Samstag, 7. Januar 2017

Die Muse und der Dichterling


Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 47 - 8
Die Muse und der Dichterling
Buch I

ib

 Dich nicht so hart gesotten
Und stelle dich hier nicht sogar,
Wie du's grad tatst, als Ketzer dar."
Erwiderte ihm Maxima
Indem vom Handy sie aufsah.

"Du solltest die Götter nicht verspotten!
Dass Wunder alle sie vollbringen,
Gehört nebst vielen andern Dingen,
Seit jeher zu ihres Amtes Pflicht!"

"Ich glaube solchen Unsinn nicht!"
Konterte der Dichterling
Und fügte, so gut es eben ging,
Als Antwort sogleich ihr im Nu,
Um Überzeugung sehr bemüht,
Seine Begründung noch hinzu."

"Wenn sie könnten was du glaubst,
Und wie du mich zu belehren dir erlaubst,
Warum sind sie dann allesamt im All verglüht?"
(Gemeint ist hier die aus Aristophanes Werk "Die Frösche"
stammende Geschichte von Dionysos, der in der Unterwellt,
 durch eine lang aufgestaute und dann donnernd gelöste Blähung,
die Frösche dort so erschreckt hat, dass sie nie wieder zu quaken wagten)
"Wer, wenn ein laues Lüftchen weht
Darob gleich vor die Hunde geht,"
Erklärte er nicht grade fein,
"Kann für mich nicht göttlich sein!"

***

Maxi gab ihm keine Antwort drauf,
Sondern rief online neue Seiten auf,
Um im Netz zu recherchieren,
Wo in Sachen Jesus und Amun,
Sie sich als nächstes sollten nun
Genauer noch drob informieren,
Warum der Erstere der zwei
Mit dem zweiten fast identisch sei.

***

Urplötzlich stutzend rief sie "Oh".
Sie hatte, als sie am Kaffee hat genippt,
Versehendlich wohl irgendwo,
 In ein falsches Feld getippt.

 
Doch was sie dort zu seh'n bekam,
Ihr minutenlang den Atem nahm
Und die Sprache lang verschlug.

Wahrhaftig, ohne Lug und Trug,
Erschien, und das in Übergröße,
Auf eines Frosches grüner Blöße,
Das Logo welches als geheime Allegorie,
 Der Dichter benutze wie auch sie.



Dann hat sie, etwas mehr versteckt,
Ein weitres Bild dazu entdeckt,




Und schließlich auch inkognito
Von Amun für die ganze Welt,
Mit Humor ins Netz gestellt,
Dazu das passende Video.



 
"Noch ein Wunder!" schrie sie laut
Und hat zum Dichter hingeschaut,
Während sie hinüber rief:

"So was kann nur Ihm gelingen.
Ihm geht niemals etwas schief!
Er war ja selbst mal hier zu Haus.
Und kennt sich mit den Seinen,
Aber auch mit solchen kleinen
Versteckten und geheimen Dingen,
Wie unserm Logo bestens aus."




"Ja", erwiderte der Spötter
Am Tische gegenüber ihr.
Er ist der letzte ja der Götter
Der überlebt hat, neben Dir.

Und dann fügte der Filou
Einen Nachsatz noch hinzu.

Wie schön, dass Du 'ne Muse bist
Der fremd ist jede Hinterlist.

***

Wie die Geschichte weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt

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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.