Dienstag, 20. Oktober 2015

Der Froschmäusekrieg

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 40 - 8
Bei Hofe

er 

Rest der Garde, arg verdattert,
Wurde von ihm neu vergattert.

"Pat, Pog, Tuds und Hops ihr vier,
Bewacht das Führerhauptquartier,
Damit es keiner Maus gelingt
Dass sie ins Lagezimmer dringt,
Wo die Generalität,
Über die Lage sich berät
Und gerade für die Schlacht
Einen neuen Schlachtplan macht."


Die vier haben kurz salutiert,
So wie sie stets zu tun es pflogen
Und wie man's tun muss als Soldat
Den man grad vergattert hat.
Und dann sind sie schon losmarschiert
Und auf Wache aufgezogen.

Die nächsten vier, er sich beeilte,
Zum Streifendienste er einteilte,


Es waren Unk, Uz, Schab und Poch.
Neun blieben übrig ihm dann noch.

***
"Poggerisch und Quadux ihr,
Steht vor dem Haupteingang Spalier
Und achtet drauf, dass keine Maus
Eindringen kann in Pausbacks Haus.


Ihr steht dort stramm, wie es sich frommt,
Wenn einer der Herrn Offiziere
Oder der Froschherrschaften kommt.
Von Fremden verlangt ihr die Papiere,
Nicht dass als Frosch getarnt 'ne Maus,
Wie dereinst nochmals gibt sich aus,
Als dem Bannerträger sie
Die Fahne klaute vis a vis
Von Pausbacks Sommerresidenz.


Ihr wisst ja, was als Konsequenz
Der König hatte unverhohlen
Der Wache damals anbefohlen.

Der arme Frosch, der Uitschke hieß,
(Dissertation zum Deutschen Wortatlas, Frosch,
Ursula Wiepen, Marburg 1945, Seite 118)
Saß wochenlang einst im Verließ,
Wo eingelocht er so lang darb,
Bis abgemagert zum Skelett,
Er an Durst und Hunger starb."




Dann wandte er in aller Ruh
Sich den nächsten fünfen zu.

"Ihr passt auf, dass kein Gefrett,
Während ich weg bin, im Geviert
Von Pausbacks Seepalast passiert.

  
Und gebt mir auf die Weiber Acht,
Das keine von denen Unfug macht.
Und achtet mir auf den Lakaien!
Auf den müsst ihr besonders sehen,
Denn dem kann keine widerstehen!
Sogar die allerfeinsten Damen,
Mit dem vor - und zu im Namen,
Bis zur Köchin und zur Zofe,
Sind sicher nicht vor ihm bei Hofe!"

***

Dann kam er zu den letzten zweien.
Schottser  und Hüpperde, ihr zwei,
(Ursula Wiepen, S. 113/60)
Ich stell euch extra dafür frei,
Bewacht die Maus auf Zimmer sieben.
Mäusli ist ihr werter Name.


Sie ist eine Edeldame
Und eine Frau fürwahr zum Lieben.
Sie ist des Königs Sonnenschein
Und wird nach dem Krieg, im Frieden,
Wenn er von Nasstrud ist geschieden,
Vermutlich seine Gattin sein."

"Sie darf sich im Schlosse frei bewegen!"
"Doch", so fügte er spontan
Sofort, ums klarzustellen an:
"Nur im Schutze eurer Degen!"

"Gebt Acht, dass ihr klein Leid geschieht
Wenn sie sich im Haus umsieht
Und haltet Kummer von ihr fern.
Der König hat die Kleine gern.
Er ist total in sie verschossen
Und hat sie in sein Herz geschlossen
Als wäre sie sein Töchterlein.
"Würde ihr etwas passieren,
Dann würde er euch massakrieren
Und mich vermutlich obendrein!"

"Deshalb bewacht in Akribie,
Ich bitt euch, wenn ich fort bin, sie!"

Als Wachlokal wies er spontan
Den beiden das Nebenzimmer an.

"Dort wohnt die Zofe zwar seit heut",
Sprach grinsend er, "im Konkubinat.
Doch die ist sicherlich erfreut,
Wenn sie etwas Gesellschaft hat."

"Quartiert euch ruhig ein bei ihr
Und grüßt die Maus recht schön von mir.
Ich werde sie vermissen!
Doch das lasst sie nicht wissen!"

"Ich wünsch euch eine gute Wache.
Wachdienst, denkt daran, ist Ehrensache!"

***

Wie die Sache weitergeht
In der nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt



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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.