Samstag, 17. Oktober 2015

Der Froschmäusekrieg

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 40 - 5
Bei Hofe

nd 

dann begann sie zu erzählen.

"Ich wollt mit Mäusli dich vermählen
Weil für einen Rex, wie du es bist,
Wie keine andre sie geeignet ist,
Um vom Palast aus, hier im Teiche,
Wenn du beendet hast den Krieg,
Gegen mein Volk mit einem Sieg
Und erst vereint sind beide Reiche,
An deiner Seite zu regieren.

Mit einer Jungfrau dich zu zieren,
So wunderschön und tugendsam,
Wie meine Tochter es einst war
Bis Troxartes der Barbar,
Ihr verbrecherisch die Unschuld nahm,
Wär' für uns alle gut gewesen.

Mein Töchterchen, klug und belesen,
Wäre als First Lady sicher dir,
Wie auch unserm Volke ein Pläsier.

An deiner Seite, auf dem Thron,
Sah ich sie im Geiste schon
Und freute mich nicht minder,
Auch auf meine Enkelkinder.

Doch leider ist es nun vorbei,
Denn eine Maid, die nicht mehr rein,
Wirst du sicherlich nicht frei'n."

"Hör auf damit; Gefühlsduselei,"
Fuhr König Pausback ihr ins Wort,
"Ist jetzt, weiß Gott, nicht angebracht."
Und dann fuhr er zu sprechen fort:

"Erst muss beenden ich die Schlacht!
Doch im Folterkeller hier,
Während dir die Tränen rinnen
Und das Herz erweichen mir,
Kann ich den Krieg wohl nicht gewinnen.
Also hör endlich auf zu weinen.
Komm mit nach oben zu den Meinen,
Denn ich muss auf dem Throne nun
Meine Pflicht als Herrscher tun!"

Dabei bot er der Maus spontan
Seinen grünen Froscharm an,
Um über Treppen und durch Türen,
Sie hinauf zum Thron zu führen.

***

Indessen oben auf dem Flur,
Wartete Mäusli immer noch
Und dacht "Wo bleibt die Mama nur."

***

Pausbacks Sohn, durchs Schlüsselloch,
Von seinem Kinderzimmer aus,
Sah zufällig die hübsche Maus
Als auf und ab sie draußen ging.

"Mein Gott" dacht er, "das arme Ding
Wartet arg lang nun schon im Gang;
Wo bleibt der Alte nur so lang?"

***

Um ins Gespräch mit ihr zu kommen,
Hat er den Reichsapfel genommen
Und ging zur hübschen jungen Maus
Damit in den Flur hinaus.

 
"Mein Vater lässt dich herzlich grüßen",
Sprach er sie an gar wohlerzogen.

"Er legt dir die Welt zu Füßen
Und hat beauftragt dazu mich,
Herzlich zu begrüßen dich!"

So hat er sie angelogen.

Dabei der grüne Tunichtgut
Griff in seinem Übermut
Dem Mäuschen unter ihren Rock.

Als sie seine kalte Hand
Spürte unter dem Gewand,
Zuckte sie mit Recht und Fug
Zurück als träfe sie der Schock
Und sah Pausbacks Sohnemann,
Aus wütend funkelnden Augen an.

"Von Männern habe ich genug.
Merk dir das! Du denkst wohl hier
Könntest du alles tun mit mir,
Weil du hier zu Hause bist.
Mir scheint, mein Freund, dass du vergisst,
Dass ich hier im Froschpalast
Bei deinem Vater bin zu Gast."

***

Als Pausbacks Sohn, zu Mäuslis Glück,
Zog seine Hand just grad zurück,
Kam der Vater. Als er sah
Wo die Hand des Sohne war,
Schrie er ihn an; "Was machst du da?
Du wirst von Tag zu Tag ja schlimmer.
Verschwinde in dein Kinderzimmer!"

Zornig sah ihm der König hinterher
Als dorthin verkrümelte sich der.

***

Wie die Sache weitergeht
In der nächsten Folge steht

 
wird fortgesetzt

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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.