Donnerstag, 12. Januar 2017

Die Muse und der Dichterling


Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 47 - 13
Die Muse und der Dichterling
Buch I


wie geplant, hat man es dann
Am Tag darauf auch gleich getan.

Von Bubastis reisten die zwei
Im Nildelta zuversichtlich heiter,
Auf ihrer Forschungsroute weiter.
Über Bilbeis nach Sacha hin, wobei
Maxi den Fußabdruck finden wollte,
Den Jesus dort hinterlassen haben sollte.

Sie fand ihn nicht denn offenbar,
Der verwischt schon lange war.

Aber dort wo jener sollte sein,
Fanden in einer flachen Pfütze sie,
Im frühen Morgensonnenschein
Der bekannten Stelle vis-a-vis,
Vor Jahrtausenden gemacht,
Froschfigürchen, diesmal acht.



"Mir scheint das ist erneut ein Wunder,
Der Tag wir gut ganz sicher heut."
Hat Maxima sich drob gefreut
Und begann die Ihren und die Seinigen,
Ein jeder hatte vier gefunden,
An ihrem Rocksaume zu reinigen.






Der Dichter nicht so euphorisch, wie sie erbaut,
Und mit Schmuckfröschen weniger vertraut,
Erwiderte darauf ihr unumwunden:

"Mir scheint von diesem alten Plunder,
Liegt hier am Nil, im Lande Goschen,
Wo einst Amuns Priester Phrasen droschen,
Noch allerhand total verdreckt
Tief im Sumpf herum versteckt."

Und dann fügte er hinzu:

"Um in der Sache, nach welcher wir hier suchen,
So, wie wir's uns haben vorgenommen,
Ein Stück weiter noch voran zu kommen,
Sollten vorab, schon jetzt von hier,
Am besten machst das du,
Per Handy online in Kairo wir,
Eine Museumsführung buchen!"

Gesagt, getan, wie angedacht.
Hat Maxi das sogleich gemacht.

Im Umgang mit ihrem iphone acht perfekt.
Mit Hinweis auf das gemeinsame Projekt,
Und ihre Mitbringsel in Sachen Lurch,
Kam sie bis ganz nach oben durch.

"Der Museumsleiter für uns zwei
Hält einen Termin sich morgen frei,"
Hat nach dem Anruf ungefragt
Sie zum Dichterling gesagt.

"Er ist gespannt schon auf die Sachen
Die wir zum Geschenk ihm dabei machen."

Schnell packten dann, gemacht aus Stein,
Sie sorgsam die acht Figürchen ein
Die sie just gefunden hatten.






"Ich hoffe, man wird uns gestatten"
Sprach der Dichterling zur Maxima,
"Dass wir um uns dort umzusehen,
Auch in die Räume können gehen,
Wo ausgelagert ebenda,
Seit Jahrzehnten gar gediegen
Die wichtigsten Exponate liegen."

"Du willst wohl," erwiderte die Muse drauf,
"All die Mumien seh'n , die dort zuhauf
Aus allen Zeit- und Forschungssparten,
Noch auf Untersuchung warten."

"Das kannst du, falls es klappt gern tun,
Aber bitte ohne mich!"

"Ich bin zwar auch nicht zimperlich,
Doch Leichen sind für mich tabu."
"Ich mache nicht wie's vorhast du,
Im Keller dort die Sarkophage auf!"

"Na gut", erwiderte er darauf,
Und hat kontra ihr gegeben,
"Wenn so etwas dir nicht behagt,
Dann mach ich es alleine eben!"
  
Doch lass uns weiterreisen nun,
Damit wir dort sind wenn es tagt."

***
Wie die Geschichte weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht

wird fortgesetzt



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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.