Mittwoch, 11. Januar 2017

Die Muse und der Dichterling


Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 47 - 12
Die Muse und der Dichterling
Buch I

ags 

drauf, es war noch nicht mal acht,
Haben sie sich auf den Weg gemacht.



Von Amuns Haus in Pelusium,
Dort wo vor gut zweitausend Jahren,
Zu Gast in dessen Heiligtum,
Auch Jesus und seine Eltern waren,
Ging es in deren altbewährten
Und heute noch genutzten Fährten,
Von der Landenge bei el-Quatara,
Durch die antike Landschaft Goshen,
Wegen der Hitze dort in kurzen Hosen,
Weiter ganz hinunter bis
Ins einst so ungastliche Bubastis.*

Dort wo Jesus ärgerlich, mit Recht und Fug,
Weil die damals recht gescherten
Leute ihnen einen Trunk verwehrten,
Sein erstes Kreuz gar zornig schlug,*
Fanden nahe sie der Stelle,
Wo entsprungen ist die Quelle,
Vier Froschfigürchen, winzig klein,
Gefertigt all aus edlem Stein.





Das hat die beiden arg verblüfft.
Maxi hat die Funde überprüft.

"Keine Frage, die sind echt!"
Sie, bestätigend dies gleich danach,
Zu ihrem Freund, dem Dichter sprach.

"Ja ich denke du hast recht!"
Erwiderte ihr der sofort.

"Das bedeutet dass diesen Ort
Bereits jener alte Mann schon kannte
Den seinerzeit man Moses nannte."

Als der Dichter danach schwieg
Maxi sich an seine Seite schmieg.

"Ach", sprach sie "bitte erklär mir doch,
Damit auch ich's verstehe nun,
Bevor wir weiterzieh'n schnell noch,
Was hat denn der damit zu tun."


"Ja die Sache die ist so,"
Erwiderte, über ihre Frage froh,
 Denn er hat sofort durchgeblickt,
 Er ihr darauf gleich sehr geschickt.

Und dann fügte er spontan
Was er vermutet hat schnell an.

"Moses als junger Bursch kein Tugendbold,
 War, so wie jeder Ägypter, Amun hold!"
(Hier wird bereits davon ausgegangen, dass sich die Aussagen
 von Sigmund Freud und Aristoquakes bewahrheiten.)

"Bevor er nach dem feigen Mord,
Den er begangen hatte dort,
(Exodus 1,11-14)
Schleunigst, damit man ihn nicht fing
Aufbrach und in die Wüste ging,
Um Gott Amun zu versühnen
In Sachen seiner Freveltat,
Und um sich selber zu erkühnen,
Das Volk der Hebräer anzuführen
Und sich zu ihrem Chef zu küren,
Die Figürchen er hier geopfert hat."


"Diese Frösche, schön geformt aus Stein
Das leuchtete sofort mir ein,
Hinterlegt einst auf dem Grabe
Des Mannes, welchen er erschlug
Waren seine Opfergabe!"

***

"Das war wohl Amun nicht genug."
Lachte Maxima darauf
Und nahm belustigt es in Kauf,
Was im Erklären gar bewährt,
Der Dichter hatte just erklärt.

Doch dann fuhr sie mit Erst im Wort
Dem Freunde zugewandt schnell fort:

"Wenn wir noch mehr von solchen kleinen Dingen
Hier im Lande Goschen finden sollten,
Die von Moses der Heiligen Familie wohl gesetzt,
Und jener als Wegweiser haben einst gegolten,
So wie für uns beide sie noch gelten jetzt,
Dann sollten wir sie nach Kairo bringen."

"Das Ägyptische Museum dort
Wäre für sie der rechte Ort,
Obgleich ja Steine schweigen,
Um den Besuchern aufzuzeigen,
Wer in Ägypten in jenem Jahr
Als Moses flüchtete, der Chef noch war."

"Ja, das machen wir!"
Sprach der darauf sogleich zu ihr.

***
Wie die Geschichte weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt

*Dem koptischen Synaxarium zufolge war Bubastis die erste Stadt auf ihrer Reise durch das Nildelta. Die Vision des Theophilus berichtet, dass deren Einwohner aber mitleidlos der dürstenden hl. Familie das Wasser verwehrten. Nach erfolgloser Suche nach einer Wasserquelle zeichnete Jesus ein Kreuz auf die Erde, worauf sich alsbald eine Quelle auftat. Das Wasser ist für alle heilsam – nur nicht für die Bevölkerung von Bubastis.



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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.