Donnerstag, 10. November 2016

Der Kriegsveteran

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 46 - 15
Der Kriegsveteran

ls 

endlich in den USA
Nach langem schmutzigen Blabla,
Die Stimmen waren ausgezählt
Und einer war ins Amt gewählt,
Der keinem dort hat recht behagt,
Hat sich Krotterich gefragt,
"Was gehen mich die Amis an?"

Nach dieser Überlegung dann,
Fuhr er in seinem Heimatort,
Zu Haus am Krötenpfuhle fort,
In Sachen Krieg zu recherchieren
Um alles darüber zu studieren,
Was online er im Netze fand.

Unter Gama und Kaeru stand,
Versehen mit dem Terminus
"M.M. Aristomyomaximus"
-Frosch und Kröte in Japan-. 


Dort fand der Veteran
An so manchem Teich
Im alten Kaiserreich,
Froschkrieger in großen Scharen
Die allesamt gar streitbar waren.
Auch so mancher Samurai,
Das sah er sofort, war dabei.






Er las jeden Kriegsbericht,
Und studierte jedes Froschgesicht,
Nach Lavaters Werk über die Physiognomie*
Und die Erkenntnissen der Paläontologie,
Um zu seinen Forschungszwecken
Die Ursache endlich zu entdecken,
Welche wissenschaftlich nachweisbar
Schuld an Gewalt und Kriegen war.





* (Auf die von Trump, das wär' gemein,
Ging er dabei nicht erst ein.
Denn er wusste offenbar,
Woher er stammte und wie er war!)


Hundert Werke las der Lurch
Sich auf seinem Handy durch.
Auf tausend Bildern und noch mehr
Suchte nach dem Grunde er,
Warum der Frosch in Nippons Land
Für Zauberkraft und Macht einst stand.










Doch er fand nicht viel heraus!

Auch nicht warum die Froschsoldaten,
Wie auf den Bildern von Mu Pan
Es heut noch jeder sehen kann,
In einem mörderischen Strauß
Selbst aneinander sind geraten.







Doch eines wurd ihm dabei klar;
Dass Bürgerkrieg noch schlimmer war,
Als der Völkerkrieg im Hasse,
Gegen Troxartes Mäuserasse!



***

Am Ende fand ganz nebenbei
Er etwas über Liu Hai
Von dem er hatte angenommen,
Dass auch der Japaner war.

Doch da hat er mitbekommen
Dass jener höfische Beamte
Samt seiner Kröte offenbar,
Aus dem Nachbarlande stammte.

***


Liu Hai
mit seiner dreibeinigen Glückskröte

Chinesischer Zauberer, von dem Walter Hirschberg schreibt: "Liu Hai, Staatsminister im 10. Jahrhundert, war ein Meister taoistischer magischer Künste. Von ihm erzählen sich die Leute, dass er im Besitze einer mystischen dreibeinigen Kröte gewesen wäre, die ihn (vgl. Bukephalos, das Lieblingspferd Alexanders des Großen) auf Schritt und Tritt begleitete und Liu Hai mit Windeseile an jeden beliebigen Ort zu tragen vermochte. Oft wurde der Staatsmann von Künstlern auf diesem Untier reitend abgebildet. (Siehe auch Abb.33-40). Eines Tages entkam ihm diese Kröte und versteckte sich in einem Brunnen, doch gelang es Liu Hai, listenreich wie er nun einmal gewesen war, sie mit einer mit Goldmünzen bestückten Schnur aus der Tiefe des Brunnens hervorzulocken. In der Regel wird Liu Hai mit einem Fuß sich auf die Kröte stützend, und mit einer Schnur von Münzen in der Hand abgebildet. Die Legende zu diesem Bild lautet dann: Liu Hai, der Unsterbliche, spielt mit der dreibeinigen Kröte. Nicht selten kann man auch sein Bild auf den beiden Seiten einer Türe bewundern - in Kenntnis der Bedeutung, dem Glück und dem Reichtum stehe auf beiden Seiten der Eintritt offen, denn der Staatsmann gilt samt seiner dreibeinigen Begleiterin in China als Symbol des Reichtums und gibt die Gewähr, auf raschem Wege zu Geld zu gelangen. In den chinesischen Gärten prangt das Abbild der beiden auf den aus Ziegeln errichteten Gemäuern. Oft auch findet sich das Bild Liu Hais mit seiner Kröte in Form eines Mosaiks aus Kieselsteinen auf den verschlungenen Pfaden der Gartenanlagen. Die Geschichten, die man sich über Liu Hai erzählt, gehen ins Unermessliche. Eine von ihnen berichtet, die dreibeinige Kröte hätte sich einmal in einem Sumpf versteckt gehalten, und alle, die in ihre Nähe kamen, hätte sie mit ihrem giftigen Atem belästigt, ja sogar in Lebensgefahr gebracht. Auch in diesem Fall vermochte Liu Hai, sie mit seiner "Goldangel" aus dem Versteck herauszulocken um sie schließlich zu töten. Der Sinn dieser Handlung ist: Gold und Geld treiben die Menschen in ihr Verderben. Auf jeden Fall aber bietet Liu Hai mit seiner dreibeinigen Kröte, die als ein Geld erzeugendes und Schätze hütendes Tier gilt einen dankbaren Stoff für Handwerker und Künstler und überdies hinaus für all jene, die von Unsterblichkeit, Glück und Reichtum träumen." Liu Hai wird aus den oben genannten Gründen auch als Schutzpatron in Geldangelegenheiten angesehen. Da die Kröte auch als Gift ausscheidendes Tier gilt kann eine Netsukedarstellung von Liu Hai mit Kröte und Cash-Kordel auch als ein Hinweis auf die ruinierende Macht des Geldes aufgefasst werden. Nicht zu übersehen sind die Parallelen die von Liu Hai, dem chinesischen Krötenheiligen hin zu Gama Sennin in Japan führen. Eine andere Darstellung lesen wir bei Wolfgang Münke. Dort heißt es: „Taoistischer Heiliger, der Sage nach Minister im Dienste des Königs von Yen (Anfang des 10. Jh.s. n. Chr.). Eines Tages besuchte ihn ein taoistischer Wundertäter, der zehn Eier auftürmte, eines über das andere. Zwischen die Eier legte er jeweils ein Goldstück. Als sich Liu Hai laut über dieses gefährliche Kunststück verwunderte, versetzte der Fremde, Eierstapeln sei nicht gefährlicher als Fürstendienst. Die Antwort erweckte Liu Hai zu höherer Einsicht. Er quittierte sein Amt und wanderte umher auf der Suche nach höchster Vollendung. Er begegnete dem Heiligen Lü Tung-pin und ging zuletzt in die Unsterblichkeit ein. Andere wissen von einem Stupa aus Cash-Stücken zu erzählen, die der Fremde aufeinander legte und die sich Liu Hai später an einer Schnur um den Hals hängte. Im 17. Jh. n. Chr. diente Liu Hai in Knabengestalt bei einem Kaufmann. Nachdem er seine außerirdische Herkunft schon mehrmals unter Beweis gestellt hatte, zog er eines Tages beim Wasserschöpfen eine große Dreibeinkröte aus dem Brunnen, die ihm vor vielen, vielen Jahren entschlüpft war. Mündliche Überlieferung nennt die Dreibeinkröte einen menschenfressenden Dämon. Liu Hai reizte sie mit der Cash-Schnur so lange, bis sie wütend zuschnappte und die Schnur um ihr Herz schlang. Die Kröte, Sinnbild der Unsterblichkeit, ist das Mondtier. Kröten werden als Schatzspenderinnen angesehen. Die bildende Kunst zeigt Liu Hai als Knaben mit einer Cash-Schnur, die er auch über dem Kopf schwingen kann, dazu die Kröte, die sich in Liu Hais Cash-Schnur verbeißt.



Der Irrtum von ihm selbst bemerkt,
Hat ihn noch mehr darin bestärkt,
Seine Forschungen zu intensivieren,
Und den Suchbegriff zu präzisieren.

Deshalb klickte nun der Veteran,
Sogleich das Suchwort China an
Und wandte dann in aller Ruh
Sich dem Land der Mitte zu.

***

Wie es in China weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt

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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als einhundertfünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 15.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.