Donnerstag, 27. August 2015

Auf dem Schlachtfeld

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 37 - 3
Auf dem Schlachtfeld
- Die Froscharmee -

er 

erste Wunsch ward schnell erfüllt.
Die Fliege kam prompt angeflogen!
"Hurra" hat Pausback froh gebrüllt.
Da hat die Summse ungezogen,
Im Flug von oben, gar gerissen,
Auf seine Krone ihm geschissen,
Was den König arg verärgert hat.


Der Narr sprach: "Diese Freveltat
Darfst du dir nicht gefallen lassen!"

Da ließ der König, sie zu fassen,
Den Scharfrichter fix zu sich kommen.
Der hat sie sich dann vorgenommen.


Diese war der erste Streich.
Und der zweite folgt sogleich.

***

Den ersten Wunsch kaum abgehakt,
Hat Pausback es erneut gewagt
Und Zeus, ohn lange erst zu zagen
Den nächsten sogleich vorgetragen.

"Ich wünsche mir" sprach er intim,
In Sachen Wunschliste zu ihm,
"Dass du mir ein paar Mücken schenkst!"
Und er schickte ein Wort gleich hinterher,
"Doch wenn du dort oben auf dem Ida denkst"
So bat er voller Hinterlist,
"Dass dieses zu bescheiden ist,
Dann vielleicht auch ein paar mehr!"

Obwohl es den Alten nicht mehr gab
Denn der war längst im All verglüht,
Kam summend sogleich von fernab,
Ein Mückenschwarm herangeschwirrt,
Der gar emsig darum war bemüht,
Sich im Palast zu erfrechen,
Den König gänzlich unbeirrt,
In seinen feisten Wanst zu stechen.


"Nicht so laut" sprach da der Narr
Während Pausback im Schmerze schrie,
"Mach doch nicht ein solch Gequarr,
Du wolltest doch die Mücken haben
Um deinen Wanst daran zu laben.
Du warst zu gierig und nun hast du sie!

***

Dieses war der zweite Streich
Und der nächste folgt sogleich.

Der König noch total zerstochen
Und mit ziemlich saurem Flunsch,
Überlegte was als dritten Wunsch,
Er sich nach den ersten beiden,
Von dem was er nicht brauchte aber wollte,
Doch dieses Mal noch mehr bescheiden,
Sich von Zeus erbitten sollte.
Und dann hat er es ausgesprochen.

"Gott Zeus, ich bitt dich, sende mir,
Was sicherlich nicht schwer fällt Dir,
Doch für mich ist hier vonnöten,
Für meinen Harem noch zehn Kröten."

  
Kaum gesagt und ohne Zagen
Den Wunsch der Gottheit vorgetragen,
Kamen sie quakend angehupft
Und haben ihn im Schlafgemach
Sogleich in sein Bett gelupft.
Und zwar so intim
Dass unter lautem Weh und Ach
Das Wünschen ist vergangen ihm.

***

Dieses war der dritte Streich
Und der vierte folgt sogleich.

Doch kaum erholt von alledem,
Weil er das Wünschen fand bequem,
Grübelte Pausback drüber nach
Was er noch so alles bräuchte.
"Ja", dachte er, "meine alte feuchte
Wohnung unter dem Lotusdach
Hätte dringend, zwecks der Wonne
Nötig Licht und warme Sonne."
Und diesen Wunsch trug er spontan
An die Gottheit gleich heran.


Und siehe da es wurde Licht,
Die Sonne brannte auf sein Reich.
"Soviel Hitze wollt ich nicht,
Da vertrocknet ja mein Teich,"
Jammerte der König nun
Und bat Zeus etwas zu tun,
Damit es wieder angenehmer
Werde und nicht noch extremer.

***

"Fünf Wünsche sind bereits vertan!"
Sprach da der Narr den König an
Und der dreiste höfische Filou
Fügte noch ein Wort hinzu:

"Wenn du weiter voller Hast
Deine Wünsche so verprasst,
Wie die erste Handvoll, dann
Hast du am Ende irgendwann,
All das kleine Glück vergeben
Welches zählt im Leben.

***

Was König Pausback weiter wollte
Und ob es sich erfüllen sollte,
Was er sich wünschte gar banal,
Berichten wir das nächste Mal.

wird fortgesetzt






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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.