Sonntag, 11. Oktober 2015

Der Froschmäusekrieg

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 39 - 4
Am Schlachtfeldrande
Flucht aus dem Kriegsgebiet

ie 

Beiboote beladen schwer,
Mit Flüchtlingen aus Mausulina
Brachten immer mehr und mehr
Gerettete in die Marina
Welche vor Pausbacks Insel lag.

Frosch Hipping in seinem Boot hingegen
Hatte als Retter gar verwegen,
Mutig und kein bisschen zag,
So wie es ihm ward aufgetragen,
Einen Schlepper just erschlagen,
Der sein Rettungsboot wollt entern.


Hipping sah sein Boot schon kentern,
Doch dann schlug er in aller Ruh
Mit dem Bootshaken kurz zu.

Dann zog den Toten mit dem Zweck
Als Beweisstück ihm zu dienen,
Mit gar hinterlist'gem Grienen
Er samt dem Brustbeutel an Deck.
  
Was im Ledersack man fand
Tags drauf in der Zeitung stand.
Es waren ein paar Krümel Brot
Die als Verpflegung in der Not,
Der Flüchtling sich, um durchzukommen,
Für seine Flucht hat mitgenommen.

Dass Hipping hatte sich vertan
 Hat ihm danach sehr leid getan.
Er gab seinem Käpten zu verstehen:
"Dass es war wohl ein Versehen!"

Das hat jener auch geschluckt
Und mit den Schultern nur gezuckt,
Wobei er meinte, "Schwund ist immer,
Es gibt Sachen, die sind schlimmer!"


***

Indes auf einem andern Schiff
War die Mannschaft im Begriff,
So wie es ihr war aufgetragen
Die Schlepper ihres Treibens wegen,
Auf Pausbacks großem Teich zu jagen
Und das Handwerk ihnen fix zu legen.

Doch sie fanden keine Spur
Von Schleppern sondern stattdessen nur
Ein paar Flüchtlinge, die in ihren Booten
Einen gar jämmerlichen Anblick boten.


Jene an den Haken all genommen
Sind heil im Froschland angekommen.

***

Andre Flüchtlinge hingegen
Die auf der Flucht vor dem verruchten
Mauskönig es gar verwegen,
 Heimlich still bei Nacht versuchten,
Und in ihrer großen Not,
Als sie sich aus der Heimat trollten,
Den Teich in einem alten Gummiboot
Heimlich überqueren wollten,
Kamen, denn das war ziemlich dumm,
Beim Fluchtversuch im Wasser um.



Doch die Retter mit Akribie
Kümmerten sich auch um die.

***

Die Marine hat gar fest entschlossen
Jedes Schlepperschiff beschossen
Und wenn sie traf es auch versenkt.

Doch an Mausulinas Strand
Sich manch altes Wrack noch fand
Das die Schlepper in der Nacht,
Wenn auch etwas eingeschränkt,
Haben wieder flott gemacht.


So rollte die Mäuseflüchtlingswelle
Mit jeder alten  Karavelle,
Welche die Schlepper mit Bedacht
Zu Wasser haben dort gebracht,
Ach es war fürwahr ein Graus,
Immer schneller auf den Teich hinaus.


Die Retter taten, was in ihrer Macht
 Stand auf See bei Tag und Nacht.

 
  
Zigtausende hat aus den Wogen
Des Teiches man an Bord gezogen
Und großzügig in Anbetracht
Ihrer übergroßen Not,
Weil sich nichts andres bot,
In König Pausbacks Land gebracht.

Doch plötzlich auf dem größten Potte
Der königlichen Hochseeflotte
Schrie einer lauthals und putzmunter:

"Unser Schiff ist leider voll.
Wenn Zigtausende man retten soll
Und hat nur solch ein kleines Boot,
Kommt man am End gar selbst in Not
Und geht mit seinem Kahne unter!"


***

Was die ganze Rettungsaktion brachte,
Und was das Froschland daraus machte,
Ach es ist fürwahr ein Graus
Drücken diese Bilder aus.




Wie die Sache weiter geht
Auch hier noch in den Sternen steht!

wird fortgesetzt




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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.