Mittwoch, 25. November 2015

In Mausulina

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 41 - 1
In Mausulina

achdem

 der Narr gesprochen hatte
Entzündete sich eine Debatte
Darüber wie die Frösche man
Am schnellsten all vernichten kann.

Der Hofnarr nebst Troxartes Thron,
Wusste zwar ein Mittel schon,
Doch beleidigt in gar übler Weise
Vom König schwieg er sich im Kreise
All der anderen lieber aus.


Jene sich den Kopf zerbrachen
Darüber wie sie es am schnellsten machen
Was der König ihnen hatte just befohlen.

"Soll sie all der Teufel holen"
Dachte der Narr im hohe Haus,
Indem er beleidigt weiter schwieg.

"Das beste Mittel ist im Krieg
Immer noch ein scharfes Schwert
In eines tapfren Mannes Faust!"


Schrie da, das Barthaar arg zerzaust,
Der Ritter Scharfzahn Stanismaus
Und zog es aus der Scheide raus.

"Das meine hier ist Goldes wert.
Hundert Frösche in neun Tagen
Hab ich damit schon erschlagen."

"Schafft mir den dreisten Frosch herbei
Damit ich mutig ihm aus Rache
Für Krümeldieb den Garaus mache
Und endlich wieder Friede sei."

***

"Du denkst wohl, dass wir feig all sind."
Entgegnete ihm Spürdenwind
Mit einem Steckbrief in der Hand
Worauf "tot oder lebendig" stand.


Gesucht wurd, das war allen klar,
Jener welcher der Mörder war
Von Krümeldieb des Königs Sohn
Und Erben auf dem Mäusethron.

"Schaut euch dieses Monster an.
Wie jeder wohl erkennen kann
Handelt es sich einwandfrei
Um den Hundesohn dabei
Der Troxartes Sohn, den jungen Prinz
An der Grenze von unserm Reich
Beim Baden in der Mausprovinz
Ertränkt hat einst in seinem Teich."

"Dass der Frosch, obwohl ein Christ,
Ein fürchterliches Individuum ist
Und für unser Land gefährlich,
Erkennt man schon an seinen Zügen.
Zehntausend Fliegen killt er jährlich,
Und es ist ihm ein Vergnügen,
Wenn er dazu mit Hinterlist,
Auch ein paar von uns noch frisst."


"Mit seinem grässlich großen Maule
Lauert er in jeder Kaule
Um einen jeden der da kommt,
Wenn es ihm gerade frommt,
Mit seinem  Mörderrachen
Den Garaus fix zu machen."

***

"Troxartes glaubt, dass dazumal
Vor rund viertausend Jahren,
Als unser schönes Mäuseland
Dank unserer Mausahnen entstand,
Die vor uns, wie der alte Baal
Und seine Helfer Frösche waren."


"So wie die Nachbarn glaubt auch er
Heut noch dass Baal der Satan  wär,
Welchen jeder Gläubige samt den Seinigen
Hat auf der Haddsch zu steinigen."

"Weil er die Bibel hat gelesen,
(Ri 2,13; 6,25; 6,28; 6,30; 6,31; 1 Kön 16,31; 16,32; 18,19; 18,21;
18,22; 18,26; 19,18; 22,54; 2 Kön 3,2; 10,18; 10,25;  10,27; 10,28;
17,16; 21,3; 23,4; 23,5;  1 Chr 4,33; 8,30;  Tob 1,5; Jer 2,8; 3,24;
7,9; 11,13; 11,17; 12,26; 19,5; 23,13; 23,27; 23,29; 32,35; Hos 2,18;
13,1; Röm 11,4  und viele andere Stellen mehr
Weiß er, Baal ist ein Gott gewesen
Hier in jenen alte Tagen,
Bevor Jahwe hatte noch das Sagen,
Das macht er jeden Tag sich klar,
Der mächtig wie sonst keiner war."

"Und weil er nebst dem einen,
Welchen er nennt den Seinen,
Keinen andern duldet in seinem Land,
Sprengt und reißt er kurzerhand,
All die altenTempel nieder,
Damit im Mäuseland nie wieder
Ein Mäuschen sich erinnern kann
Wie es war als es begann."


"Und wenn wir noch so mutig sind,"
So endete Maus Spürdenwind
"Kommen wir gegen ihn nicht an!"

***

Wie es in Mausulina weitergeht
 In der nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt


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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.