Montag, 19. Oktober 2015

Der Froschmäusekrieg

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 40 - 7
Bei Hofe

anach 

ging er zu seinem Sohn
Und fluchte, "Was bist du verderbt.
Du kommst mir nicht auf meinen Thron !"
Schrie er und hat ihn zornig angeblickt.

Danach hat er ihn gleich enterbt
Und ihn an die Front geschickt,
Wo er für das Vaterland
Bald danach sein Ende fand.

***
Als der König es erfuhr,
Er hatte just grad wenig Zeit,
Denn er musste ja regieren,
Wenn mit den Mäusen er im Streit,
Gewinnen wollt und nicht verlieren,
Sagte "Pech gehabt" er nur
Und ist zu seinem Thron gegangen
Um den Herold zu empfangen
Den man ihm gemeldet hatte.

***

"Mein Name ist Rattus von der Ratte",
Sprach der und hob die Hand zum Gruß.

  
"Bück dich und küsse mir den Fuß.
Das ist bei Hofe hier so Mode,
Nicht erst seit meiner Amtsperiode,"
Fuhr ihn mit lautem Sprachorgan,
Der Herrscher auf dem Throne an,
"Und dann berichte sorgsam mir,
Was aufgetragen wurde dir."

Nachdem der Bote dienstbereit,
Geküsst in Unterwürfigkeit,
Hatte Pausbacks kalten Fuß,
Sprach er, "Troxartes schickt dir einen Gruß
Und lässt dir sagen, dass sein Heer
Ist aufmarschiert zur letzten Schlacht,
Und dass auf dem Feld am Unkenmeer
Er deiner Armee den Garaus macht,
Wenn sie es wagt uns anzugreifen."

Und weiter ohne abzuschweifen,
Fuhr der graue Herold fort,
"Ich soll deine Rückantwort
Meinem König überbringen!"

***
"Sage ihm vor allen Dingen",
Erwiderte Pausback da im Zorn,
"Dass ich komm und in der Sache
Seiner Tochter nehme Rache,
Die er in einer Gräueltat,
Vor ihrer Mama geschändet hat.
Das Kind ist nun mein Lebensborn!"

"Ich bitte dich, ihm kund zu tun,
Dass sie bei mir im Schloss wohnt nun.
Sie hat mir neuen Mut gegeben!
Aus diesem kühlen Grunde eben,
Und weil's für den Frieden ist vonnöten,
Werd ich den alten Dreckskerl töten."

"Sag ihm, ich bitt mir für den Strauß
Einen Kampf zu Rosse aus.
Rex gegen Rex soll es geschehen!
Beide Heere sollen sehen,
Wenn wir streiten mit Schneid und List,
Wer von uns der Bessre ist."
"Wer den andern umbringt der
Übernimmt des toten Kämpfers Heer.
Und dem gebührt nach seinem Sieg,
Zu führen die Völker nach dem Krieg,
Um sie am Ende zu vereinen."

"Nur mir, das sag ihm und den Seinen,
Wird die Ehre einst gebühren,
Beide Völker anzuführen!"

"Erkläre ihm, dass unser Gott,
Für den seinen kennt nur Spott,
Und dass meiner mir an meiner Seite
Beisteh'n wird in unserm Streite."

"Und nun verschwinde und sieh zu
Das übermittelst an ihn du,
Was ich dir habe aufgetragen.
Und vergiss nicht ihm zu sagen,
Dass fortan um seine Tochter ich
Ganz allein nur kümmre mich,
Und dass ich sie zur Fürstin küre,
Bevor ich zum Altar sie führe!"

***

Als der Herold gegangen war,
Rief Pausback nach dem Hofmarschall.


"Uns droht", sprach er, "ein Überfall"
Und dann hat er ihn dienstverpflichtet.

"Nimm von der Wache dir ein paar
Tapfre Gardisten, zu erkunden
Wo die Mäuse-Vagabunden
Ihr Lager haben eingerichtet."

"Wenn ihr sie findet, dann schickt mir
Eine Depesche per Kurier,
Damit ich reagieren kann,
Falls sie tatsächlich greifen an."

***

Der Hofmarschall, ohn' erst zu klagen,
Tat was ihm ward aufgetragen.

Aus Pausbacks Garderegiment
Stellte aus jungen, feschen, strammen
Gardisten mit Offizierspatent,
Zwei Spähtrupps er sogleich zusammen.

Beefeater, dem Froschmajor
Aus König Pausbacks Garde-Korps,
Dem mit der reinen grünen Haut,
Hat Trupp eins er anvertraut.


Den Zweiten Trupp wollt selbst er führen.

"Den Gegner heißt es aufzuspüren!"
Befahl er schlicht und grad heraus.
Dann gab er die Parole aus.

"Hurra, Hurra, tut eure Pflicht,
Meckern gib es bei mir nicht!"

***

Wie die Sache weitergeht
In der nächsten Folge steht

wird fortgesetzt








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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.