Mittwoch, 16. August 2017

Die Muse und der Dichterling

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 47 - 95
Die Muse und der Dichterling
Buch I

Auf Spurensuche
 - Teil 50 -

"Wir haben viel herausgefunden,
Dem Reichsgott Amun auf der Spur,
Über den einst so populären Frosch!
Doch leider von Jesus und den Seinen nur
Nicht mehr als jene synoptischen Geschichten,
Die die Apostel schon berichten,"
Gab, ohne dass er erst lang Phrasen drosch,
Der Autor zu, ganz unumwunden.

"Aber", so fügte er spontan,
Er tat sich dabei sichtlich schwer,
Die Schultern zuckend, relativierend an,
"Greifbar sind beide heut nicht mehr!"

"Ihre Spuren sind zu gut verwischt!"

"Deshalb, denke ich, aus meiner Sicht,
Sollten wir es dabei lassen!"

"Mehr zu finden gibt's hier nicht!"

"Sollen sich jüngre nun mit dem befassen,
Was wir für sie aufgetischt,
Damit sie sich dran laben,
In dieser Sache haben!"

Zustimmend nickend, die andern zwei,
Pflichteten dem Vorschlag bei.

"Wir haben unsre Pflicht getan!"
Sprach darauf der Dichterling
Indem er zum Tempelwächter ging,
Um dem Alten Dank zu sagen.

"Sie haben sehr viel dazu beigetragen,"
So sprach er zu ihm dienstbeflissen,
"Dass wir jetzt so vieles wissen,
Über Amun und den Neuen."

"Jetzt sind die andern erst mal dran!"
Ergänzte er und sah Maxima die Muse an,
Als er ohne jedes Weh und Ach,
Dann ruhig und gelassen weiter sprach:

"Dass auch junge Leute sich nicht scheuen,
Anstatt sich schlicht nur anzupassen,
Sich mit dem Thema zu befassen,"
So gab er den andern zu verstehen,
"Kann man im Netz heut recht gut sehen!"

Dabei öffnete auf seinem Smartphone er
Ein paar Bilder. "Hier, seht her,"
Rief er und hielt das Handy hoch,
Um anhand von Online-Bildern,
Die Situation nun so zu schildern,
Wie sie im Netz ganz offenbar,
Rund um den Globus derzeit war.




 








 
































"Es gibt viele, viele davon noch!"
Unter Frosch und Pepe findet ihr,
Was wir vergebens suchten hier!"

"Ja, mir scheint die jungen Leute,"
Hakte der Autor nochmals ein,
"Warum sollt es auch anders sein,
Suchen, so wie wir noch heute
Es hier im hohen Alter tun,
Nach den Spuren von Amun,
Der hier am Nil, in Theben,
Sich selbst schuf und alles Leben."
Amun entstand aus sich selbst und stand an der Spitze
 der Achtheit von Hermopolis. Er begab sich wie Re in
 den Himmel, erschuf Götter und Menschen und ordnete
die Welt. Auf dem Urhügel gründete er die erste Stadt Theben,
nach deren Vorbild alle anderen Städte gebaut wurden.

"Dass Jesus, als er hierher kam,"
So fuhr mit jedem Wort
Überzeugend süffisant,
Er noch einmal erklärend fort,
"Ihn später sich zum Vorbild nahm,
Ist heute hinreichend bekannt!"

"Er stellte sich selbst als einer dar
Die friedfertig wie Amun war."

"Mancher deshalb wie einst Bosch,
Erlaubt sich heut noch seinen Spott,
Online mit ihm, dem neuen Gott,
Und zeichnet ihn als Frosch,
So wie dereinst ganz offenbar
Der Schöpfer selber einer war."

Weiterführende Literatur siehe hier, hier, hier und hier
 
"Man treibt feinsinnig sublim,
Doch manchmal nicht gerade fein,
Ohne vor ihm bang zu sein,
Sogar Schabernack mit ihm."

"Ja", erwiderte ihm der Dichter drauf,
Und hat ihn dabei angelacht.
"Die Götter allesamt im Zeitenlauf,
Haben den Respekt verloren
Der ihnen war einst zugedacht."

Vom Schicksal und den Genen,
So wie wir drei sind auserkoren,
Denker und Dichter alles tun,
Um zu vermitteln dies auch jenen,
Welche seelisch hart gesotten,
Amun immer noch verspotten."


Statt dessen wär' es angebracht,
Sich zu besinnen auf die Acht,
Die uns all so akkurat,
Wie wir drei es sind, erschaffen hat."

***

Da haben alle froh gelacht
Und sich auf den Weg gemacht,
Zurück zum Schiff um sich dann dort,
Am Nil an dessen Abfahrtsort,
Für alle unabänderlich,
Doch sie mussten es ertragen,
Weil ihre Wege trennten sich,
Traurige Herzens tschüß zu sagen.

Hüppauf ist an Bord geblieben.
Er wollte ja weiter bis zum Katarakt.

"Macht es gut ihr Lieben,
Wir sehen uns wieder, sicherlich."
Rief er den andern lauthals zu,
Indem er beide Arme winkend hob,
Als die alte "Sudan" sich
Ratternd langsam stromauf schob.

Der Dichterling, gar schwer bepackt,
Nahm seine hübsche Muse in den Arm
Und sprach traurig voller Harm,
Mit einer Trän im Aug zu ihr:


"Es war wunderschön mit Dir!
Machs gut mein Mädchen, tschüß bis dann,
Wir sehn' uns wieder irgendwann.
Ich brauche dringend Urlaub jetzt,
Doch einen andern als zuletzt,
Als wir nach alten Spuren schauten
Und dabei Krötenzäune bauten."

"Drum reit ich durch die Wüste quer
 Nach Osten nun ans Rote Meer,
Das mein ich ernst, ganz ohne Faxen,
Um dort ein wenig zu relaxen."

Die Muse hat nicht nachgefragt
Sondern nur "leb wohl " gesagt,
Und entschwebte, ihre Pflicht zu tun
In den Olympos zu Amun,
Um den ins Amt dort einzuführen
Und zum Alleinherrscher zu küren.

Ob sie das auch verwirklicht hat,
Steht auf einem andern Blatt.

***


Ihre Tränen im Fluge still vergossen,

Fielen als Regen auf die Erde,
Auf  dass die Wüste fruchtbar werde
Und in ihr rote Rosen sprossen.


***

Wie die Sache weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt




Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als einhundertfünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 15.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.