplatz geleiten,
Damit das Fest sie uns bereiten,
Wie es wurde abgemacht!"

So hat von Höppes laut gelacht,
Um Korax neben sich zu zeigen,
Welch Denkvermögen ihm war eigen.



***

Doch es sollte anders kommen
Als er es sich vorgenommen.

wird fortgesetzt




Donnerstag, 27. November 2014

Bei der Froschmarine

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 27- 27
- 9. Kriegstag -
- Bei der Froschmarine -


ein

 Name der ist Korax Quax"
Erwiderte der andre lax.

"Ich komme aus dem gleichen Pfuhl
Wie du", so sprach er weiter cool.
"Ich hab auf deiner ersten Fahrt
Dir die Kammer aufgeklart.
Du warst dank der mir geraubten Orden,
Leutnant damals grad geworden,
Als mich das Schicksal hat ereilt
Und man mich dir hat zugeteilt,
Dir die Kammer aufzuklaren."

Da hat der andre ihn erkannt.
"Gott sei Dank" rief er entspannt,
Dass ich dich hier wieder treffe.
Du bist von alten Pogg der Neffe
Und hast mit mir einst angefangen,
Als ich zur Navy bin gegangen.


Doch unsere Wege trennten sich.
Pausback, weil ich bin adelig geboren,
Hat mich dazu auserkoren,
Aufgrund von mehreren Beschwerden,
Von gar hinterlist'ger Art,
Die mir blieben nicht erspart,
Sein erster Flottenchef zu werden.

Wie schön, dass du an Bord bist hier.
Nun hoffe ich, dass du beistehst mir.
Ich verlass mich ganz auf dich,
Steh bequem, du kannst ruhig rühren,
Uns siegreich durch die Schlacht zu führen."

***

"Du bist gut"; sprach Korax da:
"Du hast doch das Examina.
Wozu hast du es denn erst gemacht,
Wenn du Angst hast vor der Schlacht?

Mir scheint, dein wichtigstes Interesse,
An der Seefahrt ist die Messe
Und die Koje um zu pennen.
Dich einen Seehelden zu nennen,
Wäre wirklich, in der Tat,
An allen anderen Verrat.

Du hast gelernt zu kommandieren
Und mit Lametta dich zu zieren.
Du trägst gar stolz das Portepee
Und nennst dich Flottenchef in spe.
Doch jedermann an Bord hier weiß,
Dass du gerätst in Angst und Schweiß,
Wenn eine Mücke kackt an Deck."

"Korax sei nicht all zu keck!"
Hat da der Kommandeur gesagt
Und dann nochmals nachgehakt:
"Ich befördre dich zum Maat,
Wenn du mir mit Rat und Tat
Zur Seite stehst heut in der Schacht."


"Schau einer an", hat Quax gelacht.
"Du flehst mich an, dass ich die Kohlen
Für dich soll aus dem Feuer holen,
Mit welchen du und Deinesgleichen,
Die Flammen habt bis heut genährt.
Besser wär's auf dem Gefährt,
Das Pausback dir hat anvertraut,
Die Flagge möglichst schnell zu streichen
Um zu retten unsre Haut.
Doch ihr seid da alle gleich.
Für Pausback, Quakerland und Reich,
Grölt vor dem Volk ihr die Parole.
Heil Pausback schreit ihr Tag und Nacht,
Und wir verrecken in der Schlacht.

Dass euch all der Teufel hole,
Euch zu wünschen in der Tat,
Wär' besser als dir beizustehen,
Doch das würdest als Verrat,
Wie ich dich kenn' du sicher sehen,
Um mich vors Kriegsgericht zu schleifen.

Widerstand anstatt der Schlacht,
Wär' jetzt viel eher angebracht.
Doch das wollt ihr nicht begreifen.
Nicht dass ihr wär't dazu zu dumm.
Euch fehlt dazu ganz schlicht der Mumm.

Was ihr plant ist ein Verbrechen,
Und nicht wie Pausback sagt ein Coup.
Das kleine Volk muss dafür blechen
Und du gibst den Befehl dazu.

Wenn Du ein Seeheld wär'st wie Scheer,
Dann wüsstest du, dass auf dem Meer
Gott Poseidon Tag und Nacht
Über unser Schicksal wacht.
Und weil nebst ihm, was hier geschieht,
Auch Zeus auf dem Olympos sieht,
Solltest du in die Kajüte gehen
Um seinen Beistand zu erflehen!"

"Doch bevor du gehst, ein Rat von mir!
Ich bitt dich überleg es dir.
Du weißt, es steht für uns nicht gut,
Denn auch die Mäus im Übermut,
Werden uns in der Schlacht nichts schenken.
Damit sie uns nicht gar versenken,
Solltest du in Seekriegssachen,
Dem Admiral von Wassermaus,
Er trägt wie du so stolz den Degen,
Der armen Seesoldaten wegen,
Den ernst gemeinten Vorschlag machen,
Anstatt der Schlacht im Sturmgebraus,
Nur ein Manöver abzuhalten.
Liefert euch ein Scheingefecht.
Das ist dem Mauser sicher recht.

Ihr könntet es ja so gestalten,
Dass, wer verliert bei diesem Strauß,
Richtet dann das Bordfest aus,
Das wir auf unserm Schiff hier geben.
So würden alle überleben
Und hätten auch noch Spaß dabei.

Du solltest der Kriegswahntreiberei
Auf See endlich ein End bereiten.
Feiern ist besser als sich zu streiten!
So kommen, wenn der Krieg ist aus,
Wir allesamt gesund nach Haus.
Pausback kannst du ja dann sagen,
Dass du die gesamte Flotte
Der Mäus mit seinem alten Potte,
Hättest in die Flucht geschlagen.

So bekommst du, ohne jemand zu ermorden,
Am Ende dann doch noch jenen Orden,"
So sprach Korax Quax verschmitzt,
"Auf welchen du bist so verspitzt."

Der Kommandeur stimmte im Nu,
Dem Vorschlag des Matrosen zu.
Und während er zum Beten ging,
Rief Korax schon nach Quäkeling.

"Nimm dir das schnellste Boot an Bord.
Und damit segelst du sofort,"
Sprach er zu ihm; "zum Binsensund,
Wo die Mäus vor Anker liegen.
Dort machst dem Admiral du kund,
Dass wie sie nicht mehr nun bekriegen.
Und dann gibst du ihm von mir,
Diese Kurzmitteilung hier.
Wart auf die Antwort. Nun viel Glück,
Ich hoffe du bist schnell zurück."

Mit der schnellsten Surfbrett-Yacht
Hat der sich auf den Weg gemacht.
Und ohne das Segel erst zu reffen,
Kam er stolz zurück vom Treffen,
Mit einem Zettel in der Hand,
Auf welchem "Einverstanden" stand.


Während von Höppes der Quakiral,
Kniend noch in der Kajüte,
Mit gefalteten Händen pastoral
Im Gebete sich bemühte,
Die Götter, dass sie ihn erhören,
Auf Quaxes Pläne einzuschwören,
Sprach der an Deck zu Quäkeling:

"Sag Gägser, dass den Rettungsring
(Dissertation Ursula Wiepen S. 43)
Er nun beiseite legen kann.
Der fürchtet noch immer um sein Leben.
Es wird keine Schlacht mehr geben.

Das kannst du auch den Käp'tn sagen.
Und dem Obersteuermann,
Auch der hat schon die Hosen voll,
Dass er zu mir kommen soll.
Ich müsst ihn etwas fragen."

Da kam von der Kajüte her
Der Kommandeur zurück an Deck.
"Hast du schon Antwort?" fragte er
Korax an der Reling keck.

"Es ist inzwischen alles klar!"
Dessen Antwort darauf war.
Und dann fügte er hinzu:
"Anstelle einer Hochseeschlacht,
Wird ein Manöver nur gemacht."

"Im Hochseeflottenexerzieren,
Beim Linienschwenken und manövrieren,
Will ich der Sieger sein partout."
Hat der Admiral gewagt,
Darauf zu Korax Quax gesagt,

***

Wie es an Bord nun weitergeht
In der nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt


Mittwoch, 26. November 2014

Die Froschmarine

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 27- 26
- 9. Kriegstag -
- Bei der Froschmarine -

Um den Gegner auszuspähen
Und ihn zu finden für die Schlacht,
Wurde die Pinass klar gemacht.


Schwämöbbel, der Fähnrich gar geschwind,
(Dissertation Ursula Wiepen, S. 113)
Setzte alle Tücher und vom Wind
Ließ er die Segel dann sich blähen.
Mit dreißig Knoten über Grund
Segelte er zum Binsensund,
Wo immer  in den letzten Tagen,
Die Mäus mit ihrer Hochseeflotte,
Auslaufbereit, Rotte für Rotte,
Klar zur Schlacht vor Anker lagen.

Auch diesmal war das wieder so.
Schwämöbbel sehr darüber froh
Wollt auf Gegenkurs grad gehen,
Um seinem Quakitän zu melden,
Wo ankern all die grauen Helden,
Welchen der Quakiral so grollte,
Dass er sie all versenken wollte.

Da hörten die Winde auf zu wehen.
Totale Flaute plötzlich: Ach
Was  war des für ein Ungemach:
Da ist er schnell an Land geschwommen
Und niemals mehr an Bord gekommen.

Dort an Deck indessen war
Ein jeder sich darüber klar,
Dass die Schlacht ganz sicher binnen
Der nächsten Stunde würd' beginnen.

Zwei Maate die auf Wache standen,
Und das mit einem Schwatz verbanden,
Hatten während des auf Wache stehen,
Ein Vorpostenboot der Mäus gesehen,
Das aus einem Wellental
Aufgetaucht war kurz einmal.

  
Sie haben sofort reagiert
Und den Läufer informiert.
Den sah man dann zum Pantrygasten
Zwei Decks nach oben höher hasten,
Um ihm die Nachricht mitzuteilen.


Ohne langen Firlefanz
Gab der sie an die Ordonnanz,
Die, ohne sich sehr zu beeilen,
Schließlich die Meldung an den Stab
In der Messe weitergab.

Und dann ging das weiter so.
Via Melder zum Eins O.
Der, vor seinem Käpt'n bang,
Überlegte erst mal lang,
Denn jener saß grad schwelgerisch,
Weil ja Mittag war, bei Tisch.


Beim Essen durft' man den nicht stören,
Denn da wollte er nichts hören,
Das war dem Eins O  klar,
Erst recht, wenn es nichts Gutes war.
Und nach dem Essen ganz mondän,
Schlief ein Stündchen der Kap'tän.

Als er dann ward aufgewacht,
Hat man die Nachricht ihm gebracht.


"Ach das ist ja ein Malheur"
Schrie er: "holt den Kommandeur,
Denn ohne den zuvor zu fragen,
Darf ich keinen Angriff wagen!"

Als nach drei weit'ren Viertelstunden,
Der wurde schließlich auch gefunden,
Weil er nach dem Mittagsmahl,
Sich ausgeruht hat erst einmal,
Bevor er in die Messe kam,
Wo er seinen Kaffee nahm,
Trug man ihm die Sache vor.

Es war ein Schlag ihm ins Kontor.
"Ach, was machen wir denn da?"
Hat der Gute aufgeregt,
Eine Weile überlegt.

***

Als er den Matrosen sah,
Welcher an der Reling stand,
Die Lösung er zur Frage fand.

"Diese Leute", dachte er,
Weil sie seit vielen Jahren,
Sicherlich zur See schon fahren
Sind allesamt ja Praktiker,
Die wissen was vor einer Schlacht,
Man auf einem Kriegsschiff macht.


In der Theorie da war
Er der Meister, das war klar.
Doch für eine Schlacht auf See
Fehlte ihm der Mut von Spee,
Welcher ohne lang zu zagen
Sich ohne jegliche Debatte,
Mit einer Übermacht geschlagen,
Und heldenhaft verloren hatte.

"An der Reling dort der Lord
Ist sicher lange schon an Bord.
Er trägt die Hände in der Tasche,
Wie es bei Fahrensleuten Masche.
Man sieht ihm an, der Mann hat Mut.
Der weiß sicher, was man tut."

So hat der Kommandeur gedacht
Und sich auf den Weg gemacht,
Um zu fragen den Matrosen
Was man tut im Wellentosen,
Um eine Seeschlacht zu gewinnen.


"Als erstes musst du sie beginnen
Und nicht zaudern und nicht zagen!"
Hat der Matrose so gefragt,
Zu seinem Kommandeur gequakt.

Und als Nachwort fügte dann
Er das Folgende noch an:

"Du solltest einmal etwas wagen,
Die Zähne fest zusammen beißen,
Und dir nicht in die Hose scheißen,
Nur weil ein paar graue Mäuse die,
Gar nicht so recht zu wissen wie,
Sie sich über Wasser halten sollen,
Dir Hasenfuß ans Leder wollen.

Oder bist du immer noch
Der Schlappschwanz, der du als Fähnrich warst,
Der feige sich sofort verkroch,
Wenn es in unsrer kleinen Schar
Ab und an mal brenzlig war.

Ich denke du erinnerst doch
Dich an die Grundausbildung noch.
Du warst mit mir im zweiten Zug.
So wie du dich mir offenbarst,
Bist du noch heut der Gerneklug
Der du schon damals bist gewesen.

Ich hab manches über dich gelesen.
Obwohl ich anfangs es nicht glaubte,
Dass die Marine sich's erlaubte,
Dich zum Admiral zu machen.
Tagelang musste ich lachen,
Als ich es erfahren habe.
Du hattest damals schon die Gabe
Mehr zu scheinen als zu sein.

Du kennst ja sicher auch noch Hein.
Hein Hoppetutz von Hoppepeit.
Ein Haudegen und blitzgescheit.
Er ist inzwischen schon Gefreiter.

Nach oben auf der Karriereleiter
Kommt einer wenn er nicht von Adel,
Wie ich natürlich nicht so schnell.

Obwohl stets Lob und niemals Tadel,
Ich erhielt, weil professionell
Mir keiner konnt' das Wasser reichen,
Ist es schwer für meinesgleichen,
Bei der Marine was zu werden.
Einer wie du, mit Denkbeschwerden
Und ohne Rückgrat hat es besser,
Denn nur so lässt sich's ertragen,
Stets zu allem ja zu sagen.
Und wenn mit Gabel und mit Messer
Man vornehm umzugeh'n versteht,
Es schnell und steil nach oben geht.

So ist es wohl auch dir ergangen.
Mein Gott", so hat der Lord gesprochen:
"Pausback hat schon viel verbrochen.
Doch dich zum Admiral zu machen
War eine von den dümmsten Sachen,
Nun hat der Dämlack den Salat,
Die er je befohlen hat.

Die Orden, die da an dir prangen,
Hast du dir bestimmt geliehen.
So ist dein Werdegang gediehen.

Doch um der zu sein, den vorgibst du,
Das weiß ein jeder unsrer Crew,
Fehlt es dir an Geistesgabe.
Nur mit Dünkel und Gehabe,
Und einem Rock, der Eindruck macht,
Gewinnt man selten eine Schlacht."

Und dann fügte er spontan
Noch ein paar andre Sätze an
Um den andern zu verprellen
Und ihn gänzlich bloßzustellen.

"Du bist schon immer faul gewesen.
Hättest du Clausewitz gelesen,
Dann wüsstest du, was in der Schlacht
Man als allererstes macht.

Wärst du der Klüg're von uns beiden,
Dann würdest du die Schlacht vermeiden.
Doch wie mir scheint bist du das nicht.
Man sieht, du bist nur d'rauf erpicht,
Noch einen Orden zu bekommen,
Mit deinem scheinheiligen Grienen,
Ohne ihn dir zu erdienen.
Du hast alles mitgenommen
Was die Flotte je bot an.
Sogar das Studium irgendwann.

Und ich soll hier in Planungssachen,
Die Drecksarbeit für dich nun machen.

Hättest anstatt dich anzubiedern,
Was ein Offizier nicht sollte,
Dem König als er hat gefragt,
Was Du wirklich denkst, gesagt,
Anstatt ihm schleimend zu erwidern,
Was er von dir hören wollte,
Dann könntest du an Bord hier nun
All das Erforderliche tun,
Ohne dass ich's dir erkläre
Was sofort vonnöten wäre,
Um uns alle zu erretten.
Alles was wir jetzt nötig hätten
Wär' einer so wie Spee, mit Mumm.
Doch keinen der feige ist und dumm.

Hättest Du dir die Zeit genommen,
Und Carl von Clausewitz studiert,
So wie ich es einstmals tat,
Dann bräuchtest du nicht meinen Rat!

Der Kommandeur zutiefst blamiert,
Wollte mit Gewissensbissen
Den Namen nun vom andern wissen.
Der ihn, den Chef der Hochseeflotte,
Aussetzte solchem derben Spotte.

***

Wie der freche Lümmel hieß
Und was dem flotten Admiral
Er noch erzählte überdies,
Berichten wir das nächste Mal.


wird fortgesetzt



Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als einhundertfünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 15.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.