Freitag, 1. Juli 2016

Die Muse und der Dichterling



Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 44 - 21
 Maxima und der Dichterling


achdem 

am Nil im alten Theben
Moses den Juden mit Amun
 Hatte ihren Gott gegeben,
Der in neuer Variante
Sich am Jordan Jahwe nannte,
Begann sich der hervorzutun
Und wollt die andern all entmachten!"

Erwiderte ihm Maxi drauf.
Und mit ärgerlichem Wort
Zum Dichter sprechend fuhr sie fort.

"Man nannte unser Volk nun Heiden
Und begann uns zu verachten
Sowie das Herrschen zu verleiden."

"Zudem haben sie gar ungezogen,
Indem sie Zeus zum Götzen machten
Gelogen dass sich die Balken bogen."

Und dann fügte sie spontan
Dazu Beispiele gleich an:

"Die Wunder welche ihr neuer Gott
Den Ägyptern wie auch uns zum Spott,
(Mit "uns" sind die homerischen Götter im Olymp gemeint
zu denen Aristomyomaximus  als Muse je ebenfalls gehört)
Durch Moses einst geschehen ließ,
Indem der auf Ihn verwies,
Waren allesamt und zwar pur,
Nichts als Ereignisse der Natur,
Wie wir heute alle wissen."

"Ein Jahwist hat sie gerissen,
Und es hat auch funktioniert,
Weil in jenen alten Jahren
Die Leute wundergläubig waren,
Als solche dereinst deklariert."

Und dann hat, selbst vom Dichtkunstfache,
Sie dichterisch erklärt die Sache,
Wie sie sich in den alten Tagen
Des Moses hatte zugetragen.

Die ägyptischen Plagen


"Dass Wunder des Glaubens liebstes Kind,
Das wissen wir seit Goethe, sind,"
Begann sie und fügte dann im Nu
Was sie drob selbst glaubte hinzu.

"Damals am Nil die vielen Plagen,
Haben wie folgt sich zugetragen."

"Nach einem Hochwasser das rote Erde mit sich riss,
Starben im Nilstrom, das gilt heute als gewiss,
Durch giftige Algen und Bakterien
Sowie durch andere Materien,
Die Fische und die Flut begann zu stinken.
Man konnte das Wasser nicht mehr trinken."

***

"Im Land vom Nilstrom überschwemmt
Vermehrten die Frösche sich gar ungehemmt.
Es kam, das wissen wir ja schon,
Zu einer Froschbevölkerungsexplosion."

"Die verendeten Fische ins Röhricht angetrieben
Wo sie verwesend liegen blieben,
Verseuchten das Wasser dort so sehr
Dass kein Frosch drin leben konnte mehr.
Drum hüpften sie massenhaft an Land."

"Ihre Quappen im Nilhochwasserstress,
Bedroht in ihrem Fortbestand,
Von der warmen Dreckbrühe benommen,
Reagierten und versuchten all indes,
Durch schnelleres Wachstum zu entkommen."

"Als Frösche erwachsen, nicht grad fein,
Suchten sie im Eigennutz
Vor der brennenden Sonne Schutz
Und drangen gar in Häuser ein."










"Das war nach der ersten Plage
Die zweite. Sie verschlimmerte die Lage
Weil die Frösche von Bakterien infiziert
Sind allesamt an Land krepiert."



***

"Die toten Lurchenkörper lagen
Überall im Land herum.
Das verwesende Amphibium
War die Ursache für weitre Plagen."
"Zum Beispiel die der Mücken."

"Da die Frösche welche jene sonst verdrücken,
Zum größten Teil verendet waren,
Vermehrten ohne Fressfeinde sich die,
In jeder Pfütze nun im Land
Exorbitant rasant,
So wie am Nil zuvor noch nie."

***

"Die Mücken und- Ungeziefer-Plage
War ziemlich lästig, keine Frage,
Doch sie wurde noch getoppt."

"Moses hatte zwar gefoppt
Aber, ei der Daus,
Er sah es wohl voraus.
Dass die Tiere auf den verseuchten Weiden,
Wenn sie erst richtig Hunger leiden,
Die Reinheitsgebote all vergessen
Und unreine Gräser sogar fressen."

"Sie starben wie die Fliegen
Und blieben verendet liegen."

***


"Die Kadaver überall
Verstreut im ganzen Land,
Und in jedem Stall
Das lag auf der Hand,
Führten zur Milzbrand-Epidemie
Und ganz sicher eben die,
Auch das steht außer Frage,
Wiederum zur sechsten Plage,
In Form von Blattern oder Pocken."

***

"Weil nach dem Hochwasser es lange trocken
Im überschwemmten Land am Nilstom war,
Kam es, auch das ist heute völlig klar,
Zu schweren Gewittern und zum Bedauern
Der Landwirtschaft mit Hagelschauern,
Welche die Kornfelder vernichteten
Wie Chronisten es berichteten."

***

"Nach einer schlimmen Gewitternacht
Drehte der Wind und blies von Osten her
Aus Arabien quer übers Rote Meer,
Heuschreckenschwärme in das Land."

***

"Nach dieser Plage, es war die achte,
Ein Sturm sogleich die neunte brachte.
Mit einer ungewöhnlich großer Menge Sand.
Verursachte der zwar schlechte Sicht
Doch ein Wunder war es nicht!"

***

"Schließlich um für seinen Chef zu werben,
So steht es im Pentateuch beschrieben,
Ließ Moses von des Ägyptervolkes Lieben
Die Erstgeborenen Söhne sterben."

Doch auch dieses war kein Gotteswunder.
Präzise, ausführlich und viel profunder,
Als Moses einst der hoch bejährte
Mann es dem Pharao erklärte,
Erklärte Maxima auch diese Plage.

"Ganz zweifelsfrei war schlimm die Lage
Damals an des Nilstroms Strand.
Alles Essbare war knapp im Land.
Hunger drohten ihnen allen.
Das Getreide von Schimmelpilz befallen,
Enthielt Gift in jedem Korn.
Die erstgeborenen Söhne immer vorn,
Auch die der Pharaonen,
Wenn es um das Essen ging,
Weil man am stärksten an ihnen hing,
Bekamen doppelte Portionen.
Und was die Nährwerte betrifft,
Somit auch das meiste Gift."

"Das war der Grund weshalb die Erben
Als erste mussten damals sterben.
Das war auch beim Pharao
In seinem Palast ganz sicher so!"

"Das ist es was man wissen muss,
Ich hab's erklärt, so gut es ging!"

Neben sich zum Dichterling
Und fügte danach ganz spontan
Gleich noch einen Nachsatz an.

"Ja es war wirklich ein Skandal!
Mehr dazu das nächste Mal!"


***

wird fortgesetzt




Keine Kommentare:

Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.