Mittwoch, 21. Oktober 2015

Der Froschmäusekrieg

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 40 - 9
Die Garde im Einsatz

anach 

befahl den Suchtrupps er,
Ohne sich groß aufzublähen,
Aufzusitzen um das Gegenheer
Am Lagerplatze auszuspähen,
Wo es nach Herold Rattus Ratte,
Zum Endkampf sich versammelt hatte.

Dann ritt man los. Der Froschmajor
Beefeater aus Pausbacks Gardekorps,
Hoch zu Ross im Kampfanzug,
Ohne lange Zeitverzug,
Führte seinem Trupp nach Westen.


Der Hofmarschall mit vier der besten
Fährtenleser ritt nach Osten,
Um die Lage zu erkunden.

Den Feind hat er dort nicht gefunden.
Doch Hobbeltuuts  den Froschfeldposten,
(Ursula Wiepem, Seite 52)
Der mucksmäuschentot am Binsenhag,
Von den Mäusen in der Schlacht
Hinterhältig umgebracht,
Am Ufer des Eridanos-Stromes lag.


Das Langschwert, blutverschmiert vom Streite,
Lag nutzlos noch an seiner Seite.

"Beinah hätt' ich in der Mitten
Mit dem Ross ihn überritten",
Dachte auf dem Pferd der Reiter,
"Doch Gott sei Dank, der Schimmel scheute."
Und dann preschte er schon weiter.
Hinter ihm der Rest der Meute,
Begleitet von so manchem Fluche,
Im Froschgalopp auf Fährtensuche.

Erst bei den sieben Maulwurfhügeln,
An der Grenze zu Troxartes Reich,
Ließ der Hofmarschall die Rosse zügeln.

"Wir reiten nach Süden nun zum Teich!"
Befahl er und ließ die Pferde wenden.

Da stand 'ne Maus. In ihren Händen
Hielt eine alte Mauser sie
Welche plötzlich Feuer spie.


Ach, was war die Maus verroht.
Wie wild hat sie herum geschossen.
Es ist zwar nicht viel Blut geflossen
Doch am Ende waren alle tot.

***

Beefeater, der Froschmajor
Drang mit seinen Froschgardisten
Nach Westen bis zum Froschmeer vor.
Dort fand er den schon lang vermissten
Einzelkämpfer Pätte Potte
In einer Maulwurfhügelgrotte,
Wo, damit der Feind ihn nicht entdeckt,
Er wohlweislich hatte sich versteckt.


Der Tapfere, schwer kriegsversehrt,
An seinem rechten Zeigefinger,
War deshalb noch nicht heimgekehrt
Weil aus seinem Verstecke er
Beobachten konnt' das Mäuseheer,
Welches aus dem Norden kam
Und Aufstellung zur Endschlacht nahm.

Als Feindnachrichtenüberbringer
War er dem Trupp nun höchst willkommen.
Beefeater hat ihn sich gleich vorgenommen
Und da stellte sich heraus,
Dass im Froschpalast die Maus,
Die ausgab sich als Rattus Ratte,
Die Wahrheit vorgetragen hatte.


"Ich kenn", sprach Potte, ohn' zu prahlen,
Zum andern, "die genauen Zahlen".
Und dann trug er dem Major
Was er gesehen hatte vor.

"O Gott, o Gott", sprach der im Schreck,
"Da hat ein Angriff keinen Zweck!"

Dann rief er nach dem Eilkurier.
"Besorg ein frisches Pferd dir schnell"
Sprach er zu jenem beim Appell;
"Und dann bring die Depesche hier,
Die ich just grad hab verfasst,
Im Nonstop-Eilritt zum Palast.
Melde dem König, dass es eilt,
Weil vom Mäusetruppenaufgebot
Ihm und uns ein Angriff droht,
Der nach den Geheimberichten
Das ganze Froschvolk könnt vernichten."

Und dann fügte er im Nu
Eine Anmerkung noch hinzu.

"Das hat ein Spion mir mitgeteilt
Der schwer kriegsverehrt am Unkenmeer,
Den Aufmarsch von Troxartes Heer
Beobachtet hat. Die grauen Horden
Lagern allesamt im Norden
Und werden für die letzte Schlacht
Dort gerade klar gemacht!"

***

Quax Quapperich, ein blitzgescheiter
Und äußerste schneller Meldereiter
Stand kurz still und überlegte.

Als die Hand er an die Mütze legte
Um zu salutieren,
Ihm bereits der Einfall kam
Woher zum Galoppieren
Er ein frisches Ross sich nahm.


Ein paar Minuten später schon
Preschte reitend er davon.
Das frische Ross war schnell besorgt.
Von den Mäusen ausgeborgt,
Konnte Quax es dazu zwingen,
Ihn zum König schnell zu bringe.

Im Karacho, ohne Rast
Jagte er zum Froschpalast.

***

Wie die Sache weitergeht
In der nächsten Folge steht

wird fortgesetzt





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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.