Mittwoch, 4. Januar 2017

Die Muse und der Dichterling


Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 47 - 6
Die Muse und der Dichterling
Buch I

ls 

sie dann zum Frühstück gingen,
Gemeinsam Hand in Hand,
Ihre Blicke sich verfingen,
An Bildern welche an der Wand
Hinter einem Tresen hingen,
Der im Flur dort offenbar
Eine Bar mal früher war.



Beide ausgeschlafen, gut gelaunt,
Haben sehr darob gestaunt
Und die Bilder sich im Handumdrehen,
Ganz genau dann angesehen.

Das Bild, das in der Mitte hing,
Stellte die Göttin Heket* dar,
Die zuständig im Nilstromland
Für Geburt und Wachstum war.





"Die kenn ich", sprach der Dichterling.
Doch nicht als Schwarze dargestellt!"

"Besser Amun mir gefällt
Der ein bisschen eingeengt
Gleich rechts neben ihr dort hängt."


Als Zeichen seiner Würde
Und seines Amtes Bürde,
Trägt er einen Bart,
Der das offenbart."


"Doch links das Bild in schwarz und weiß,
Ist das schönste und der Beweis
Für mich, dass stimmt was viele sagen,
Nämlich dass in den alten Tagen,
Bevor der Ketzer Echnaton
Bestieg den Pharaonenthron,
Amun in Ägyptens Glaubenswelt,
Froschköpfig** ward dargestellt!"




"Das Bild ist eine Rarität.
Es zeigt Amuns wahre Identität.
Dazu gemalt in Hieroglyphen,
Das ist besonders hier zu nennen,
Ein Schriftzug der uns nahe geht,
Obwohl wir beide ihn schon kennen!"

"ICH BIN DIE AUFERSTEHUNG UND DAS LEBEN"

"Diese Inschrift im alten Theben,
Das kann man hiermit überprüfen,



Damals schon im Nilstromland,
Auf manchem Frosch-Öllämpchen stand,
Das die alten, braven, frommen
Ägypter haben mitgenommen
Ins Grab, so war es Mode,
Am Nil nach ihrem Tode."



Maxi staunte über all das Wissen
Das der Dichter kurz umrissen,
Im Flur ihr auf dem Weg hinab
Zum Frühstücksraum zum Besten gab.

Als sie in den Speisesaal dann kamen,
Entdeckten sie in weißen Rahmen
Dort Bilder von Froschgöttern erneut.

Die beiden darüber sehr erfreut,
Bevor sie sich zum Frühstück setzten,
Sich wissbegierig dran ergetzten.

Neben Heket und Amun
Waren aus der alten Götterwelt
Auch die Froschgötter Kuk und Nun
Auf den Bildern dargestellt.


"Aus der Achtheit fehlt nur Gott Huh!"
Sprach nach frohem Morgengruße,
Der Dichterling zu seiner Muse.





"Schau nur", sprach diese da intim,
Simultan zu ihrem Fingerzeig zu ihm.
"Dort hängt Moses rechterhand
Von der Dame, die den Tisch grad deckt,
Als ob es sich vor uns versteckt,
Mit drei Fröschen an der Wand."



"Anscheinend war auch der schon hier."
Erwiderte der Dichterling drauf ihr.


* Da der Frosch in schlammigen, feuchten Gebieten lebt, wo es vor Leben wimmelt, wurde er mit dem entstehenden Leben in Verbindung gebracht. Denn auch die ägyptische Welt entstand aus dem Urschlamm. Deshalb wird er der Geburtsgöttin Heket zugeordnet, die für das Wachstum des Fötus und die Geburt zuständig war. Die Glyphe des Froschs galt als Symbol des noch nicht geformten Menschen.
** Der Grund dafür, dass kaum Originalabbildungen von der einst froschköpfig dargestellten Schöpfergottheit existieren, ist wohl der damals vom Ketzerpharao Echnaton radikal durchgeführte  Umbruchsversuch der ägyptischen Götterwelt, dem auch die froschköpfig dargestellten Götter der Achtheit von Hermopolis durch Tilgung zum Opfer fielen. Die Urgötter der Schöpfer-Achtheit  wurden mit Schlangenkopf aber auch mit dem Kopf eines Frosches dargestellt. Auch als Nilgott war der Frosch oft abgebildet aber in diesem Kontext wohl eher als Spender des wiederkehrenden Nilhochwassers zu verstehen. Der Frosch war die Verkörperung aller belebenden Kräfte. Das zeigt seine Schreibart, die aus einer Wortgruppe gebildet wird und mit "das Leben wiederholen" übersetzt wird. In der Spätzeit wird der Frosch mit "Wiederbelebung" gleichgesetzt. Das lässt vermuten, dass der Frosch auch im Totenglauben der Ägypter eine Rolle spielte. Es wurden Opferplatten mit abgebildeten Fröschen gefunden, die aus der Spätzeit stammen. Hier dürfte der Frosch als Wasserspender verstanden worden sein. Die Kröte wurde oft mit dem Frosch synonym genannt und deshalb als Tier der Heket bezeichnet. Doch ein genaueres Hinsehen zeigt Unterschiede zwischen beiden Lurchen auf. Die Kröte spielt insgesamt im alten Ägypten eine eher untergeordnete Rolle. Sie wurde auf Zauberstäben mit einem Messer bewaffnet abgebildet. Damit diente sie dem Toten als Abwehrzauber. Auch auf Amuletten ist sie in dieser Funktion zu finden. Es liegt nahe, dass der Frosch und die Kröte im Laufe der Zeit zusammengeflossen sind, zugunsten des Frosches.
 

Wie die Geschichte weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt


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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.