Donnerstag, 22. Oktober 2015

Bei Hofe

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 40 - 10
Bei Hofe

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 Pausbacks Seeschloss unterdessen,
Weil der Hofmarschall war fort,
Und keiner drauf geachtet hat
Was bei Hofe sich so tat,
Trieb mit den fürstlichen Mätressen
Die Dienerschaft nun Ausgleichssport.

Es wurde getrunken und gesungen
Und das Tanzbein froh geschwungen,
Wie es sonst der Dienerschar
Vom Hofmarschall verboten war.

Weil keiner da war, der das rügte,
Fürstlich man sich nun vergnügte.

Selbst das Küchenpersonal
Tanzte mit im großen Saal,
Wo sonst nur der hoch verehrte
Adel aus Pausbacks Reich verkehrte.

Die Wache konnte kaum was tun
Um die Sache zu beenden.
Anstatt Mahnworte zu verschwenden
Machte selber sie mit nun.

Auch der Kerkermeister sah
Nicht so gern was da geschah.
Mit der Knarre in der Hand
Stand er an der Tanzsaalwand
Und hat dar zornig losgeplärrt
"Hört auf, das schickt sich nicht bei Hofe!"


Da hat der Koch ihn eingesperrt
Und tanzte mit der Zofe
Ungestört gar froh und heiter,
Wie zuvor schon, wieder weiter.


In allen Zimmern ging's nun rund.
Man tanzte sich die Füße wund.

Die Baroness von Quakenbrück
Versuchte beim Stallknecht Quarr ihr Glück,
Indem überhäufend ihn mit Lob
Sie tanzend ihn zur Stallung schob.


"Hier", sprach sie zu ihm im Dunkeln,
Und führte ihn zum Rosstränkkübel.
"Lässt es sich bestimmt gut munkeln."

Der Stallknecht tat zwar überrascht
Doch er dachte "Gar nicht übel!"
Im Dunkel, eh sie sich's versah,
Kam er ihr von hinten nah.


Dreimal hat er sie vernascht.
Dann quakte zufrieden er zu ihr,
"Es war gar nicht schlecht mit dir.
Das hätt' ich dir nicht zugetraut.
Du bist fürwahr 'ne heiße Braut!
Noch keine hat mich so verführt.
Wohl dem der dich zum Weib erkürt."

***

So manches Paar, verliebt im Glück
Und von Tanze angefacht,
Zog in den Stall sich nun zurück
Und hat es den beiden nachgemacht.

Die Liebestechniken dabei
Waren gekonnt ganz zweifelsfrei.

Von vorne, liegend, Bauch an Bauch,
So wie beim Manntier es ist Brauch,
Nahm Graf Hucks die Küchenmagd,
Was jener hat recht gut behagt.


"Ach bitte", sprach sie höchst intim,
Als er fertig war, zu ihm,
"Mache es mir doch noch einmal.
Gut grinste er, "Du hast die Wahl."


Da drehte sie sich ganz fix um.
Der Graf wusste genau warum,
Und hat was nun war angebracht,.
Der Magd, wie sie es wollt, gemacht.

***

Noch dreister als die Küchenmagd
War Gräfin Hopps. Ganz ungefragt
Zog im Palast sie auf dem Flur
Den Kutscher gar zum Beischlafzwecke,
In die nicht grade helle Ecke
Unter Pausbacks Sonnenuhr.


Dort legte sie die Kleidung ab,
Wonach sie ihm ihr Bestes gab.
Er hat es gern genommen.
Und ihr ist es bekommen.

***

Der Gärtner, aufgegeilt beim Tanze,
Triebs im Gewächshaus mir 'ner Schranze,
Die bei Hof ganz offenbar
Länger noch als er schon war.
Er hatte mit ihr manche Nacht
Einst im Frühbeet zugebracht
Und hat mit ihr ganz ungeniert
Nun  etwas Neues ausprobiert.

Das hatte beim Spazierengehen,
Er kürzlich erst am Teich gesehen.
Ein Manntiermann, im dichten Rohr
Nahm so sein Manntierweib sich vor.


So wie es machten einst die zwei,
Bei ihrer Schilf-Natur-Romanze,
Tat es der Gärtner mit der Schranze
Und beide quakten froh dabei.

***

Quix, der Hausmeister, ein schneller
Frosch in Sachen Sex und Liebe,
Kümmerte im Kartoffelkeller
Sich um die sexuellen Triebe
Von zwei adeligen Damen,
Die deshalb in den Keller kamen
Weil sie wussten dass man hier
Gut bedient wurd mit Pläsier.


Der Hauswart kannte manchen Kniff.
Und wenn mal etwas nicht so wollte,
Wie es funktionieren sollte,
Gar geschickt, mit schnellem Griff,
Er die Sache korrigierte,
Damit sie wieder funktionierte.


Freifrau von Huppe und Gräfin Tutz
Machten sich die Handwerkskunst
Von Meister Hüpfig gern zu nutz.
Und jener genoss dabei die Gunst,
Die ihm die zwei entgegenbrachten.

Bereitwillig die Damen machten
Was er vorschlug. Alle drei
Hatten ihren Spaß dabei.


***

"Das ist der reinste Sündenpfuhl"
Dacht der apostolische Protonotar
Der zu Hofe geladen war.
Doch als den hochwürdigsten Herrn Froschprälat
Die Putzfrau um den Gefallen bat
Ihr zuliebe solch schöne Sachen,
Mit ihm doch auch mal mitzumachen
Griff er zu und fand es cool.


Nachdem der dreiste Nimmersatte,
Mit der Putze zweimal gesündigt hatte,
Ging er gleich zum Kardinal
Um seiner schweren Sünde wegen,
So wie er's machte jedes Mal,
Sofort die Beichte abzulegen.
"Hochwürdigste Eminenz, ich bitte dich
Und bekenn als Sünder mich!"
So grinste er den andern an,
Und fuhr fort in trauter Stille,
"Ich hab es wieder mal getan.
Du weißt es ja selbst als guter Christ,
Wie stark das nackt Fleisch oft ist
Und wie schwach der Wille."


"Ist ja gut", sprach der "mein Sohn;
Ich hoffe dass, was du gemacht,
Hat ordentlich dir Spaß gebracht.
Hier hast du die Absolution!"


***

Wie es bei Hofe weitergeht
In der nächsten Folge steht

wird fortgesetzt




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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.