Samstag, 14. Januar 2017

Die Muse und der Dichterling


Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 47 - 14
Die Muse und der Dichterling
Buch I


Tag darauf, morgens, kurz vor acht,
Das Museum hatte noch nicht aufgemacht,
Warteten die zwei gespannt
Auf den Museumsleiter der
Ihnen ja am Tag vorher,
Den Frühtermin hatte genannt.

Punkt acht, ganz nach Beamtenmasche,
Auf dem Gepäckträger die Aktentasche,
Kam er schließlich angeradelt.

Direkt vor Maxi und dem Dichterling
Stellte er sein Fahrrad ab,
Wobei sorgsam, so gut es eben ging,
Er Acht darauf gar sorgsam gab,
Dass die Sphinx, welche dort linkerhand
Direkt vor dem Museum stand,
Keinen Kratzer abbekam
Oder sonst wie Schaden nahm.



Dann hat einen Tourist er drob getadelt,
Weil der mit seinem Handy just,
Ein Foto von sich mit frohem Lachen
Und der steinern Sphinx wollt machen.

Dass das dort strikt verboten war,
Hatte der ganz offenbar
Tatsächlich, so schien es, nicht gewusst.

Danach wandte er im Nu
Sich seinen beiden Gästen zu.

Dem Dichter gab er zuerst die Hand
Was Maxi nicht grad höflich fand.

"So sind hier alle Männer eben,"
Dacht sie, "schon seit dem alten Theben."

"Was habt ihr mir denn Schönes mitgebracht?"
Wollte freundlich lächelnd, gar gerissen
Er von den beiden sogleich wissen.

Da hat Aristquakes wohl bedacht,
Dem Ägypter klar gemacht,
Was genau man von ihm wollte.

Und weil ja Dank der ihnen zollte,
Für das, was sie noch im Rucksack hatten,
Er ihnen dieses tunlichst sollt gestatten.

"Na gut, dann geh'n wir erst mal rein,"
Lud der die beiden sogleich ein,
Und marschierte stolz voraus
Hinein ins imposante Haus.

***

Oh wie war das interessant!

Gleich im Vorier an einer Wand,
Der Dichterling ein Bildnis fand,
Auf welchem, gemalt einst wunderbar,
Gott Amun abgebildet war.


Maxi hat ihn auch sofort erkannt.

"Schau mal, hier ist er noch zweimal."
Rief  sie dem Freund im großen Saal,
Durch den sie nun schritten, begeistert zu.


Der Museumsleiter in aller Ruh,
Sie nach oben zu geleiten,
Voraus schreitend durch uralte Exponate,
Im großen Raum zu beiden Seiten,
Zur Fahrt hinauf ins Hochgeschoss,
Steuerte den Fahrstuhl an.


"Schau mal dort, die zwei Plakate!"
Zeigte dem Freund sie ganz spontan,
Bevor die Tür des Lifts sich schloss.




"In der Ausstellung über Hermopolis,"
Ergänzte sie, "findet ganz  gewiss,
Sich manches, was wir noch nicht kennen"

"Das Beste, denk ich, wird es sein,"
 Raunte der drauf leis' ihr zu,
"Wenn wir uns dann erst mal trennen.
Ich kümmere mich um Amun, während du
Im ersten Stockwerk hier,
Das über Heket ansiehst dir."



"Da sind wir, bitte tretet ein!"
Bat der Museumsdirektor sie,
Da bereits in sein Büro.

"Hier ist das Zentrum der Ägyptologie!"
Tat er stolz aus gutem Grund,
Seinen beiden Gästen kund.
"So wie hier, sonst nirgendwo,
Könnt ihr, wenn ihr wollt, erfahren
Wer die ersten Götter waren!"

"Fühlt euch beide wie zu Haus.
Doch nun setzt euch und packt aus!"

***

Wie es anno dazumal,
 Nachdem man sie so nett empfing,
Im Museum weiterging,
Erzählen wir das nächste Mal.

wird fortgesetzt




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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.