Dienstag, 5. Juli 2016

Die Muse und der Dichterling


Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 44 - 22
 Maxima und der Dichterling


aber, warum traf es die Juden nicht?"
Wollte da, wie stets gerissen,
Der Dichter von seiner Muse wissen.

***
Maxima, darüber nicht erbosen,
Hat darauf nun, aus ihrer Sicht,
In der Dichtkunst, so wie er bewährt,
Die Sache ihm sogleich erklärt:

"Die Juden lebten zum größten Teil in Gosen.
Das gilt es hier noch nachzutragen."





"Im Nildelta, das ist heut allen Forschern klar,
Die Trockenheit nicht so drastisch war,
Wie sonst entlang dem Strom im Lande.
Und damit fielen auch all die Plagen,
Das schließen die klugen Leute draus,
Nicht so schlimm wie sonst überall im Lande aus."

"Die Tiere auf den Weiden,
Moses Volk war zu beneiden,
Waren selbst imstande,
Zu des neuen Gottes Ehren,
Der Pest sich zu erwehren."

"Der Grund dafür steht längst schon fest.
Schafe und Ziegen erkranken nicht an Rinderpest.
Und auch die Bremsen sind auf diese nicht,
(2. Mose 8,18-19)
Das wusste Moses wohl, erpicht!"

"Mit andern Worten es zu sagen:
Am Nildelta, im Lande Goschen,
Wo mit hinterlistigem Gebaren,
Moses in seinen Jugendjahren,
Er war einst ein übler Tunichtgut,
 Einen Aufseher in seiner Wut,
Hatte einfach tot gedroschen,
Hatten die Juden nicht zu klagen."




"Weil die Frösche dort nicht starben,
(Als die Hochwasserwelle des Stromes das Nildelta
erreichte, war das im Oberlauf des Flusses verseuchte
Wasser aufgrund der Ablagerungen der giftigen Schwebstoffe
auf dem Weg dorthin wieder soweit gereinigt, dass die
in der Bibel beschriebenen Plagen im Lande Gosen zum
größten Teil ausgeblieben sind)
- siehe auch Exodus 8,18 -
Musste auch das Volk nicht darben!"

***

"Von all den Plagen nicht betroffen
Begann das Judenvolk zu hoffen,
Dass vom Frondienst im Pharaonenland,
Der ihnen bis zum Halse stand,
Sie endlich nach so langer Zeit
Durch Jahwe würden all befreit
Und Moses mit seinem Wunderstab
Das Zeichen bald zum Aufbruch gab!"

***


"Ja aber", sprach der Dichter da
Zu seiner Muse Maxima,
"Ich verstehe nicht wieso,
Als so arg es um sein Land
Aufgrund all der Plagen stand,
Damals Ägyptens Pharao,
Die Götter nicht um Hilfe bat
Oder wenigstens um Rat."


***

"Die kannst Du allesamt vergessen"
Antwortete ihm die Muse drauf.

"Der Nilgott Hapi, der alte Tunichtgut,
Verantwortlich für des Flusses Lauf,
Ach, es war fürwahr `ne Schande,
Hatte gegenteilige Interessen.
Anstatt die Hochwasser im Lande
Zum Schutz der Tiere auf den Weiden,
Wie es sein Job war, zu vermeiden,
War er der Ansicht, dass die Flut
Gut für das Wachstum an seinen Ufern sei.
Alles andere war ihm einerlei."



"Und Heket, es war ein Skandal,
Anstatt die Plagen zu verhindern,
Beschäftigte sich abnormal,
Anstelle von einem Ägypterweibe,
Mit Chnum an dessen Töpferscheibe,
Mit der Herstellung von Kindern."









"Auch Ptha, Hator, Apis, Min und Thoth
Konnten nicht helfen in der Not."






"Und Amun, welcher das zwar konnte,
Sich mit Re im Ruhme sonnte,
(Gemeint ist "Amun", der mit dem Sonnengott Ra zu
"Amun Re" vereinte mächtigste ägyptische Gott)
Den Echnaton ihm über Theben
Hatte zu strahlen dort gegeben.
 Er hielt sich, denn das war bequem,
Gänzlich heraus aus alledem,
Obgleich es ihm nicht recht gefiel
Was Moses von Jahwe hingelockt,
In seinem Heimatland am Nil,
Ihm hatte alles eingebrockt."



"Weil all die klugen Götter wussten
Dass sie zurückhalten sich mussten,
Wenn die Natur sich in Gestalt
Von Sturm, und Wasser mit Gewalt
Gegen die Menschheit unten richtet,
Haben sie klug darauf verzichtet,
Wohl ihres guten Rufes wegen
Sich mit dieser anzulegen!"

***

Wie das Ganze weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt



Keine Kommentare:

Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.