Sonntag, 20. November 2016

Der Kriegesveteran

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 46 - 22
Der Kriegsveteran


ach 

dem letzten Satz des Herrn Papa
Haben die Quappen all gelacht.
Eine jede hat zu End gedacht
Und dem Vater recht gegeben.

Dass sie das Manntier überleben,
War ganz offenbar
Selbst dem kleinen Quapp Quaqua,
Wie auch den andern Kindern klar.



Das eitle Tier, das wussten sie,
Ist ein verwöhntes Zweibeinvieh,
Das zwar hoch gebildet ist,
Doch ohne seine Zivilisation
Längst eingegangen wäre schon.

"Wenn die einmal zusammenbricht
Überlebt das Menschenvolk das nicht.

Nach einer kurzen Galgenfrist,
Wenn sie keinen Nachschub kriegen,
Sterben sie all wie die Fliegen.

Zu leben wie wir, gar spärlich nur,
Von dem was bietet die Natur,
Was selbst für uns ist ziemlich schwer,
Schaffen die schon lang nicht mehr."

So haben die Quappen laut gedacht
Und ihre Späßchen sich gemacht
Über Gottes Ebenbild
Das als Krone seiner Schöpfung gilt.
(Einheitsbibel, Genesis 1, Erklärung zur Schöpfungsgeschichte:
Durch die Erschaffung des Menschen nach Gottes Ebenbild, im
letzten Schöpfungswerk, wird der Mensch als Krone und Herr
der Schöpfung besonders herausgehoben.)


Krotterich hat zwar gehört
Was seine Quappen da gelästert haben,
Doch über ihr Geschwätz erhaben,
Sich nicht groß daran gestört.

Erst als die Kinder in ihren Spott,
Einbezogen haben Gott,
Reagierte er sofort
Und sprach ein ernstes Wort.


"Ihr verkennt, gar keine Frage
Allesamt den Ernst der Lage!"

"Gewiss, ihr habt zwar alle recht,
Dass es dem Manntier ginge schlecht,
Wenn alles das zusammenbräche;
Was er sich hat aufgebaut.

Doch hättet ihr genau geschaut,
Und Hüppauf's Buch von vorn gelesen,
Dann hättet ihr auch mitbekommen,
Was uns das Manntier hat genommen.

Dort wo der Teich ist einst gewesen,
An dem uns bei der Fliegenernte
Der junge Hüppauf kennen lernte,
Liegt heut nur eine öde Fläche
Aus Schottersteinen und zwar pur. 
 
Verschwunden jegliche Natur.
Der schöne Pfuhl wurd über Nacht
Von Bulldozern einst platt gemacht.

Den Bach, der einst den Froschteich speiste,
Hat das gottverdammte dreiste
 Untier in Betonröhren verlegt,
So dass sich nichts mehr darin regt,
Außer stinkender brauner Gülle
Und Müll in Hüll und Fülle.

Die alte Linde, die am Wiesenrand,
So herrlich immer anzuschauen,
Dort viele hundert Jahre stand,
Und über die so manch Geschichten
Unsre Alten noch berichten,
Hat man einfach umgehauen.



Die schönen Blumen, alle dort
Mitsamt dem Buschwerk längst verdorrt.
Keine Biene summt dort mehr
Alles trostlos nur und leer.

Ich musste mit eurer Mutter mir,
Da half kein langes Fluchen,
Eine neue Bleibe suchen.
Seit jenem Tage sind wir hier.

Doch die Stadt rückt immer näher
Und damit erneut jene Gefahr,
Die weit schlimmer als der Adebar
Für unser Volk, wie ihr wohl wisst,
Verursacht durch das Manntier ist.
Erst gestern durch einen Rasenmäher
Wurd unser Nachbar umgebracht.

Das dumme Tier mit aller Macht,
Es ist anscheinend wirklich dumm,
Bringt sich am End gar selbst noch um.

Ihr wisst ja Kinder, dass es stimmt,
Dass jedes Jahr zur Frühlingszeit,
Das Manntier uns arg großes Leid
Bereitet schon seit vielen Jahren,
Indem sie Tausende von uns überfahren,
Weil sie keine Skrupel kennen,
Mit stinkenden Kisten, die sie Autos nennen.


Selbst die Luft zum Atmen nimmt
Uns das Manntier indem es damit rast
Und die ganze Welt vergast.


Die schöne Zeit ist längst vorbei
Als so wie einst im Monat Mai,
Sich das Manntier noch drob freute
Einen von uns in seiner Hand,
So wie Hüppauf es tat, zu betrachten
Und als des eignen Lebens Unterpfand,
Uns zu schätzen und zu achten.




Deshalb Kinder hört mir zu,
Werd ohne jegliches Tabu,
Ich von Hüppaufs Froschgeschichten,
Die jener unserm Volk zur Ehr,
Und dem Manntiervolk zur Lehr,
In seinem Buche Blatt für Blatt,
Säuberlich all aufgeschrieben hat,
Euch weiter täglich hier berichten.



***

Wie es am Froschteich weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt


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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.