Donnerstag, 15. Oktober 2015

Der Froschmäusekrieg

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 40 - 3
Bei Hofe

n

 seiner Wut griff er die Maus
Am Schwanze sich mit starker Hand
Und zog sie aus dem Bett heraus.

Als völlig nackt sie vor ihm stand,
Sah er im Lichterwiderglanze
Das Knöpfchen hinter ihrem Ohr.


"Mein Gott", dacht er, "das ist 'ne Wanze.
Ach was bin ich für ein Thor."

Schlagartig wurde klar ihm jetzt,
Dass sie auf ihn war angesetzt,
Von seinen Feinden, zu erkunden
Wie im Froschpalast die Lage
War an jenem Nachmittage.

Nun hat er nur noch Hass empfunden.

"Du kommst mit deinem Knopf im Ohr
Dir wohl  mir überlegen vor"
Sprach er und rief  nach einer Schranze
Die entfernen sollt die Wanze.

Dann ließ er die Wache kommen.
Das dreiste Weib wurd festgenommen
Und von zehn Fröschen streng bewacht
Zur Folter ins Verlies gebracht.

 ***

Gefesselt lag sie rank und schlank
Vor Pausback auf der Folterbank
Als der, indem er lautstark fluchte,
Im Keller später sie besuchte.

"Ich foltere aus dir heraus",
Quakte er knapp und lapidar,
Mit scheelem Seitenblick zur Maus,
"Wer dein Auftraggeber war
Und was als Lohn er dafür gab,
Bei mir und den andern hohen Tieren
Bei Hofe so dreist zu spionieren!"


"Ich werde schweigen wie ein Grab!"
Hielt die Spionin gar verwegen,
Ihm in ihrem Trotz entgegen.

"Abwarten", sprach er da zu ihr
Und gab dem Folterknechte flink
Mit seinem Finger einen Wink.

"Du überlegst es sicher dir.
Wenn erst einmal die Daumenschrauben
Sich in deine Krallen drehen
Und den Verstand vor Schmerz dir rauben,
Wird dir dein Schweigen schnell vergehen.

Ich werde dich zum Reden bringen!
Du wirst so wie in Vöglein singen,
Wenn erst, wozu sie bestens taugen,
Glühende Kohlen deine Augen
Dir aus ihren Höhlen brennen.
Dann wirst du den Schuft  mir nennen,
Der den Befehl dir hat gegeben,
Mir zu trachten nach dem Leben."

"Ich werde dir die Zunge lösen!"
Fuhr fort er Angst ihr einzuflößen.

"Ich kürze deinen Schwanz zum Strunk.
Wenn das nicht hilft, mein Schwedentrunk,
Brachte bisher, glaub mir jeden
Gefangenen von euch zum Reden.

Ich lass dich Durst und Hunger leiden
Und beide Ohren dir abschneiden.
Ich werd den Folterknechten sagen,
Dass sie ans Rad dich sollen schlagen.

Ach, mein Mäuschen glaube mir,
Die prügeln es heraus aus dir,
Wer dich beauftragt hat dazu,
Mir so übel mitzuspielen.

Meine Männer kennen kein Tabu,
Du siehst ja wie sie nach dir schielen.

Sie werden mit dem Eisenhammer
Gern hier in der Folterkammer,
Die so lang auf die Finger hauen,
Dass dir vergeht das Nagelkauen.

Du wirst mir seinen Namen nennen,
Sonst lass ich dir das Fell verbrennen
Und dir, du weißt, du kannst nicht fliehen,
Danach die Zehennägel ziehen.

Ich lass dich unter Starkstrom setzen
Und die Hunde auf dich hetzen
Wie Lynndie das Soldatenweib
Es folternd tat in Abu Ghraib."





"Du bleibst so lang im Folterkeller",
Schrie der grüner Fragesteller
Die Maus an, welche rank und schlank,
Vor ihm lag auf der Folterbank,
Bis du, ich weiß dass du ihn kennst,
Mir von dem Schuft den Namen nennst,
Der dich zu dieser Übeltat
Von eurem Volk beauftragt hat."

Und dann hat er gar verroht,
Zu schänden sie, ihr angedroht.

Er drohte gar, sie anzuleinen,
So wie in Abu Ghraib US-Soldaten
Mit den Gefangenen dort taten
Um durch die Flure sie zu schleifen."

Da begann sie zu begreifen
Dass ihre Lage offenbar,
So inhaftiert nicht rosig war.

Und dann fing sie an zu weinen.

***

Wie die Sache weitergeht
In der nächsten Folge steht

***

wird fortgesetzt

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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.