Freitag, 13. November 2015

Bei Hofe

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 40 -30
Bei Hofe

ie 

Fürsten all, so geht das nicht,
Machen reihum die Grenzen dicht!"
Schrie ein Hinterbänkler laut,
Und fügte zornig sogleich dann,
Was dazu er weiter dachte an.

"Ein jeder macht hier was er will.
Jeden Tag 'ne andre Sau
Die durchs Dorf getrieben wird.
Nur Teichhilde hält sich still.

Obwohl jeder weiß, dass Pausbacks Frau
In der heiklen Sache irrt,
Traut sich keiner ihr das klar zu sagen.

So manchem von uns platzt der Kragen,
Weil erreicht ist längst das Soll,
Und jede Halle ist schon voll,
Nebst all den andern Lagern,
Mit diesen grauen, geschwänzten Nagern,
Und keiner kann im Lande mehr
So schön leben wie bisher."


"Sei still Korax und halt die Klappe!
Du übertreibst mal wieder, so wie immer.
Mir scheint du hast nicht einen Schimmer
Von dem was wir all hierzulande
Noch zu leisten sind im Stande!"

So ermahnte ihn  Hipphopp von der Quappe,
Der als Koordinator in Flüchtlingsfragen
Seit kurzem im Parlament das Sagen
Auf Seiten der Regierung hatte.

"In der weiteren Parlamentsdebatte
Ist nun der Sportminister dran"
Sprach der drauf iu das Mikro dann. 

Jener sofort nach vorn geeilt,
Hat vor Stolz den Bauch geschwellt
Sich gar vornehm vorgestellt,
Und sich dem Hause mitgeteilt.

"Mein Name ist Quakus Hoppe von der Hippe.
Ich stamme aus einer Sportlersippe,
Wie wohl hier ein jedermann,
An meinen Körper sehen kann.
Welchen ich mein Leben lang,
Damit er wurde wie er ist,
Diszipliniert wie ein Artist,
Stets zur Hochleistung ich zwang."

  
"So wie alle meine Lieben
Hab auch ich viel Sport getrieben.
Deshalb hat der König mich
Zum Sportminister auserkoren.
Auf ihn in Treue eingeschworen.
 Mache das Folgende nun ich
In Sachen Mäuse euch bekannt."

"Was Korax eben hat genannt,"
In seiner Hinterbänkler-Rede
Trifft wirklich zu. Eine jedwede
Sporthalle im Land ist proppenvoll
Mit Mäuseflüchtlingen belegt!"

Dann fragte er gar aufgeregt:

"Wo sollen die Unsern Sport denn machen
Wenn die Flüchtlinge mit ihren Sachen,
Der Wohnungsnot im Lande wegen,
Alle Sporthallen belegen?"

Und mit Nachdruck dann im Wort,
Sprach er weiter gar gescheit:

 "Integration durch Sport
Ist zwar die beste Möglichkeit,
Ohne uns groß anzubiedern,
Damit sie sich an uns gewöhnen,
Die Mäuse bei uns einzugliedern."

"Doch wenn die Unsern wir verhöhnen,
Indem wir ihnen den Schulsport streichen.
Werden das noble Ziel wir nicht erreichen."

"Als Notlösung Schulhof, Aula oder Pausenraum
Für unsre eigne Brut zu nutzen,
Selbst wenn wir dort zuvor erst putzen,
Taugt nicht, das Hüpfen und das Springen,
Unseren Quappen beizubringen."

"Der Sporthaushalt gar sehr geschröpft,
Und Fördermittel ausgeschöpft,"
So schimpfte er im hohen Haus,
Weil alle Hallen sind schon voll,
Wissen wir weder ein noch aus,
Noch wie es weitergehen soll."


"Auch in den Sportvereinen unsre Kinder
Sind eingeschränkt nicht minder,
Weil all die Flüchtlinge die vielen
Viel, viel besser Fußball spielen
Als unsre wahrlich ziemlich schlappen,
Sportlich nicht grad fitten Quappen."

  
"Weil kein Platz ist zum Trainieren
Für sie nunmehr in unserm Reich,
Bleiben sie allesamt im Teich."

"Wenn das hier so weitergeht,
Der Sport vor seinem Ende steht."

"Deshalb ist dringend es geboten,
Bevor den König wir blamieren,"

Und jetzt wurd er richtig laut,

"Dass man neue Stätten baut
Wo beim Sport sich die Exzoten,
Das sollten wir ihnen wahrlich gönnen,
Austoben mit den Unsern können."

"Um die Flüchtlinge zu integrieren
Sollten den Sport wir intensivieren
Und jeweils die besten Mäuse fördern."

"Im Gegensatz zu all den Mördern
Die in Mausulina blieben
Sollten ohn' jedes Missbelieben,
Wir hier schnellstens dafür Sorge tragen
Dass eingefroscht in aller Schnelle
Die Mäus demnächst an unsrer Stelle,
Dem Ziele gilt mein ganzes Sinnen,
Ein Länderspiel  in unserm Namen
 Für Pausback und sein Volk gewinnen!"

***

"Dass wir seine Mannschaft schlagen
Wird Troxartes nicht ertragen."
Jubelte Hipphopp von der Quappe.
Und fügte fröhlich lachend dann
Gleich einen Satz der Freude an:

"OK wir froschen alle Sportler ein.
Es wird mir ein Vergnügen sein
Ihm beizufügen diese Schlappe."


Wie es bei Hofe weitergeht
In der nächsten Folge steht

wird fortgesetzt

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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.