Montag, 21. November 2016

Der Kriegsveteran

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 46 - 23
Der Kriegsveteran


wie angekündigt hat der Veteran
Es tags drauf dann auch getan.

Er las den Quappen vor von einem Blatte
Das er kopiert von Hüppauf hatte.




Dabei ging's an diesem Tage,
Um die alte Grundsatzfrage,
Ob der Mensch ein Tier ist unter Tieren,
Oder aber, wie es in der Bibel steht,
Dort wo es um die Schöpfung geht.
Nach Gottes Ebenbild erschaffen,
Er, weil's nahe liegt, gar göttlich sei.
(Einheitsbibel, Genesis 1, Erklärung zur Schöpfungsgeschichte:
Durch die Erschaffung des Menschen nach Gottes Ebenbild, im
letzten Schöpfungswerk, wird der Mensch als Krone und Herr
der Schöpfung besonders herausgehoben.)

 ***
Ohne sich erst lang zu zieren
Als die Frage war just grad gestellt,
Quakte vorlaut frank und frei,
Quaqua, sein Jüngster brustgeschwellt:

"Für mich sind alle Menschen Affen!
Und damit steht fest, sie sind Getier,
Nur eben nicht so schön wie wir!"

***
Eine Antwort so geartet
Hatte Krott'rich nicht erwartet.
Doch dann gab er's zu ganz offen.
"Das hast du ziemlich gut getroffen."


"Die meisten Forscher sind wie du,
Das gebe ich dir gerne zu,
Der Ansicht dass die Menschenaffen
Lang vor dem Menschen sind erschaffen."

"Doch Tarzan  der von beiden etwas hatte
Steht heut hier nicht zur Debatte."

"Hier geht's heut nur um unsre Art
Und nicht um Affen die behaart,
So wie es manche Forscher sehen,
Dem Manntier scheinbar nahe stehen."

"Wer richtig vergleicht wird schnell erkennen,
Dass die welche sich Menschen nennen,
Nebst ihren besond'ren Schöpfungsgaben,
Zu uns eine engere Beziehung haben
Als sonst irgend ein Tier auf Erden."


"Doch um die Geschichte von des Manntiers Werden
Seit seiner Schöpfung zu verstehen
Gilt es, um ein Ergebnis zu erlangen,
Für unsereins gar unbefangen,
Einen andern Weg zu gehen
Und die Kulturgeschichte  zu beachten."


"Wenn wir das Manntier so betrachten,
Und uns kulturell mit ihm befassen,
Dabei uns vom Affen nicht verwirren lassen,
Nur weil der, so wie dass Manntier auch,
Seit dem das ist auf Erden Brauch,
Ungepflegt mit langen Haaren
Herum läuft schon seit vielen Jahren,
Bin ich und zwar recht lange schon,
Grundsätzlich überzeugt davon,
Dass unsereiner im Weltgeschehen,
Im Lichte der Kultur gesehen,
Viel weiter entwickelt ist als die,
Wenn nicht sogar schon ausgereift."

"Wenn man genau aufs Korn nimmt sie,
Kann man und das gilt es zu nennen,
Den Kulturverfall bereits erkennen
Der weltweit bei denen um sich greift"!

***

"Papa, du übertreibst mal wieder,"
Hakte da aufrichtig und bieder,
Quickquack eine seiner Quappen ein.



"Zur Kultur und unserm Sein,
Gehört auch dass wir ehrlich bleiben
Und nicht wie du hier übertreiben."

Da wandte sich Krotterich im Nu
Dem Buch von Hüppauf wieder zu
Und griff zwei Sätze daraus auf,
Um sie im weiteren Verlauf
Seines kulturgeschichtlichen Vortrags nun
Seinen Kindern kund zu tun.

"Die Beziehung um welche es hier geht,
Die zwischen Mensch und uns besteht,
So beschreibt es Hüppauf da,
Ist seit jeher schon sehr nah"!

"Diese mentale Nähe spüren wir
Irgendwie ja alle hier.,
Auch wenn ihr alle sicher doch
Euch daran erinnert noch,
Wie im achtzehnten Jahrhundert,
Ich war auch drob sehr verwundert,
Ein Manntier dem das nicht behagte,
Hinterlistig feig, inkognito
Diesen dummen Spruch aufsagte,
Den Hüppauf einleitend auf ein Blatt,
Zu diesem Thema aufgeschrieben hat."

"Ein Tier das lebt im Dreck von Pfützen
Kann dem Mensch nicht viel nützen."

"Doch nicht alle denken so!"

"Drum gilt's  den Blick auf das zu lenken
Was die klugen Menschen denken,
Von denen, wie ihr alle wisst
Hüppauf ganz sicher einer ist"!

"Jener hat zwar schnell erkannt
Das wir sind nicht mit ihm verwandt,
Doch er schreibt dass wir,
Im Unterbewusstsein und mental,
So wie für ihn kein andres Tier,
Seit er erforscht hat unser Wesen,
Schon immer allererste Wahl,
Seit seiner Kindheit sind gewesen.


***

Wie es am Teiche weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt





Keine Kommentare:

Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.