Dienstag, 12. Juli 2016

Die Muse und der Dichterling


Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 44 - 26
 Maxi und der Dichterling

s
 ist kein Wunder", fuhr der Dichter fort,
Dass heutzutag' noch immer dort,
Wo der Mythos einst entstand,
Im so genannten Heiligen Land,
Und rings herum in der Region,
Seit nunmehr viertausend Jahren bald
Noch immer Krieg herrscht und Gewalt!"

"Und schuld dran ist die Religion"!
Ergänzte Maxima darauf.
"Im Alten Orient, dem nahen Osten,
Hatte im Religionsgeschichtsverlauf
Gott Jahwe seine ersten Posten."

"Im trocknen wüsten Lande,
Zwischen Euphrat und dem Nil
Knüpften Nomaden diffizil, agil
Zu ihm dereinst die ersten Bande."

"Das Land zwischen beiden großen Strömen
Obwohl dort nichts zu holen war,
Geriet zum Zankapfel wie dereinst Böhmen."

"Noch heut, das ist uns beiden klar,
Ich erwähnte es ja schon,
Aufgrund der  Religion,
Die nach des alten Jahwes Wort,
Ein jeder anders auslegt dort,
Sind Israel , Saudi-Arabien, Ägypten, Irak, Iran
Jordanien, Syrien, Libanon, Palästina und Kurdistan,
Beflügelt von gegenseitigem Hass
Deshalb das reinste Pulverfass!"


"Und jeden Tag, in einem fort,
Zündelt ein Verrückter dort."

"Ja, so ist es, keine Frage,
Ziemlich brenzlig dort die Lage!"

Hat ihr der Dichter Recht gegeben.
Und dann fügte er spontan
Gleich noch eine Predigt an:

"Solang auf Erden Menschen leben
Welche, weil sie sonst nichts kennen,
Sich gottesfürchtig gläubig nennen,
Und die es sich rechthaberisch erlauben
Mit Gewalt, das was sie glauben,
Weil sie denken, dass sie's sollen,
Aufzwingen allen andern wollen,
Wird auf ihr kein Frieden sein!"

"Gläubig kann man sein
Aber gottesfürchtig nein."

"Wahrlich Maxi, glaube mir
Das sag ich in aller Freundschaft dir,
Einer vor welchem Furcht man hat,
Taugt als Gott nicht, in der Tat.
Aber auch einer der gar laut verspricht
Dass ein zweites Erdenleben
Er uns nach unserm Tod will geben,
Dem glaube ebenfall das nicht."

"Auch sollte man Propheten,
Ganz gleich wie sie sich nennen,
Die aufdringlich und ungebeten
Die Vergebung aller Sünden
Uns lauthals hier verkünden,
Hinterdrein nicht rennen!"

"Wenn der Gott nicht in dir wohnt.
Welchen du den Deinen nennst,
Und zu dem du dich bekennst,
Ihm zu folgen sich nicht lohnt!"

"Ja aber," unterbrach ihn Maxi keck,
"Was hat denn, was du predigst nun,
Mit jener Religion zu tun
Die verantwortlich für all den Zwist
Hier auf unsrer Erde ist?"

"Meine Predigt verfolgt den Zweck"
Erwiderte der Dichter ihr,
Dass du und ich, wir alle hier,
Irgendwann einmal verstehen
Dass Götter für das Weltgeschehen,
Nicht taugen. Ganz im Gegenteil,
Sie brachten seit Beginn der Zeit
Nur Gewalt und Zwist und Streit.
Doch für unser Seelenheil,
Damit will ich enden,
Kann man sie gut verwenden!"

Wie die Geschichte weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt

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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.