Donnerstag, 26. November 2015

In Mausulina

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 41 - 2
In Mausulina


wie die Juden und die Christen,
Weil es seit jeher war der Brauch,
Wollten die alten Götter überlisten
Versucht es nun Troxartes auch!"

So griff Fürst Lochkäsner den Faden auf
Und fuhr mit einem Bibelwort,
Die Sache zu erklären fort.

"Mit Baal Zebub dem Herr der Fliegen,
Den Satan, sprich Teufel auszutreiben,
Um ihn für ewig zu besiegen,
Wird erfolglos immer bleiben!"

***

"Wen meint er jetzt?" dachte der Narr
"Baal, Pausback oder Troxartes gar?
Wenn es der letztre ist, ja dann
Ist der Fürst ein tapferer Mann!"

Und fürwahr, Lochkäser sprach
Ein offenes Wort sogleich danach:



"Ich glaub die Schuld an diesem Streite
Um den Prinzen Krümeldieb
Der auf hoher See einst blieb,
Liegt auch zum Teil auf unserer Seite."

"Hätte zu schwimmen er verstanden,
Damals in König Pausbacks Landen,
Und hätte er sich ein Herz genommen,
Wäre er nicht umgekommen!"

"Den Tod von seinem Sohn dem lieben
 Pausback in die Schuh zu schieben,
Wie es Troxartes heut noch macht,
Ist, so denk ich, etwas kurz gedacht.
Von der Wasserschlange arg bedroht,
Mit ihrem mörderischen Fauchen,
War Physignatus selbst in Not
Geraten und musste tauchen!"

"Hätte es Krümeldieb ihm gleich getan"
So fügte er belehrend an,
"Würde er sicherlich noch leben,
Und wir könnten all in Frieden
Auf  Gottes Erd hienieden,
Hier und am Froschteich neben
Pausback und den andern Christen,
Glücklich unser Leben fristen!"

***


"Solch eine Meinung zu verfassen
Und sie auch hören noch zu lassen,
Ist ungewöhnlich gewagt, bizarr."
Dachte mit Respekt der Narr
Doch er hielt auch das für sich!

"Du solltest etwas bremsen dich.
Der König ist nicht zimperlich
In dieser Sache, wie du weißt,"
Erwiderte  ihm Beißhart leise,
"Weil er dich in den Knast sonst schmeißt.
Er hat auch aus unserem erlauchten Kreise
Schon so manchen eingelocht
Der gegen ihn mit Worten focht!"

"Und in der letzten Nacht
 Hat zwei er sogar umgebracht,
Weil sie nicht so wie sie sollten
Ihm folgen und gehorchen wollten."


"Er ließ ihnen für ihr schändliches Betragen
Mit dem Schwert den Kopf abschlagen.
Und dann hat er  gar verroht
Noch ihre Gattinnen bedroht
Und samt Kindern aus dem Land gejagt."

"Au backe" hat der Narr gesagt
Und dachte "Gott sei Dank" bei sich,
"Gut dass geschwiegen habe ich,
Sonst müsst ich mir 'nen Schlepper suchen
Und auch mir eine Reise buchen
Übers weite, nasse, kalte Meer,
Wie schon das halbe Mäuseheer
Und vier Millionen Zivilisten,
Ins Froschland zu den Christen.



***


Wie es in Mausulina weitergeht
In der nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt





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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.