Dienstag, 10. Januar 2017

Die Muse und der Dichterling


Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 47 - 11
Die Muse und der Dichterling
Buch I

bwohl 

die hübsche Muse wusste,
Wie einen Frosch man packen musste,
Ist Huh ihr aus der Hand entschlüpft
Und in den Pfuhl hinein gehüpft.


"Schnell", rief sie zum Dichterling,
"Nun mach schon, zier dich nicht und spring!"

Da sprang der Dichter hinterher.
Doch er bekam den Frosch nicht mehr
Auf die Schnelle recht zu fassen.

"Pech gehabt!" schrie prustend er
Und wollte zurück an Land zu ihr.

"Du darfst ihn nicht entkommen lassen!"
Schrie sie vom Ufer aus ihm Nu
Ihrem Freund im Wasser zu.

"Wir brauchen dieses kluge Tier
Weil es verwandt mit Amun ist.
Als Mitglied der alten Schöpferacht,
Ist er wie für uns gemacht,
Um Auskunft und darob zu geben
Wie es zuging einst im alten Theben."


"Wenn du der gute Schwimmer bist,
So wie du mir hundert Mal schon fast,
 Zu Haus von dir berichtet hast,
Kannst du das jetzt sicher brauchen
Um suchend nach dem Frosch zu tauchen
Und ihn, ohne lange erst zu bangen,
Unter Wasser einzufangen."

Da ließ sich der nicht lange lumpen
Und begann die Lungen aufzupumpen,
Wonach mit Hechtsprung er vom Uferrand
In der Pfuhl sprang und verschwand.

"Am alten Teich:
Einer sprang hinein -
Nur das Geräusch des Wassers!"

(Haiku frei nach Basho des Verfassers)

Und ein paar Wellenkreise,
Die ebenfalls so leise,
Zu Maxima ans Ufer rollten,
Als ob sie ihr erzählen wollten,
Dass des großen Dichters letzte Stunde
Geschlagen hatte und er auf dem Grunde
Des Teiches bleiben muss für immer
Und sie ihn sehen würde nimmer.

Gut zweieinhalb Minuten lang,
War um ihren Freund sie bang.

Doch Gott sei Dank, im weiteren Verlauf
Der dritten tauchte er plötzlich wieder auf.

"Der Frosch weil er arg glitschig war,
Ist mir entkommen unten zwar,"
Rief prustend er ihr fröhlich zu.

"Doch schau mal, was ich dem Filou,
Es ist wohl eine Grabbeigabe,
Die für seine Brüder ward gedacht,
Dort unten abgenommen habe."


"Es ist ein Teil der Götteracht,
Gefertigt aus grünem Edelstein."

Dann paddelte an Land er wieder
Und setzte sich neben Maxi nieder.

"Schön dass du nicht ertrunken bist!"
Lachte die und fügte dann
Gleich noch einen Nachsatz an.
"Ja, das wäre wahrlich Mist,
Denn dann müsste ich allein,
Morgen ja nach Theben reisen."

"So kann ich den Weg dir weisen
Und gemeinsam sicher dann,
Du weißt ja, ich gebe nicht leicht auf,
Kommen wir auch heil dort an."
Gab er ihr zur Antwort darauf.

***

Danach betrachteten sie beide sich
Das Kunstwerk welches handgemacht,
Vom Tauchgang er hatte mitgebracht.

 "Das ist echt! Ganz sicherlich!"
Tat Maxima dem Dichter kund.
"Im alten Per Amun, nämlich genau hier,
So wie Achternbusch und wir,
Es bereits mit Sehergaben
Längst vorausgesehen haben,
Stand Amuns Tempel auf des Teiches Grund!"

"Das passt!" Sprach da der Dichterling
Indem hinter einen Busch er ging.

Nein nicht wie Ihr nun denkt, zu Dichten,
Nur um die Notdurft zu verrichten,
Die er dringend nötig hatte.

Von dort zur weiteren Debatte,
Ja es war wirklich nicht grad fein,
Gabe er seinen Senf dann drein.


"Hier lernte auch der kleine Bub
Welchen wir heut Jesus nennen,
Vermutlich als im Sand er grub,
So wie es alle Kinder tun
Die ersten Ägyptergötter kennen
Und ganz bestimmt auch Gott Amun."

***

Wie die Geschichte weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt



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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.