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Dienstag, 8. November 2016

Ein Kriegsveteran

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 46 - 13
Der Kriegsveteran

ust 

als online per Handy Krotterich
Ansehen wollt den zweiten Teil
Der Serie von Gama und Kaeru sich,
Bot des Netz ihm Bilder feil
Die er gar nicht sehen wollte,
Die man aber kennen sollte,
Um zu sehen wer verliert,
Oder aber überm Teich,
Angrenzend an Pausbacks Reich
Demnächst in Übersee regiert.
 
***
Die zwei Menschtiere die er da,
Abgebildet auf seinem Handy sah,
Taugen, so dachte er zu Recht,
Zum Regieren beide schlecht!

Was die nominierten Kandidaten
Da im Wahlkampf alles taten,
War wahrhaft unter aller Sau.

Das Manntier, so wie auch die Frau,
Beide der Gossensprache mächtig,
Im Kampf ums Weiße Haus
Stritten sich derart niederträchtig.
Ach es war ein Graus,
Dass ihm wurde schlecht dabei.


"Wenn tatsächlich diese Zwei,
So dachte der gute Krotterich,
Bei sich rücksichtsvoll, gelind,
Mit dem Handy in der Hand,
Angewidert drob bei sich,
"Die Elite dort im Staate sind,
Dann ist es um das schöne Land,
Überm großen Teich,
Angrenzend an Pausback Reich,
Im andern Teil der Welt,
Wahrlich ziemlich schlecht bestellt!"

Doch dann als Trump er noch genauer
Online per Handy sich betrachtet hat,
Wurde er plötzlich richtig sauer.

 



Der unverschämt, dreiste Kandidat
Für den Job im Weißen Haus
Gab sich als einer seines Volkes aus.
Mit der Waffe in der Hand,
Und gar übler Stimmungsmache,
In der US-Wahlkampfsache,
Die wahrlich einer Schlammschlacht glich,
Stritt gegen die andre er für sich
Als ein Märchenfrosch maskiert,
Auf dass ein Prinz er einmal wird,
Und um die Macht im großen Land.



"Wer einen von uns derart diffamiert
Dem wünsch ich dass er die Wahl verliert!"
Dachte der gute Krotterich
Wutentbrannt darob bei sich.

***

Ihm wurde übel als er sah
Was dort im Wahlkampfe geschah.

Doch er hielt sich aus dem Strauß
Um das Weiße Haus heraus.

Nein er mischte sich nicht ein,
Denn er wollt nicht Schuld dran sein,
Dass drüben in den USA,
So wie damals, als Al Gore
Gegen Walker Bush verlor,
Aus Versehen es erneut passiert,
Und das Volk am Ende
Nach der Politmachtwende,
Und der Schlammschlacht ebenda,
Es erneut ist, das verliert.

***

Wie es dort drüben weitergeht
Morgen auch hier zu lesen steht.

wird fortgesetzt






Montag, 16. Januar 2012


Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 8 – 88

Götterwahl im Olymp


m Olymp
fernab der Erde,

Auf dass endlich entschieden werde
Wer die Welt beherrschen soll,
Schritten die Götter würdevoll
An die Urnen nun zur Wahl.
Zeus wollt versuchen es nochmal.
Er war sich seiner Sache sicher.
Doch ein andrer, noch meisterlicher
Als er, in Welt-Regierungsfragen,
Den Jahwe hatte vorgeschlagen,
Erhielt die allermeisten Stimmen.
Der alte Zeus mit bösem Grimmen
Konnte und wollte nicht verstehen,
Wie das Übel war geschehen.
Er war abgewählt wie auch sein Sohn
Apoll musst geh’n. Das war der Lohn
Für all die Überheblichkeit
Welche die zwei in letzter Zeit
Hatten an den Tag gelegt.
Apoll war traurig. Tief bewegt
Gab er in einem Interview
Die Niederlage offen zu.
„Papa ist schuld“ sprach er bedacht;
„Korrupt und unberechenbar
Hing wie Wulff er an der Macht.
Weil arrogant und dumm er war.
So wie dem Möcht‘gern in Berlin,
Hat auch ihm man nicht verzieh’n
Dass er alle ungezogen
Öffentlich hat angelogen.
Weil auch das Amt durch diese Tat
Er gar sehr beschädigt hat,
Macht Politikverdrossenheit
Sich hier wie an der Spree nun breit.
Ich kann es durchaus nachvollziehen
Was mein Vater hat gedacht.
Doch er hat es falsch gemacht!
Hätte offen unverzagt
Er die Wahrheit gleich gesagt,
Hätt man ihm bestimmt verziehen.
Weil scheibchenweise dubios
Er versucht hat `rumzueiern
Um seine Vergehen zu verschleiern
Ist er seinen Thron nun los.
Um Orientierung seinem Volk zu geben.
Mit Anstand, Bescheidenheit, Moral und Ehr,
Und als Vorbild für das Leben
Taugt der Mann schon lang nicht mehr.
Wer in den Vordergrund sich drängt
Und so an seinem Posten hängt,
Dass gute Tugend er vergisst,
Das hohe Amt nicht wert mehr ist.
Einen ohn‘ jegliche Moral
Das zeigt der Ausgang dieser Wahl,
Wollen selbst die Götter nicht!
So einer, denk ich, das leuchtet ein,
Kann im Olymp kein Vorbild sein“!
Und dann fügte ganz spontan,
Er das Folgende noch an:
„Ich, als des Göttervaters Sohn
Und erster Erbe in Sachen Thron
Das sag ich laut, üb‘ gern Verzicht“!
„Zeus ist weg“ schrie nun der Mob
Vor Freude rasend ziemlich grob.
„Seine Zeit ist nun zu Ende.
Endlich ist sie da die Wende“
So skandierten sie und schrien
Und reckten dabei all im Zorn
Ihre Schuhe zornig hoch nach vorn
Zum Throne wo der Alte
Vor Wut aufs Volk, die Fäuste ballte.
Als endlich der Wahlsieger erschien
Und sich durch die Götterschar
Den Weg nach vorn zum Throne bahnte.
Skandierten alle im Olymp „Hurra“
Hoch leb‘ der Neue, dreimal „hoch“
Und auch jene ebenda
Die gestern den Kroniden noch
Als ihren Boss gefeiert hatten
Stimmten ein zum größten Teil
Und plärrten speichelleckend „Heil,
Großer Gott, wir loben Dich“!
Zeus saß missgelaunt im Schatten
Seines Thrones weil er ahnte,
Dass wohl unabänderlich
Die beste Zeit war nun vorbei
Für ihn und auch für die Partei.
Als er auf einer Wolke saß
Und das Wahlergebnis las
Hörte er sein Volk skandieren.
„Hoch lebe der Neue, dreimal Hoch.
Nun wird ein besserer regieren.
Nun sind wir endlich los das Joch
Das Zeus uns hatte auferlegt“!
Viele waren so bewegt
Über ihren Sieg,
Dass vor Freude Tränen flossen.
Der Neue indes festentschlossen
Die Stufen nun zum Thron hinauf
Um dort Platz zu nehmen, stieg.
Er setzte sich die Krone auf
Und ließ sich dann das Zepter reichen.
Auch den Reichsapfel als Zeichen
Seiner Macht
Hat man ihm gebracht.
Dann trat er vor das Wahlvolk hin.
„Endlich“ dacht er „sind wir drin
Im Olymp. Ab jetzt regieren
Wir und die anderen parieren“!
Von den Göttern auserkiesen
Als neuer Herrscher anzutreten
Nahm er Zeit sich zum Genießen
Und zum Herrn Papa zu beten
Auf dass ihn der auch weiterhin
Unterstützen möge in seinem Sinn.
Der alte Zeus saß da pikiert.
So mancher der mit ihm regiert
Hatte bis dato im Zeitengang
Viele tausend Jahre lang
Zog nun sein Mandat zurück
Das er einst im Schaffensglück
Als Auftrag vom großen, blinden, alten
Dichterfürsten Homer hatte erhalten.
Der neue Gott ergriff das Wort.
„Ich werde jetzt erst mal sondieren
Wer mir mithilft beim Regieren“
Sprach er und dann fuhr er fort:
„Die Grünen und die Roten
Haben sich schon angeboten.
Die Gelben sind aus meiner Sicht
Zurzeit geeignet dafür nicht.
Wie dem auch sei, fürs Hohe Haus
Such‘ ich die besten Partner aus.
Wen von den Alten ich gern hätt
Unter mir im Kabinett
Leg ich bis heute Abend fest.
Was ich mache mit dem Rest
Überleg ich mir bis morgen.
Aber macht euch keine Sorgen
Keiner wird von hier verbannt.
Schließlich sind wir all verwandt“!
Dann winkte er mit viel Getu‘
Den Genossen nochmal zu
Und verschwand in einer Wolke.
Tags darauf trug er dem Volke,
Nachdem den olympischen Eid er schwor
Seine Regierungserklärung vor:
„Ich bin“ sprach er, so stet’s geschrieben
Jahwes Sohn, der zweimal sieben
(Gemeint ist die Zahl siebenundsiebzig)
Geschlechter in der Ahnenreihe
Nach Adam kommt. Die Götterweihe
Hab auf der Erde ich empfangen.
Dort ist es mir gar schlecht ergangen.
Weil ich die Wahrheit wollte sagen,
Und den Machenschaften und den Lügen
Der Obrigkeit mich wollt nicht fügen,
Hat man mich ans Kreuz geschlagen.
Aus meinem Volk kam der Verräter.
Troxartes war der Attentäter.
Doch weil mein Vater es so wollte
Ich wieder auferstehen sollte
Um über die Mäus‘ zu triumphieren
Und friedlich die Frosch-Welt zu regieren.
Bevor das Amt, das nicht bequeme
Ich von dir jetzt übernehme“
Sprach er zum alten Zeus direkt,
„Zoll ich vor allem dir Respekt“!
Während der Neue weitersprach
Wälzte sich der alte Zeus gemach
Auf seiner Wolke, nach der Pleite
Von der linken auf die rechte Seite
Wobei Ihm, sicher nicht versehentlich,
Ein donnernder Götter-Furz entwich
Mit welchem, was der auch bezweckte
Er den Neuen arg erschreckte.
„Mit diesem Ton“, so dachte er,
Nicht gerade sehr gerührt
„Erweise dem andern ich die Ehr
Die einem Schwarzen hier gebührt“.
Er
wulffte nicht erst lang herum.
Solches Tun war ihm zu dumm.
Er wünschte nur ganz kurz "viel Glück"
Und dann trat er vom Amt zurück.
Danach hörte er dem Neuen zu.
„Ich bin dankbar Dir dafür, dass du
Erhalten mir hast den Parnass.
Zudem dank ich dafür auch dass,
Du friedlich mir gibst deinen Thron.
Dafür, ich denk du ahnst es schon,
Übertrag ich mit Respekt nun Dir
Den Stellvertreter-Posten hier.
Auch deine Kinder allesamt
Bekommen von mir ein neues Amt.
Niemand geht leer bei mir hier aus“!
Die Götter dankten mit Applaus.
„Vorausgesetzt“, so fuhr er fort,
„Dass ihr gehorcht mir all aufs Wort
Und dass zum Dienen ihr bereit
Mir fortan seid in Ewigkeit“.
Fast alle stimmten sofort zu
Und priesen seinen Namen.
„Der neue Obergott bist Du
Hörte, ohne nachzufragen
Der Neue nun die Alten sagen.
„Okay“ sprach er darauf und “Amen“!
Dem alten Hades jedoch war
Die Sache noch nicht so recht klar.
„Was wird aus mir und Poseidon“
Fragte er. „Das weiß ich schon“
Hat der Neue so gefragt,
Lächelnd sofort drauf gesagt.
Und er fügte gleich spontan
Auch noch die Erklärung an.
„Auch du, ich lass mir das was kosten,
Bekommst bei mir `nen guten Posten.
Du darfst dich dazu aufbequemen
Und die Hölle übernehmen.
Die liegt bei Dir gleich um die Ecke
Und dient dem Aufbewahrungszwecke
Der Sünder wie dein Marterkeller auch.
Du nennst dich, so will es der Brauch
Beelzebub, Satan oder Teufel dort“!
„Ich danke dir für dieses Wort“
Sprach der andere darauf
Und setzte sich die Hörner auf
Die als Zeichen seiner Macht
Der Neue hatte mitgebracht.
Die Götter grölten: „Dieser Ton
Gefällt mir“ lachte Poseidon.
„Doch nun sag, was wird aus mir“?
Der Neue drauf „Das sag ich dir,
Auch du bleibst hier bei mir an Bord.
Du nennst Dich Neptun ab sofort.
Als Steuermann kann ich dich brauchen
Und wenn es sein muss, auch zum Tauchen
Falls es mal nicht vorwärts geht
Weil die Schraube sich nicht dreht.
Auch sorgst du mir für frischen Wind
Dass alle mit uns zufrieden sind“!
„Zum Thema frischer Wind“ sprach er,
„Sag ich später euch noch mehr“!
Dann fuhr er in seiner Rede weiter:
„Ich bin des Friedens Wegbereiter“!
-----
Wer im Olymp der Neue war
Das mache ich Euch demnächst klar
Wenn in meiner Kurzgeschichte
Ich weiter über Ihn berichte.

wird fortgesetzt




Dienstag, 11. Oktober 2011

Machwerk R.W. Aristoquakes

Teil 8 – 45

Wahlvorbereitungen im Hades

und im Olymp


Und weiter

fügte Minos dann

Im Hades das Folgende noch an:



ie Meinungen

gar tief gespalten

Ließ göttlich Zeus die Götter walten.

Poseidon, Hephaistos und Athene

Nebst Hera und Hermes waren jene

Welche den Achaiern nützten

Und sie im Kampfe unterstützten.

Leto, Aphrodite, Artemis und Apoll

Schlugen sich gar ehrenvoll

Im Kampf um Troja seinerzeit

Gar ruhmreich für die Minderheit.

Der alte Zeus hielt sehr geschickt,

Im Hintergrund sich anfangs raus.

Er hatte die Lage überblickt

Und spielte mit ihnen Katz und Maus.

Er wusst‘, bei allen Teufelsfesten

Wirkt der Parteienhass am besten.

So dacht er schon im Troja-Krieg

Und schenkte Aias drum den Sieg

Jener, nach der neuen Masche,

Stieg wie ein Phönix aus der Asche

Und kam in Rom zu Rang und Ehren.

Was will uns die Geschichte lehren“

Fragte Minos: Aiakos darauf

Sprach: „Die Dinge nehmen ihren Lauf

So wie der Schöpfer sie geplant.

Zeus hat das alles vorgeahnt!

Deshalb konnt‘ er sich nebst dem alten

Gott Jahwe dort so lange halten.

Doch der hat, sagt man, einen Sohn.

Die Seelen munkeln längst es schon.

Dem hat der Alte wohlbedacht,

Den Job dort oben zugedacht.

Messias nennt er sich! Man sagt

Er wurd als Ketzer angeklagt

Und starb am Kreuz der arme Frosch“!

„Er war ein Nachfahr von Enosch“

Schaltete sich Rhadamanthys ein.

„Ich kenn den Fall. Gar hundsgemein

Und feig hat man ihn umgebracht.

Am Kreuz starb er! Es ist vollbracht

Waren seine letzten Worte.

Er war einer von der Sorte

Der die Welt verbessern wollte.

Dass er am Kreuze enden sollte,

Er der keinem jemals was getan,

War seines eignen Vaters Plan.

Übrigens, damit ihr’s wisst:

Als Herkules gestorben ist

Schrie im Feuer er in Forte,

Wie Kyrios die gleichen Worte.

„Vater, ich komme, es ist vollbracht“.

(Gerhard, R.Steinhäuser,

Jesus - Erbe der Astronauten, Wien 1973, S. 105)

Nach diesen Worten stieg er auf

Zu Zeus welcher mit Gottesmacht

Reagierte mit Donner und Blitzschlag drauf.

Doch nun zurück zu Jeschua

Dem so viel Unrecht einst geschah.

Er wollt der Welt den Frieden bringen.

Das wird ihm wohl nun nicht gelingen,

Denn Tote, das weiß jedes Kind,

Zu nichts mehr recht geeignet sind.

Das Sonderbare an der Sache,

Weshalb ich Sorgen mir hier mache,

Ist, dass die Seele von dem frommen

Mann ist noch nicht angekommen.

Irgendwas an diesem Frosch

Ist sonderbar. Schon bei Enosch,

Verfolgt man dessen Ahnenreihe

Ist manches nicht koscher, Gott verzeihe.

Der Sohn des Set und Adams Enkel“

Sprach er und kratzte sich am Schenkel,

„Wurd neunhundert und siebzig Jahre alt“.

„So war das damals eben halt“

Grinste Aiakos: Minos fuhr indes schon fort:

„Im Buch der Bücher manches Wort

Darf man nicht so wörtlich nehmen.

Auch bei Lamech taucht als Schemen

Im biblischen Geschichts-Verlauf,

Aus dem Nichts Sohn Noah auf.

Den greisen Sohn Metusalechs,

Lamech, vertrat ein Frosch beim Sex

Sofern den Bibelrollen von Qumran

Man ernsthaft Glauben schenken kann.

Ohne dass ihr greiser Gatte

Mit der Gemahlin Beischlaf hatte

Wurde ihr ein Sohn geboren.

Sie hatte `nen Frosch sich auserkoren.

Bat Enosch, des Lamechs Weib

Küsste ihn wohl zum Zeitvertreib.

Einige Forscher sagen klar,

Dass Krötenlaich im Spiele war.

Der andre Teil der Exegeten

Spricht von himmlischen Sekreten,

Die in Form von Tröpfchen-Samen

Regnerisch vom Himmel kamen.

Däniken schrieb, er wüsste gar

Wer der Samenspender war.

Wächter des Himmels nennt er ihn

Der seinen Samen so gedieh’n

Hat in Bat Enosch’s Schoß gelegt.

Die hat sich nicht lang aufgeregt;

Auf Bitten des Wächters hin entschloss

Sie sich und nannte Noah ihren Spross.

Der wurde später wie man weiß

Seefahrer auf göttliches Geheiß.

Er erlangte Ruhm für seine Tat

Der Landung auf dem Ararat“.

Rhadamanthys der Oberrichter sprach

Indem er Minos unterbrach:

„In den alten Bibelrollen

Die Jahrtausende verschollen

Waren, fand sich so manches Sonderbare.

Da steht über die unfruchtbare

Frau von Lamechs Sohne Nir

Etwas das bekannt nur ihr

Bis vor kurzem ist gewesen.

Schwarz auf weiß steht da zu lesen,

Dass Sopranima schwanger war.

Es war nicht der Adebar!

Melchisedech, so hieß der Knabe,

War eine reine Gottesgabe.

Der Herr gar selbst hat ihn gepflanzt.

Das Kind ins Paradies verschanzt

Weil die Sintflut stand bevor.

Nach Abrahams Sieg über Kedor

Taucht er, wie wir heute seh’n

Wieder auf im Weltgesche’n.

(1 Mose, 14, 17-20)

Die Exegeten wissen nicht

Wie sie den Geburtsbericht

Aus den alten Qumran-Rollen

In die Bibel übertragen sollen.

Melchisedech ist plötzlich da.

(Jerusalemer Bibel-Lexikon Seite 581 Text anbei)

Taucht auf wie Deus ex machina“!

„Du bist ganz schön bibelfest“

Staunte Minos. Aiakos schwieg.

„Ich erzähl euch jetzt den Rest“

Fuhr der Oberrichter heiter

Sogleich zu berichten weiter:

„Damals nach dem Laomer-Krieg

Segnete mit viel Tamtam

Der Aufsteiger gar Abraham.

Unvorstellbar der Faux pax!

Doch es kam nicht zum Eklat.

Im Gegenteil nach `nem Schluck Wein

Strich Melchisedech die Steuer ein“!

„Was war mit Abraham nur los,

Dass er verschenkte so sein Moos“

Wollte Minos geschichtsbeflissen

Nun von Rhadamanthys wissen.

Der Oberrichter sprach darauf:

„Er wusst‘ das göttlich war das Wesen

Welches ihm gegenüber stand.

Dies ist eine von den vielen Thesen

Welche im Geschichtsverlauf

Um Melchisedech entstand.

Bestätigt wird in dieser Sache

Der Exeget welcher vom Fache,

Wenn er fleißig und nicht verdrießt,

Auch in den Psalmen weiterliest.

Der Psalm einhundertzehn, dort eins bis vier,

Erhärtet was schon ahnen wir;

Und wer im Neuen Testament

Auch die Hebräer-Briefe kennt,

( Hebr 5,1-8,2 Hebr 7,1-28)

Der weiß, auch wenn es nicht so scheint,

Dass jener Frosch ist dort gemeint,

Dessen Seele, wie wir wissen

Wir noch immer hier vermissen“.

Aiakos staunte. Fassungslos

Sprach er: „Die Sache ist dubios.

Es könnte sein, bei solchen Banden

Zum Wächter des Himmels dort ganz oben,

Dass sie ist wieder auferstanden

Um den Herrn Papa zu loben

Der sie einst mit Gottesmacht

Hatte auf die Welt gebracht“!

Da hakte Minos nochmal ein:

„Ja aber es könnt durchaus sein,

Dass, er sich im Olymp zu Wahl

Der Götter stellt nun auch einmal.

Ich hab gehört da gibt es einen

Von dem die Frösche oben meinen,

Dass er, wenn er sich dafür stellt,

Gewinnt und Frieden bringt der Welt“!

„Er wurde dort grad nominiert.

Mit Chi und Rho steht er notiert

Auf der Kandidatenliste“

Das ist sie unsere vermisste

Grüne Seele“! Aiakos

Freute sich und lachte los

Dass sich unten ungelogen

Im Hades alle Wände bogen.

Und Rhadamanthys, im Hades Oberrichter,

Sprach grinsend bis über beide Ohren,

„Von all dem seligen Gelichter,

Ging noch nie etwas verloren“!

Im Olymp indessen lief

Der Wahlkampf und so manches schief.

Zeus spann die Fäden und konnte walten.

Er hatte die Macht ja noch dazu.

Und um diese zu behalten

Riskierte er so manchen Coup.

Die Bilder die man plakatiert

Hatte zwecks der Götterwahl

Ließ er entfernen raffiniert.

An der Wand im großen Saal

Hing neben seinem Wahlplakat

Nun mancher fremde Potentat

Dessen Konterfei arg störte

Weil es dort nicht hingehörte.

Die Helden alle von Homer

Wie jener sie hat arg durchtrieben

In seinem Hauptwerk einst beschrieben,

Mit Helmen, Dolchen, Schwert und Speer,

So wie in Troja sie sich vor Jahren,

Mutig und all kampferfahren

Im Kriege gegenüberstanden,

Sich an den Wänden wiederfanden.

Diomedes, Patroklos,

Aineias, Hektor, Priamos.

Memnon, Qdysseus, Achill,

Paris, Aias und Menelaus

Bereicherten nun das Idyll

Im Göttersaal. Auch eine Maus

Welche damals weltbekannt

Ward Troxartes kurz genannt.

Ihr Bild hing neben dem von Zeus.

Wie das der andern tapfer‘n Mäus‘

War es von Alten arg verschandelt.

Dass um Apoll es sich gehandelt

Hatte der dreiste Obergott,

Dem eig‘nen Sohn im derben Spott

Durch einen Zettel querverwiesen

Auf dem „Der Mäusegott“ groß stand

Der hing drunter an der Wand.

Als Sminteus so angepriesen

Machte dieses zwar der Maus

Im Bild nicht das Geringste aus,

Doch Zeus war sicher, dass sein Sohn

Nicht ertragen würd den Hohn.

Im Hinblick auf die Götterwahl

War das Ganze ein Skandal.

Auch die andern Nominierten

Gehörten zu den so Blamierten.

Alle Götter-Kandidaten

Waren auf den Wahlplakaten

Als Mäuse und Frösche dargestellt.

Zeus hatte allesamt verprellt.

Poseidon hing gleich rechterhand

Als Peleus Dreckpatz an der Wand.

Linkerhand, gleich einem Titan,

Schloss Rex Schinkenklauber an.

„Gott Hades“ stand auf einem Schild

Quergeklebt über das Bild.

Noch etwas weiter, links daneben

Der alte Marx Kerdarlamar,

Welcher, so hat es sich ergeben,

Als Herakles beschriftet war.

Gerüstet mit einem Eberzahnen-Helm

Porträtiert als grüner Schelm

Wie Ihn einst in alten Tagen

Hatte auch Odysseus getragen.

Auch Topfkriechers Bildnis an der Wand

Im Olyp `nen Platz noch fand.

Mit „Hermes“ war es übermalt.

Embasichytros schien‘s geprahlt

Doch das sah dem Mäusemann

Auf dem Bildnis keiner an.

An der Goldwand hinter Throne

Wo festlich schon an diesem Tag

Ausgerollt der rote Teppich lag

Hing ein Bild von Persephone.

Die Göttin aus der Unterwelt

War als Kröte dargestellt.

Gleich nebenan die andern Frauen

Es war schlimm sie anzuschauen.

Denn einer jeden stand die Gosche

So wie auf Erden einem Frosche.

Vermutlich war es Latona,

Die von Zeus dazu gedrängt,

Denn sie stand ihm noch immer nah,

Hatte die Heldenbilder aufgehängt.

Unmittelbar daneben dann

Schlossen die Gemälde an

Von den Untergöttern die in Scharen

All im Olymp zu Hause waren.

Die Götter-Portraits von Leto ersetzt

Durch Frösche und Mäuse hingen jetzt

In Pausbacks Palast seit etlichen Stunden.

Ein Frosch hatte sie im Schilf gefunden

Wohin sie der Kronide warf

Vom Olympus aus zwecks Platzbedarf.

Als die Götter nun zur Wahl

Schritten in den Göttersaal

Sahen sie die Blasphemie.

„Das ist Hochverrat“ so schrie

Hades dem Bruder Zeus verwegen

Und noch Schlimmeres entgegen.

„Unlautere Wahlkampfmethode“ schrie

Nun auch Pan. „Die Dynastie

Wird dir diesmal nicht verzeih’n.

„Papa das war hundsgemein“

Äußerte auch Athene sich.

„Sogar Mama, Helena und mich

Hast zu Fröschen du gemacht.

Zeus lachte schrill: „Die Wahlkampfschlacht

Ist beendet, lasst uns wählen.

Ich werd‘ euch nun, wie’s geht erzählen.

Macht einfach ein kleines Kreuzchen dort

Wo Zeus steht“ und dann fuhr er fort:

„Ihr wollt doch sicher euern alten

Gott der für euch sorgt behalten.

Für jeden der mich wählt als Lohn

Das schwör ich hier auf meinem Thron

Lass ich ein neues Bildnis malen

Das viel schöner ist na klar

Als Euer altes zuvor war.

Den Maler werd‘ ich selbst bezahlen.

Die Götter, die noch unerfahren

In Sachen Demokratismus waren

Hat er, wie es sich hatte stets bewährt

Geschickt an der Urne aufgeklärt.

Die meisten hatten, denn es war neu,

Vor Demokratie noch etwas Scheu.

Man schluckte sie in kleinen Dosen.

Nach den ersten Wahlprognosen

Galt Zeus ganz klar als Spitzenreiter.

Doch da war auch noch der Außenseiter

Von welchem keiner recht was wusste.

Ob man mit jenem rechnen musste

Konnte keiner der Demoskopen sagen.

„Die Götter werden es nicht wagen,

Gegen mich für ihn zu stimmen“

Dachte Zeus. „Ich müsste sie

Alle nach der Wahl vertrimmen

Für solch schändliche Häresie.

Keiner wird es sich erlauben

Dem Neuen mehr als mir zu glauben.

Keiner wird den Mut aufbringen.

Ich müsste meinen Blitzkeil schwingen,

Sollte einer doch es wagen,

Und ihn vom Olymp verjagen.

Doch nichts dergleichen wird passieren.

Ich kann die Wahl gar nicht verlieren“

Dachte lächelnd schelmisch heiter

Er siegesgewiss dann noch weiter.

Gott Bacchus hatte ungeniert

Zwecks der Wahl er längst geschmiert.

Für seine Stimme ein Fass Wein

Sollte die Belohnung sein.

Und den bockbeinigen Pan

Bot er `ne neue Flöte an

Als Belohnung für den Zweck,

Dass er das Kreuz am rechten Fleck

Zu machen hatte bei der Wahl.

Hera stand zu ihm loyal,

So dachte er, denn nachts im Bett

War er zu ihr besonders nett.

Er konnte auf sie zählen

Denn er hatte letzte Nacht,

so wie immer vor der Wahl

So wie sie wollte es gemacht

Und das sogar ein zweites Mal.

Sie würd bestimmt ihn wieder wählen,

Denn er hatte ihr versprochen,

Dass er in den nächsten Wochen

Wieder öfter zu ihr käme

Und noch mehr Zeit sich dafür nähme.

Auch die Musen, Nymphen und Gorgonen

Ließen sich von ihm entlohnen

Dafür, dass beim Wahlvorhaben

Sie ihm ihre Stimme gaben.

Die meisten Götter schon seit Wochen

Hat Tag für Tag er dreist bestochen.

Dass sie ihm bei der Stange blieben

Bot er ihnen listdurchtrieben,

Im Olymp falls er gewann,

Die lukrativsten Posten an.

Er kannte alle Wahlkampftricks

Und er handhabte sie fix.

Ja der Kronide wusste wie

Funktioniert Demokratie.

Gekauft auch Ares. Seine Stimme,

Das war am Wahlkampfe das Schlimme,

Kam reichlich teuer ihm zu stehen.

Neue Waffen wollt er sehen.

Zeus ging auf die Forderung ein.

Er wollt gewählt ja wieder sein.

Hephaistos und auch das war Schmu,

Schob er dafür den Auftrag zu.

„Das kostet dich“ sprach der zum Vater

Hundert Minen nicht nur Stater“.

Dabei hielt er um nichts verlegen

Gott Zeus die hohle Hand entgegen

Und lächelte. „Wie jeder weiß

Hat alles heute seinen Preis“.

Er hat was er verlangt bekommen

Und ohne Scheu es angenommen.

Danach ins Fäustchen sich gelacht

Und die Waffen schnell gemacht.

Auch Eros, Perseus, Bellerophon,

Demeter, Artemis und Jason

Waren längst von Zeus geschmiert.

Dass die Wahl er nicht verliert

Hatte, divide et impera,

Gold geschenkt er Helena.

Er wusste dass sie Reichtum liebt.

Dass sie ihm ihre Stimme gibt

Das stand fest, so dachte er.

Doch Helena die wollt noch mehr.

Schmuck, Anerkennung, goldene Roben.

Sie wollte endlich ganz nach oben.

„Welch ein Gott welch ausgekochter

Ist er“ so dachte Helena.

„Doch schließlich bin ich seine Tochter.

Er schuldet es mir und Mama

Dass nach dem Wahlsieg er zum Lohn

Mit mir teilt den Götterthron.

Was will er denn mit Hera noch.

Die bringt doch nichts mehr in der Nacht.

Für Zeus wär eine jüngere doch

Wirklich langsam angebracht.

Und außerdem bei seiner Alten

Werden mehr und mehr die Falten.

Die alte Schachtel auf dem Thron

Ist wirklich keine Attraktion.

Zeus ist doch kein Dummerjan.

Eine jüngere muss ran

Um den Alten zu beleben

Und ihm neuen Schwung zu geben.

Hera, so ihr Resümee

Schadet seinem Renommee.

Er braucht frisches Blut um sich.

Etwa eine so wie ich.

Ein Weib das neu ihn inspiriert

Und hundert Söhne Ihm gebiert.

Eine Schönheit muss dort hin,

An seine Seite auf den Thron.

Eine so wie ich es bin“.

Soweit Helenas Vision.

Wir sehen Zeus hatte das Feld

Für seine Wiederwahl bestellt.

Selbst des Bruders Gattin Persephone,

Die im Totenreich die Krone

Teilte mit Hades dem Gemahl,

Hatte bestochen er zwecks Wahl.

Auch Äskulap und Aphrodite

Waren gekauft. Die halbe Miete

Hatte Zeus, die Macht zu wahren,

So schien es, bereits eingefahren.

Siegessicher kollegial

Stand er vorn im Wahllokal

Und gab den Wählern seinen Rat:

„Ich habe dazu das Mandat

Euch den Wahlschein zu erklären“

Rief der durchtriebene Filou

Laut durch den Saal, den Wählern zu.

Die Götter ließen ihn gewähren

Und so fuhr er weiter fort:

„Macht euer Kreuz am Besten dort

Diskret gleich hinter meinem Namen

Ins Kästchen mit dem schwarzen Rahmen.

Dann faltet ihr den Schein zweimal

Und steckt ihn lotrecht, vertikal,

Dass sich nicht öffnet das Papier,

Durch diesen Schlitz der Urne hier.

Wenn ihr alle habt gewählt

Wird die Sache ausgezählt.

Keine Angst das mach ich schon.

Nach guter alter Tradition

Wird der Sieger dann gekürt

Und zu seinem Thron geführt“.

Die Götter staunten. Was er sagte

War allen klar. Nur einer fragte.

Bacchus, vom Alkohol benommen

Hatte nicht alles mitbekommen.

„Und wann bekomm ich mein Fass“?

Lallte er. Zeus wurde blass.

In Geistesgegenwart jedoch

Sprach er: „Ach ja, das eine noch.

Der Wahlsieger gibt einen aus“!

Auf diesen Satz folgte Applaus.

Danach endlich wurd‘ gewählt.

-----

Wer, nachdem die Stimmen waren ausgezählt,

Die Wahl im Olymp gewonnen hat

Das steht auf einem andern Blatt.

wird fortgesetzt

Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als einhundertfünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 15.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.