Freitag, 18. November 2016

Der Kriegsveteran


Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 46 - 20
Der Kriegsveteran


rotterich 

sehr stolz auf seinen Sohn,
Sprach, "du hast wohl von Freud die Thesen,
Die jener über Moses schrieb, gelesen,
Nach denen der letztere offenbar,
Kein Jude sondern ein Ägypter war."

Und dann erklärte er dem Kleinen
Ohne überheblich dabei zu scheinen,
Was er selbst darüber wusste
Und jeder der Seinen wissen musste.


 

"Dieser ein Prinz und Anhänger von Echnaton
Hat, so wird von Freud berichtet,
Auf  Amt und Würden einst verzichtet,
Weil er nicht mehr glauben wollte
Was er aus Sicht der Priester sollte.

Als die Aton - Ketzerei
Des Ketzerherrschers war vorbei,
 



(Pharao Echnaton mit der Sonne, die er zur einzig wahren
Gottheit in Ägypten zum ersten Mal in einer monotheistischen
Weltanschauung erheben wollte aber letztendlich damit scheiterte)

Welcher seinem Volk den Jenseitsglauben,
Und den an Amun wollte rauben,
Ergriff der eigenwillige Sonderling,
Dem um sein Seelenheil es ging,
Hoch gebildet und gescheit
Am Nilstrom die Gelegenheit,
Mit Amun Re von Theben
Den Monotheismus erneut nun zu beleben.


Doch Amuns Priesterschaft im Land,
Moses Idee als frevelhaft empfand,
Und hat beleidigt eben diesen,
Aus Ägypten ausgewiesen.

Da wandte Moses sich in aller Ruh
Den Sklaven in Ägypten zu
Um dem gemischtem Völkerhaufen
Seine Ideen zu verkaufen.

Die gingen sogleich darauf ein.

Mit den Hebräern im Verein
Zog Moses aus Ägypten fort
Um im Lande Sinai
Aus seinen Ideen irgendwie,
Gemeinschaftlich mit deren Pfaffen,
Eine neue Religion zu schaffen.

Doch dann geriet er seinerzeit
Mit den Midianitern wohl in Streit,
Die an den alten Jahwe glaubten
Und an Amun festzuhalten nicht erlaubten.
Die haben ihn wohl ermordet dort.

Unter Federführung der Leviten,
Bastelten danach die Semiten,
Auf der Halbinsel Sinai,
All miteinander irgendwie,
An der Tora, die dort noch heute alle kennen,
Und Grundwerk ihres Glaubens nennen.

***

Das schlechte Gewissen nach dem Mord,
Am Religionsgründer Moses führte dort
Bei seinen Vertrauten den Leviten,
Dazu, dass im Heiligen Lande,
Um zu tilgen diese Schande,
Man den Ägypter glorifizierte
Und ihn aus verdrängter Reue,
Das war am alten Glauben nun das Neue,
Als Propheten und Messias titulierte.


Doch weil dieser einst ganz offenbar
Vom eignen Volk ermordet worden war,
Musste der Ersatzmann her,
Welcher anschaulich die Ehr,
In Sachen neuer Glaubenswelt,
Sühnend hat wieder hergestellt!"

***

So hat Krotterich mit Rednergabe
Wie einst als Offizier in Pausbacks Stabe,
Im Fabulieren immer noch bewährt
Seinen Söhnen die Religion erklärt.

 

Die Quappen staunten! Doch Quaqua,
Sein jüngster Spross wollt gar gerissen,
Mehr darob vom Vater wissen.

"Was wurde aus Amun denn Papa?
Was wurde denn aus unserm Gott,
Nach diesem schlimmen Mordkomplott?"
So hat der Kleine ungefragt
Gar vorlaut sofort nachgehakt.
"Kein Grund!, sprach der "um bang zu sein!"
Der stellt sich ganz sicher wieder ein!"


Und dann erklärte er gar froh
Den Kinder auch wieso.

Dazu las er ohne Scheu
Den Seinen vor, was eben neu
Er von den Freudschen Thesen
Bei Hüppauf hatte just gelesen.



Am Ende fügte er spontan
Gleich noch einen Nachsatz an.

"Von der hübschen Muse Aristomyomaximus,



Ich war dereinst ihr Intimus,
Weil sie mich so reizend fand,
Wie keinen sonst im ganzen Land,
Habe ich vor ein paar Jahren,
Bei einem Rendezvous erfahren,
Als sie mich zart hat hochgehoben,
Dass Amun lebt und zwar dort oben,
Im Olympos auf dem Thron
Wo der alte Zeus nebst seinem Sohn
Viele, viele Jahre lang
Regierte einst im Zeitengang."



Am End hat schelmisch er ergänzt.
"Ich hab die Schule wegen ihr geschwänzt.
Doch liebe Kinder glaubt es mir
Ich hatte wirklich nichts mit ihr!"

***

Wie es am Teiche weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt





Keine Kommentare:

Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.