Freitag, 6. Januar 2017

Die Muse und der Dichterling


Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 47 - 7
Die Muse und der Dichterling
Buch I


ls 

sie dann bei Tische saßen
Und mit Genuss ihr Frühstück aßen,
Der Dichter köpfte just ein Ei,
Gab Maxima ganz nebenbei,
Auf ihrem Handy Pelusium ein
Und fügte danach ganz spontan,
Den Namen Moses auch noch an.


"Tatsächlich", sprach sie, "du hast Recht.
Moses beim Auszug Gottes Knecht,
(Exodus 14,31)
Das hab ich eben grad gelesen,
Ist tatsächlich hier gewesen!"




Dabei  hielt sie ihr Handy so,
Dass der Dichterling
 Den Namen des Pharao,
Um den es in der Sache ging,
Den des Ketzers Echnaton,
Der damals am Nil saß auf dem Thron,
Wo er sich im Ruhme seiner Taten sonnte,
Nebst Pelusium und Moses lesen konnte.

"Super, du bist fürwahr perfekt!"
Hat sie der Dichterling geneckt.

Und dann fuhr er fort sogleich.

"Damals im Ägypterreich
Brannte es an allen Fronten."

"In der Schlacht hier in Pelusium,
Die Sitten waren rau im Altertum,
Die Perser einst nur siegen konnten,
Weil sie zu des Pharaos Bedauern,
Neben im Lande zu brandschatzen,
Und gar schlimm zu marodieren,
Krieg führten mit heiligen Tieren,
Wie Ibissen, Fröschen oder Katzen,
Die sie über die Befestigungsmauern,
Mit Katapulten in die Stadt hier schossen."

"Sie führten sich so auf wie Wilde;
Banden die Tiere lebend vor ihre Schilde.



"Die Ägypter, darob arg verdrossen,
Nicht zu gefährden deren Leben
Haben schnell klein beigegeben!"

"Dieses erwähnt nur nebenbei.
Doch da war Moses längst schon frei!"
(Der Auszug aus Ägypten unter Führung des Moses soll gemäß dem
Buch Exodus der Bibel bereits um 1250 vor Christus geschehen sein.)

Um über jenen mehr noch zu erfahren
Und auch über den froschköpfigen Amun,
Welcher vor gut dreitausend Jahren,
Mit ihm soll hier gewesen sein,
Gab Maxi auf ihrem Handy nun
Pelusium, Frosch und Amun ein.

***

Sie war geschockt und es ging ihr nah,
Als sie unter Bilder das Ergebnis sah.

Anstatt Moses um welchen es ihr ging,
Erschien Amun mit dem Dichterling
Abgebildet Arm in Arm.


"O Gott", rief sie zu dem brühwarm,
Vor Schreck noch halb benommen,
Und mit Erstaunen im Gesicht.

"Wer hat das Bild denn aufgenommen?"
Wollte vor dem letzten Frühstücksbissen
Sie von ihrem Gegenüber wissen
Und fügte sogleich auch noch dann
Schnippisch die Bemerkung an,
"Dass du den persönlich kennst
Das wusste ich bislang noch nicht."

"Ihr beide wirkt ja sehr vertraut!"

Stammelte sie  vorwurfsvoll,
Und hat ihn verächtlich angeschaut

"Ich weiß gar nicht was ich dazu sagen soll.
Mit scheint dass du ihn Freund gar nennst
Und dass du sehr intim
Wie man sieht, schon bist mit ihm."

***



"Was hast du denn da nur wieder angeklickt?"
Lautete um abzulenken, gar geschickt,
Und durch und durch gerissen,
In der gar verzwickten Lage,
Des Dichters schnelle Gegenfrage.

"Woher soll denn ich das wissen?"

Und dann wurde er noch profunder.
"Mir scheint es ist ein Wunder,
Was da just geschieht 
Das man online sieht!"

"Die Götter sind da alle gleich.
Du siehst es ja, ideenreich,
Mit ein paar Tricks versuchen sie
Uns weiszumachen irgendwie,
Dass sie die allergrößten sind!"

Und dann ergänzte er geschwind:

"Doch ohne sie, so schrieb schon Brecht,
Wäre die Welt genau so schlecht!"

***

Wie die Geschichte weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt

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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.