Posts mit dem Label Frosch und Kröte in der Kunst; Hieronymus Bosch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Frosch und Kröte in der Kunst; Hieronymus Bosch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 8. Mai 2013

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 18-13
- Frosch und Kröte in der Kunst -

Hieronymus Bosch

- Die Hochzeit des Frosches -

Da fühlten alle sich geehrt
Und hörten ihr begeistert zu.
Drum hat Maria sie im Nu
Weiter über Bosch belehrt.

"Auf dem Antonius - Triptychon,
Und zwar im Innenflügel rechts,
Jesus sprach bereits davon,
Zwecks Erneuerung des Froschgeschlechts,
Stellt Hieronymus, der wohl ein Ketzer war,
Im Öl gemalt einen Begattungsakt
Zwischen Frosch  und Jungfrau dar.
Beide sieht man deshalb nackt.


Antonius rechts im Bildgeschehen
Kann man beim Bibelstudium sehen.
Er, der ein Ägypter war
Und deshalb den Sieben-Eins-Code kannte
(der Geburtstag des Heiligen ist der 17. 1)
Auch in der Bibel-Variante,
Hat einen Wachtraum offenbar
In welchem, was im Bild geschieht,
Er träumend mit offenen Augen sieht.

Was simultan ist dargestellt
Hat Fraenger für uns aufgehellt.
Aristoquakes der Filou,
Gab später seinen Senf dazu,
So dass ich euch, was man dort sieht
Kunsthistorisch nun erklären kann.

Ich fange mit der Jungfer an:
Was mit mir im Bild geschieht,
Nur Antonius hat's  gesehen,
Ist vor mir Isis nur geschehen.
In einer alten, hohlen Weide,
Die rechte Hand an ihrer Scheide,



Betrachtet die Jungfer aus der Ferne
Was sie hätte just so gerne.
Der Frosch indes im Lotusbett,
Was er nicht hat, doch gerne hätt',
Aber es nicht haben kann
Weil er ein Frosch ist und kein Mann,
Lässt er sich in Promiskuität
Und tierischer Obszönität,
Ohn' jegliche Verlegenheit,
In seiner Zweigeschlechtlichkeit,
Von der alten und verruchten
Göttin Hekate befruchten.

(siehe Barbetta S. 184. Was Bosch durch die Vertikalspaltung
sinnfällig symbolisiert, indem die Genitalien des Frosches in
der genauen Achse des herab rinnenden Weines liegen)

Der symbolische Begattungsakt
Ohne Ehestandskontrakt
Mit der Alten ist ein Vorspiel nur
Für die weitere Prozedur.

Doch der Sexualverkehr
Mit einer die's mit ihm will treiben,
Aber dabei möcht Jungfer bleiben,
Ist nicht leicht, nein eher schwer!

Der Frosch in seiner Androgynie,
Auf dass er sie begatte,
Wusste indessen genau wie
Er das zu machen hatte.

Ganz nach seiner Froschnatur,
In Fernzeugung per Eierschnur,
Wohnt der Frosch der Jungfer bei.
Die platziert geschickt ein Ei
Welches sie sich von dort nahm
Wollüstig und bauernschlau
Mit dem Finger ganz genau,
In der jungfräulichen Scham.

Im Bild die Sexualmagie
Hat funktioniert auch irgendwie.
Das kann im Simultangeschehen
Man im Bilde unten sehen.


Auch Antonius, der heilige Mann
Schaut staunend sich die Sache an.
Dort, wohin er seinen Blick fixiert,
Die Frucht der Sünde inkarniert.
Das Mysterium als Dekor


Kriecht unterm Tischtuch grad hervor.
Als ob er Amun selbst gar sei,
Scheint er zu quaken nebenbei.

Antonius konnte es kaum glauben."

"Was sich die Künstler heut erlauben"
Polterte wütend Petrus los,
"Ist schändlich, geschmacklos, dubios.
Das ganze verfluchte Triptychon
Zielt gegen uns're Religion!"

"Ich schäme mich," so sprach er dann
Und sah dabei Maria an.
"Hekate und du in einem Bild!"

Man sah, er war fuchsteufelswild
Als er zornig weiterfluchte.
"Der gottlose Schurke, der verfluchte,
Holländische Pinselschwinger Bosch,
Malt dich am End gar noch als Frosch,
Jetzt blickte er zu Jesus hin.
Das ist vom Ende der Beginn!"

"Ach was" hat da der Herr gelacht.
"Ich hab mir nie was draus gemacht
Wenn man mich gelegentlich
Mit dem Amun-Frosch verglich.
Sogar auf meiner Umhangbrosche,
In seinem Ecce Homo - Bild,
Malte Bosch ein Bild vom Frosche.



Auch kenne ich aus Holz des Schild,
Das Bosch in meiner schwersten Stunde,
Mir unterm Kreuz voraus lässt tragen..
Es zeigt einen toten Frosch
Mit einer grässlich breiten Gosch."

Da fragte einer in der Runde:
"Was will der Maler damit sagen?"
Worauf der Herr gelassen sprach:
"Ich folge jenem Frosche nach,
Weil sie den am Besten kannten,
Den die Ägypter Amun nannten.

Wie ich, so einst Hieronymus
Die Sache gesehen haben muss.
Sein gesamtes Werk, da war er eigen,
Sollte den Synkretismus zeigen,
Der, als das Christentum entstand,
Sich mit dem Nilfroschkult verband.
Ich find, der Holländer hat ehrlich,
Was in punkto Glauben ist unentbehrlich,
Auch wenn es der Kirche nicht gefällt,
Die Wahrheit in Bildern dargestellt,
So wie er sie gar lebensnah
Im tiefen Mittelalter sah.

Die Päpste und die Obrigkeit,
Vor Dummheiten noch nie gefeit,
Obwohl sie wussten, was Sache war,
Haben die Völker angelogen,
Für dumm verkauft und arg betrogen.
Der Papst, er gilt als unfehlbar,
Ließ in seinen Dogma - Nöten
Die eigenen Glaubensbrüder töten.
Tausende durch seine Macht
Wurden damals umgebracht,
Weil sie nicht, so wie sie sollten,
Einfach alles glauben wollten,
Was der Klerus als Diktat
Ihnen eingetrichtert hat.

Ach was war das ein Gezeter,
Als in Rom meine Stellvertreter,
Mit seinen Schergen und Inquisitoren
Mordeten gar unverfroren.

Wie sooft zuvor dort schon
Saßen Verbrecher auf meinem Thron,
Den du Petrus vor langer Zeit
Als erster hattest mir geweiht.

Meine Lehre offenbar
War den Brüdern dort nicht klar.
Gregor und auch Innozenz
In dümmlicher Inkonsequenz,
Haben was ich hab einst gelehrt,
Ins Gegenteil gar schlimm verkehrt.

Es war eine arge Zeit!"

Nach einer kurzen Atempause
Sprach er:  "In aller Offenheit,
Ihr wisst, ich bin ein Kunstbanause;
Interessier mich für Geschichte mehr.
Deshalb abschließend, Bosch zur Ehr:
Hebt das Glas, stoßt auf ihn an.
Er war gewiss ein kluger Mann.
Er hat der Welt ein Werk beschert
Das wahrlich ist sehr rühmenswert."

So lautete auf ihn sein Toast
Und er endete mit "Prost."

 Währen man den Obstler trank
Sprach Timotheus den Dank
An Jesus und seine Mutter aus:
"Wir danken euch, dass ihr uns Bosch
Nahe gebracht habt und den Frosch
Welcher in seinen Bildern steckt
Und was der Grüne dort bezweckt."

Und dann folgte der Applaus.


***

Im Werk des niederländischen Malers Hieronymus Bosch

gäbe es noch so manch weiteren Frosch zu entdecken.....

....wie diese unsere letzten vier....



.... Bildausschnitte zeigen



 Wir denken, dass es durchaus eine lohnenswerte Aufgabe für Kunsthistoriker und Religionswissenschaftler sein könnte, das von uns oben angerissene Thema noch einmal aufzugreifen um das was  hier humorvoll angedeutet haben, wissenschaftlich zu untersuchen und fundiert darzustellen

wird fortgesetzt

Sonntag, 5. Mai 2013


Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 18-12
- Frosch und Kröte in der Kunst -

Hieronymus Bosch

- Die Hochzeit zu Kana -
 - Jesus leicht beschwipst -


Die Seelen waren all'samt platt
Weil keine recht verstanden hatt'
Weshalb der Herr so wunderlich
In einer Art sprach über sich
Als wäre selbst er gar der Frosch
Den im Mittelalter Bosch
In seine Bilder hat gesetzt.
Mancher dacht bei sich gewagt
Und über dessen Red entsetzt,
Dass Jesus all das hat gesagt
Weil er selbst sich drüber klar,
Weshalb den Weg des Frosch's er nahm,
Bevor er in den Himmel kam,
Anscheinend selber noch nicht war.

"Nun schenkt mir schon den Obstler ein,"
Hat Jesus Petrus angemahnt
Und sich den Weg zu ihm gebahnt
Weil der während der Kunstdebatte
Den Branntweinkrug gehalten hatte.

"Gieß ruhig ein bisschen mehr mir ein,
Denn mich dürstet es gar sehr."
Fügte er sodann
Seinem Wunsch noch an.

"Ja, so ist's recht, nun gib schon her!"

Dann trank das volle Glas er ex.
Die Jünger staunten all perplex.

"Aaahh" schmatzte er, das Zeug ist gut,
Und nochmals , "Aaahh, wie wohl das tut."

"Ach schenk mir bitte noch mal nach."
Drauf flehend er zu Petrus sprach.

"Ja, so ist's gut, auf euer Wohl,
Und auf das meine, na dann Prost."

"Jesus, Bub, das ist kein Most,
Denk dran, das ist Alkohol:"
Hat die Mutter ihn ermahnt
Weil sie Schlimmes hat geahnt.

Sie hatte zuvor schon, als er sprach
Gemerkt, dass er nicht mehr ganz wach
Im Kopfe war und angetrunken,
Im Rausche er begann zu unken,
So als ob er selbst der Frosch
Wäre den gemalt hat Bosch.

Sie flüsterte ganz fix ihm zu:
"Gib Acht auf was hier redest du.
Du bringst uns noch in Teufels Küche."

"Ist Recht Mama, ich pass schon auf"
Erwiderte der Herr darauf
Und fügte leicht beschwipst, spontan
Sogleich des Folgende noch an:

" Das waren keine dummen Sprüche!
Die über Bosch ich von mir gab
Als ich sein Werk erklärt euch hab.
Es war der Heilige Geist der mir
Das alles suggerierte hier!"

Und dann sah er die Mutter an:
"Du warst ja heut noch gar nicht dran.
Du riskierst doch sonst von unsrer Sippe
Als erste meist 'ne große Lippe.
Also Mama, sei so gut
Beweis' auch heute deinen Mut
Und trag über den Frosch was vor.
Wir warten drauf und sind ganz Ohr!"

Und dann nahm er "Gluck, gluck, gluck"
Aus dem Kruge noch 'nen Schluck.


Maria sprach: "Zum Maler Bosch
Zurück noch mal in Sachen Frosch,
Möchte ich euch etwas sagen
Um es alldem nachzutragen
Was Jesus, in Sachen Kunst bewährt,
Uns dazu hat bereits erklärt."

"Das Gemälde "Die Hochzeit zu Kana,
Ihr erinnert euch, wir waren da..."
 
"Ja" hat ihr Sohn sogleich gelacht
Und fiel seiner Mama ins Wort.
Ich hab aus Wasser Wein gemach!"

"Genau" fuhr drauf die Mutter fort:
"Das wollt ich sagen, eben  jene
Deine erste Zauber-Szene,
Hat Bosch ohn' jeden Vorbehalt,
Gar wundersam in Öl gemalt.


Das Bild ist heute weltbekannt.
Im Vordergrund zeigt Bosch dein Wunder.
Im Hintergrunde, viel profunder,
Sieht man einen Hierophant
Vor einem Mysterienaltar.
Die Kultgeräte klipp und klar,
Weil allesamt sind heidnisch die,
Verdeutlichen die Häresie
Die der Priester dort betreibt.
Wenn man glaubt, was Fraenger schreibt,
Läuft in der Hintergrundkulisse,
Nach alter heidnischer Prämisse;
Eine Mondkultmesse ab
Auf der ein Frosch den Auftritt gab.

Der Frosch ist dort zwar nicht zu seh'n
Doch gibt uns Fraenger zu versteh'n,

Dass verschleiert am Altar,
Er sowohl zugegen war."

"Kurzum, die Sache dort ist die,"
So sprach die Heilige Marie:
"Ein Froschkrug auf dem Hochaltar
Stellt eindeutig den Götzen dar.


Der froschartig geformte Krug
Magischer Befruchtung diente,"
So Maria schüchtern griente.
"Doch damit", sprach sie, "nicht genug,.
Das Gegenstück, die Vagina
Auf dem Altar ist auch noch da.
Sie ist dem Götzen zugeneigt.
Der Priester mit dem Stocke zeigt,
Dass jene sich dort in der Tat
Empfangsbereit geöffnet hat.

Mit anderen Worten ausgedrückt:
Dem Maler Bosch ist es geglückt,
Das erkennt ihr sicher nun,
In seinem Bild uns kund zu tun,
Dass lange Zeit vor dir mein Sohn
Der Frosch als Schöpfergott galt schon.

Als ich mit Dir einst auf der Flucht
In Hermopolis hab Schutz gesucht,
Lernte ich jene Götter kennen,
Welche dort seit tausend Jahren
Regierten und älter noch als Jahwe waren.

Ich will ein paar dir davon nennen.
"Amun - Kuk - Huh - Heket - Nun."





"Wir hatten mit denen nichts zu tun,"
Erwähnte sie ganz nebenbei,
Als ob das für sie wichtig sei.

"Jahwe allein war unser Hort!"

Und dann fuhr im Text sie fort:

"Auch falls ich leeres Stroh nun drösche.
All die Götter waren Frösche."

"Ich weiß, sprach Jesus, "In den Jahren
Die wir einst in Ägypten waren"
Und dann hat er froh gelacht;
"Hab ich mich bekannt gemacht,
Ich war damals gerade drei,
Mit der Ägypter-Viecherei.
Ich kenn die ganze Hierarchie
Und auch die Frosch-Kosmogonie
Von Hermopolis ist mir vertraut.
Ich habe Chnum oft zugeschaut
Wie er im Ägypterreich
Menschen formte aus Heket's Laich!"


"Ja, ja" sprach seine Mutter da
Die den Steppke noch vor sich sah,
Der in Hermopolis am Nil
Frösche reichlich fand zum Spiel.

"Als Bub", so ließ sie sich nun aus,
"Brachtest manchen du nach Haus
Und hattest mit ihm deinen Spaß
Wenn er quakend vor dir saß
Und du, ach ich sag es lieber nicht!"

Auch Jesus war nicht drauf erpicht
Dass Mama, was als Kind er machte
Zur Sprache vor den andern brachte.

Er lenkte ab und sprach verlegen:
"Einmal als den Brunnentrog
Ich nach oben wieder zog
Sprang einer mir entgegen.
Es war ein richtig fetter Brocken.
Ich hab Josef damit geneckt
Und ihm ins Bett den Frosch gesteckt.
Ach was ist der da erschrocken."

Die Seelen lachten all im Rund.
Maria indes, aus gutem Grund
Sprach: "Du warst fürwahr ein wilder Knabe".

"Der Frosch, von dem ich manches habe"
Erwiderte darauf ihr Sohn,
"Saß dort einst auf dem Götterthron
Und war, das wusste ich sehr wohl,
Ein Reinkarnationssymbol.

Das hat mich damals interessiert.
Deshalb hab ich das Tier studiert,
Am Nilstrom nachts gar viele Stunden
Und manches drob herausgefunden.

Amun, der Schöpfergott vom Nil
Mit seinem Froschkopf mir gefiel.
Ich habe viel gelernt vom  Lurch.
So wie er es demonstrierte,
Indem er von der Quappe sich
Zum Frosch wandelte wunderlich,
Machte auch ich so manches durch
Bis ich zum Gottessohn mutierte.

Aber das ist lang schon her."
"Das stimmt", ergriff Paulus das Wort:
"Als du zurück kamst einst von dort,
Heute weiß das keiner mehr,
Hast du mir was vorgeschwärmt
Von Frosch und dich für ihn erwärmt.
Was du am Nil in all den Jahren
Über den Froschglauben hast erfahren,
Sofern du es mir hast berichtet,
Hab ich sauber aufgeschrieben.
Erhalten ist leider nichts geblieben.
Man hat in Rom es schnell vernichtet.

Den Frosch im Neuen Testament
Man als Symbol des Bösen kennt.
Das hat Johannes einst vollbracht.
Der hat zum Satan ihn gemacht.

Vom Ursprung der mir war bekannt
Wird in der Bibel nichts genannt.
Vieles von dem, was ich verfasste,
Weil es dem Papst in Rom nicht passte,
Dass die neue Religion
Erwuchs aus alter Tradition,
Ließen die Kirchenfürsten streichen.
Der Frosch als Auferstehungszeichen
Wurde vom Klerus hetzerisch
Entfernt aus meinen Schriften.
Er könnte deine Lehr vergiften,
Dachten die Päpste ketzerisch."

Jesus schüttelte sein Haupt.
Rom hat so manches sich erlaubt
Das meiner Lehre wie ich fand,
Diametral entgegen stand.
Wie es wirklich ist gewesen
Kann man bei Barbetta lesen.
(Maria Cecilia Barbetta: Poetik des
Neo-Phantastischen S. 176 - 185)
Doch dieses zu erörtern hier
Wollen unterlassen wir.

Ein Wort dazu das Goethe schrieb
Im Gedächtnis mir noch blieb:

"In Froschpfuhl all das Volk verbannt
Das seinen Meister hat verkannt!"

---


"Um auf Bosch zurück zu kommen"
Hat man Maria nun vernommen:
"Der Maler hat im Mittelalter
Die Sache durchschaut und es erkannt,
Dass der Frosch war aus dem Psalter
Der Christenheit vom Papst verbannt.

Freilich konnte er's nicht wagen
Seine Meinung vorzutragen.
Man hätt' ihn sofort hingerichtet
Und sein ganzes Werk vernichtet.
So hat, was insgeheim er dacht'
In seine Werke eingebracht.

Was er uns sagen wollt dadurch
Ist, dass der Klerus hat den Lurch,
Der göttlich war am Nil verehrt,
In Rom ins Gegenteil verkehrt.

Die Froschgötter der Pharaonen
Ließen die Päpste all entthronen.
Man formte sie, zu deinem Wohle,"
Maria sah den Sohnemann
Schelmisch lächelnd dabei an,
"Um zum Antichrist-Symbole!"

"Ein Beispiel solcher Ausdrucksart
Ist was Johannes offenbart.
Unreine Götter sind es nun.
Von Dämonen ist die Rede.
Den Kirchenvätern war jedwede
Dumme Lüge opportun
Um  mittels spannender Geschichten
Den Gott zum Satan umzudichten.

So wie das Alte Testament
Uns den Frosch als unrein nennt;
Bei Moses, nach dem Froschgewimmel
Am Nilstrom stanken sie zum Himmel
So lange bis das grüne Aas
Bergeweis' der Geier fraß.

Und auch das Neue Testament
Uns nicht des Frosches Herkunft nennt.

Die Ahnen werden all gediegen
Im Buch der Bücher gut verschwiegen.
Doch nach des Moses Bibelwort
Leben sie im Nil noch fort,
(Exodus 8,5)
Im Untergrund, von wo sie kamen
Und ihren Weg nach oben nahmen.

Der Frosch mit Götterglanz behängt
Ward in den Fluss zurückgedrängt
Und von den Päpsten dann zuletzt
Als teuflisch, negativ besetzt.

Weil du mein Sohn, nun ganz allein,
Der Auferstehungsgott sollst sein,
Hat man die Frösche unterdrückt.
Das ist bis heut ganz gut geglückt.
Der alte Glaube gut vermischt
Mit deinen neuen Thesen
Dem dummen Volke aufgetischt
Ist ein Erfolg bis heut - gewesen.

Der Frosch, zu euer beiden Wohl,
Versehen mit dem Kreuzsymbol,
War euer beider Markenzeichen.
Um deine Lehr zu unterstreichen
Fügte man gelegentlich,
Als gemeinschaftliche Basis
Den Satz "Ego eimi anastasis",
Gemeint wer Er der Frosch und Du,
Auf Kultgeräten noch hinzu.



Manchmal, damit die Sache klar
Auch für die allerdümmsten war,
Fügte man ein Schaf noch bei
Als Zeichen für euch alle zwei.
Es diente dabei als Ideogramm
Für Amun's Widder und dein Lamm."

Den Synkretismus Christentum und Frosch
Stellt der Maler Hieronymus Bosch,
Welcher einer der größten Künstler war,
Gekonnt in seinen Bildern dar."

Maria, in ihres Sohnes Hause
Nach einer kurzen Atempause,
Im Kreis der Lieben ebendort,
Fuhr in ihrer Rede fort:

"Ich möchte ganz kurz  euch noch eben
Ein anderes Beispiel dafür geben
Wie der niederländische Meister Bosch
Mittels Kunst und mittels Frosch,
Auf Kirchenbildern gar okkult,
Darstellt jenen alten Kult
Vom Froschgott der die Schlange freit
Am Nil, am Anfang aller Zeit.

Die Versuchung des Antonius,
Ein Altarbild - Triptychon,
Im ernsten Zeichen der Passion
Gemalt einst von Hieronymus,
Nach außen auf dem Hochaltar,
Stellt das Leben meines Sohnes dar.

Wenn man die Flügel öffnet, dann
Man den Frosch erkennen kann
Und dieses ist nun von Interesse!
Gefeiert wird 'ne schwarze Messe,
Bei der, so fuhr Maria fort,
Paare Hochzeit halten dort.

Es sind, so will uns Bosch erzählen,
Nun und Naunet, Kuk und Kauket,
Huh und Hauket, Amun und Amaunet
Die sich just grad all vermählen.

Frösche symbolisch mit Schlangen vereint.
Die ägyptische Achtheit ist gemeint,
Die in Hermopolis am Nil
Jahrtausende hindurch stabil
In der Pharaonenwelt
Die Urgottheiten hat gestellt.

Der Kultfrosch, von Bosch in Öl gemalt
Im Bild mit einer Hostie prahlt.


Der Vollzug der Kommunion,
So beschreib es Fraenger schon,
Im Bild mit oberflächlich keuschen
Priesterinnen darf nicht drob täuschen,
Dass Meister Bosch gar hoch geschult,
Einen orgiastischen Erregungskult
Bildlich in Szene hat gesetzt,
Welcher wiederum zuletzt,
Dem was der Maler sagen wollte,
Einzig allein nur dienen sollte.

Gleichzeitig die Kommunion empfangen
Und sich am Kelche böser Geister laben,
Ist ein schändliches Verlangen
Das keiner von uns sollte haben."

"Genau," hakte da Paulus ein:
"Das hab ich meinen Lieben
Im Korintherbrief geschrieben."
(1 Korinther 10,14 - 11,16)

"Bosch deutet das Vorhandensein
Heidnischer Sitten damit an"
Sprach Maria sogleich weiter.
"Weil er ein Mann war ein gescheiter,
Hat er recht damit getan
Zu verschweigen was er wusste
Und zu malen was er musste.

Er prangerte die Kirche an
Die Schändliches hat einst getan
Als sie den göttlichen Frosch vom Nil,
Nach gar groteskem Possenspiel,
Per päpstlicher Bulle hat verboten!
Die Froschgötter, die scheinbar toten,
Sind in des eignen Reiches Landen,
Langsam wieder auferstanden
Und nahmen in der Tötungssache
Im Verborgenen nun Rache.

Die Gegenkirchler, frei nach Bosch,
Verehrten erneut den Gottesfrosch.
Die Froschsekten der Batrachiten,
Sowie die Froschverehrungsriten
Der Stedinger machen uns klar,
Dass was Bosch malte, die Wahrheit war!"

Maria machte eine Pause
Die angefüllt war vom Applause
All der Heiligen im Kreise.
Nachdem sie eine Weile sann,
Sprach sie in klarer Ausdrucksweise:
"Was nicht bekannt ist jedermann
Aus dem phantastischen Werk von Bosch,
Will ich euch nun näher bringen.
Die Hochzeit einer keuschen Frau,
Mit dem bereits erwähnten Frosch.
Ich denke, es wird mir gelingen
Denn ihr wirkt all ziemlich schlau.

***

wird fortgesetzt



Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als einhundertfünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 15.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.