Samstag, 15. November 2014

Die beiden Kriegsherrn

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 27- 15
- 9. Kriegstag -
- Die beiden Kriegsherrn -

"Im Vergleich mit eurer Rasse,
Die einen Schwanz, wie jeder sieht,
Noch heute durch die Gegend zieht
Und selbst in der Moderne noch,
Haust in einem finstern Loch,
Gehören wir zur Oberklasse,
Aller Tiere auf der Welt!"

"Auch wenn dir das nicht recht gefällt"
So hörte die Maus den andern sagen,
"Musst du es ertragen!"

"Als der Schöpfer uns gemacht
Hat an alles er gedacht.

Als Nonplusultra - Optimum
Hat nebst dem Manntier und dem Affen
Der Herr mit dem Amphibium
Sein Meisterwerk geschaffen.

Wir können schwimmen, tauchen, hüpfen,
Durchs Schilf und unter Steine schlüpfen,
Sowie klettern und springen noch dazu,
Zumindest auch so gut wie du.

Und unsere Vitalität beim Sex,
Da war ich anfangs selbst perplex,
Ist so gemacht vom Schöpfer dass,
Wenn wir zum Beischlaf uns im Nass
Mit unsern Weibern niederlegen,
Folgt solch ein reicher Kindersegen,
Dass beim Zählen all der frommen
Kleinen wir meist auf über tausend kommen.

Oft geh'n bei uns am Teich zu Haus,
Nach der Geburt die Namen aus,
So dass dem Kindern für das Leben,
Wir mit Recht und Fug,
Ziffern sie zu rufen geben,
Denn davon gibt es ja genug.

Wir hatten stets damit Erfolg.
Ja wir sind ein starkes Volk
Und auch das ist weltbekannt
Wir werden Sänger all genannt,
Weil nebst dem Hüpfen und dem Springen
Wir schöner selbst als Lerchen singen.

Doch unsre große Stimmgewalt
Hat nur den einen Sinngehalt,
Den Herrn über dem Himmelsgloben,
Der uns erschaffen hat, zu loben
Und ihm zu danken Tag und Nacht
Dass er uns so perfekt gemacht."

"Du siehst", sprach kameradschaftlich
Pausback weiter dann zur Maus:
"Auch rein farblich, gegen dich,
Bin ich ein wahrer Augenschmaus.

Dein Grau wirkt trist gegen mein Grün.
Du kannst dich noch so sehr bemüh'n,
Mir hier noch etwas vorzugaukeln.
Du bist und bleibst ein Mäusespross.
Ich lass mich von dir nicht verschaukeln.
Drum steig herab vom hohen Ross
Welches Du gesattelt hast."



"Mir selbst ist Prahlerei verhasst"
Fuhr beschwichtigend sofort
Er extra bescheiden danach fort:

"Doch falls es dich mal interessiert,
Wer meine großen Ahnen waren,
Im Internet, bei Frosch platziert,
Kannst du alles das erfahren,
Was man wissen sollt von mir.
Drum merke die Adresse dir!"

"Unter FrogDrawings im Web,
Das weiß heute ein jeder Depp,"
So ergänzte er gerissen,
Steht alles was es gilt zu wissen,
Über mich und all die meinen.

Man kann dort, ohne sich zu schinden,
Zehntausend alte Bilder finden,
Die Aristoquakes für die Welt,
Um mein großes Volk zu ehren,
Und um unsern Ruhm zu mehren,
Hat dereinst ins Netz gestellt.

Mein Motte -mehr sein als zu scheinen-,
Damit es auch verstanden wird,
Ist trefflich dort dokumentiert!"

***

Troxartes mit der rechten Hand,
Hat die Temperatur gefühlt,
Vom Computer, welcher vor ihm stand.
Er war inzwischen abgekühlt.

Ein kurzer Druck auf Taste - on-
War des Königs Reaktion
Und siehe da, nach zehn Sekunden,
War mit der Seite er verbunden,
Welche ihm der Frosch genannt.

"Das ist wirklich interessant"
Hat er still bei sich gedacht
Und ein paar Bilder aufgemacht,
Die auf dem Monitor erschienen
Um zu ergötzen sich an ihnen.






 








Vierzig Bilder sicherlich,
Betrachtete der König sich,
Bevor zu Pausback er danach
Voller Anerkennung sprach:

"Ich seh', du hast nicht übertrieben.
Was Aristoquakes hat beschrieben,
Ist tatsächlich interessant.
Er hat Euch ziemlich oft genannt
In seinem großen Werk.
O.k. mein Freund, nun glaub ich dir.
Ich hoffe, du verzeihst es mir,
Dass ich dich hab so unterschätzt."

Der Frosch darauf: "Genug geschwätzt.
Richten wir unser Augenmerk
Vom Altertum zur Gegenwart."

"Du hast Recht", sprach da die Maus
Zu ihrem Gaste frei heraus.
"Es ist nicht unsre Wesensart,
Sich über solche Kleinigkeiten,
Wie die Vergangenheit zu streiten!"

Rex Pausback wollt sich grad erfrechen
Um über den Krieg nochmals zu sprechen.
Da wurde das Wort ihm abgeschnitten:

"Darf ich euch zu Tische bitten"
Rief Leckemülle und trat ein,
(eingedeutschter Name für Lychomyle die Königin)
Um ihren Froschgast zu begrüßen.
"Du sollst auch mir willkommen sein"
Sprach sie und reichte ihm die Hand.

Der Frosch, wie stets auf Freiersfüßen,
Ganz Kavalier, wie jeder Lurch
Und Frauenkenner durch und durch,
Das Mäuschen ganz entzückend fand.

"Pausback ist mein werter Name"
Sprach er zu der Mäusedame
Und reichte mit gekonntem Charme,
Brotnagers Gattin seinen Arm.

Er mochte sie auf Anhieb leiden.
Arm in Arm gingen die beiden,
Der König schloss sich ihnen an,
Zum Dinner nun nach nebenan.

 



***
wird fortgesetzt


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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als einhundertfünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 15.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.