Montag, 16. November 2015

Bei Hofe

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 40 - 32
Bei Hofe

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Teichhilde just am Ende ihrer Rede
Im Parlamente angekommen war
Und sie den Beifall der hochadeligen Schar
Entgegen nahm just stante pede,
Erschütterte ein furchtbar lauter Knall
(gemeint ist das Attentat von Paris)
Den Saal. "Das ist ein Überfall"
Dachte ein jedermann im hohen Haus.

Teichhilde, wie immer einfallsreich,
Griff zu ihrem Handy gleich
Und rief spontan
Ihren Gatten Pausback  an.

"Es waren Terroristen, gesteuert von Mausulina aus,
Denen Troxartes gar hinterhältig unverhohlen
Froschzivilisten zu morden hatte anbefohlen."
Hat der, weil sie's hat interessiert.
Seine Gattin informiert.

"Na gut, dann bin ich ja im Bilde"
Erwiderte ihm da Techhilde
Und fügte hinzu, "Na klar, ja, ja,
Ich komme nach Altalya.
(Gemeint ist der G 20-Gipfel  15./16. November)
Dort können wir gemeinsam dann
Beraten was man machen kann.
Machs gut und mach Dir keine Sorgen,
Tschüß mein Schatz, bis morgen."

Nachdem das Blitzgespräch war aus,
Sprach sie "Machts gut" im hohen Haus
Und fügte an "mein Flieger wartet.
Verzeiht ich muss mich sputen,
Weil sonst in zehn Minuten
Ohn' mich an Bord er startet."

Dann griff sie nach gewohnter Masche
Sich ihre Henkel-Einkaufstasche
Und eilte begleitet vom Applaus
Des Plenums aus dem Saal hinaus.


***

Als die Tür ins Schloss fiel hinter ihr,
Nahm Fürstin Unki Krotte von der Laichen
Die Ministerin der Verteidigung,
Das als Aufforderungszeichen
Mit dem ihr eignen Schwung
Ihre Rede endlich vorzutragen.

"Jetzt heißt es klotzen und nicht zagen
Und die Terroristen jagen!"
Begann sie, wie immer keck im Wort.
Und fügte verschärfend an sofort.



"Der Terroranschlag galt uns allen.
Das lassen wir uns nicht gefallen.
Man hat auch uns den Krieg erklärt.
Deshalb müssen endlich nun
Wir gegen Troxartes etwas tun."

"Was sich am besten da bewährt
Ist; wenn wir Frösche als Allianz
Dem verdammten Mäuseschwanz,
Weil Feiglinge wir all sonst wären.
Unsrerseits den Krieg erklären."



"Wir lassen die Freiheit uns nicht nehmen!
Es gilt den grausigen Mörder zu verfemen,
Und ihm seines Mordens wegen
Sein scheußliches Handwerk zu legen,
Sowie sofort in Rachesachen
Seinen Terroristen den Garaus all zu machen."

"Mit knapp drei Millionen unter Waffen,
Die all Gewehr bei Fuß schon stehen,
Wie wir hier im Bilde sehen,
Ist das spielend leicht zu schaffen!"

"Es darf dem Scheusal nicht gelingen
Uns seinen Glauben aufzuzwingen!"

"Ich hoffe", bat sie das hohen Haus
"Ihr löst den Casus Belli aus.
Dann werd die Truppen ich formieren
Und in Mausulina einmarschieren."


***

Wäre Freifrosch Klugner nicht gekommen
Hätte es ein böses End genommen.



"Hört alle zu" sprach der besonnen,
"Noch hat Troxartes nicht gewonnen.
Ich bin sicher Teichhilde in Altalya
Schmiedet mit all den andern ebenda,
Just gerade an einem Plan
Wie Troxartes man besiegen kann."

Und dann fügte er in aller Ruh
Ein Wort an die Fürstin noch hinzu.

"Um Teichhilde zu beerben,
Und König Pausback zu umwerben
Indem mit forschen Tritt und Schritt
Du versuchst zum Kriegseintritt
Ihn, gänzlich seiner Froschnatur entgegen,
Hier im Plenum zu bewegen,
Das weiß ich, wird dir nicht gelingen."

"Das Volk zum Volksentscheid zu zwingen.
Wie du aus purer Eifersucht
Auf Teichhilde es eben wieder gar verrucht,
Probiert hast, um an die Macht zu kommen,
Haben nebst mir im hohen Haus,
Noch andre übel dir genommen."

Und als er sie dann hat gebeten
Von ihrem Amt zurückzutreten
Gab es Zustimmung und viel Applaus.

***

Wie es bei Hofe weitergeht
In der nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt




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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.