Mittwoch, 3. Februar 2016

Bei Hofe

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 40 - 51
Bei Hofe

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bei Hofe im hohen Hause
Die Parlamentarier zur Mittagspause,
Es war gerade zwölf vorbei,
Zufrieden mampfend beisammen saßen,
Und ihre Fliegenschnitzel aßen,
Hörten sie plötzlich Kampfgeschrei
So als ob sich draußen schlügen zwei.

Die Fürstin Unki, Krotte von der Laichen,
Ließ sich just den Nachtisch reichen,
Rannte mit dem vollen Teller in der Hand,
Ans Fenster wo schon der Finanzminister stand.

"Die weiße Ratte hatte Recht, fürwahr!"
Sprach der zu ihr, "dort auf dem Platz,
Macht eine Ratte grad Rabatz!"

 "Es ist eine von diesen dummen, schlechten,
Ewig gestrigen, braunen Rechten,
Das sieht man an ihrem kurzen Haar,
Die einen von uns, weil Zeit es sei,
Anplärrt im Lande endlich nun,
Gegen die Flüchtlinge etwas zu tun,
Weil es gar schlecht um Froschland steht,
Und ohne sie es untergeht."


"Sie wollte den aufrechten grünen Christen
Offenbar anwerben will für die Partei,
Der rechten braunen Nationalisten."

"Doch schau nur, die Ratte hat wohl Pech!
Der mutige, gar kecke Grüne,
Obwohl von Statur nicht grad ein Hüne,
Schlägt gar trotzig frech
Mit einem scharfkantigen Stein,
Auf den braunen Spinner ein,
Dass ihm seine Nase blutet."

"Bevor von dannen er sich sputet
Verdeutlicht der mutige Grüne ihm,
Nicht gerade sehr intim,
Während mit gar festen Schritt
Auf den dicken Schwanz ihr tritt,
Dass mit braunen Ratten er,
Weil sie denken all verquer,
Und pfeifen arg verlogen schrill,
Weder reden noch paktieren will!"

Die Fürstin Unki, leichenblass,
Sprach zu ihrem Froschkollegen:

"Wir müssen in unseren Erlass,
Zur Bekämpfung des Terrors, der von außen droht,
Bevor er durch ist und gediehen,
Dieses schlimmen Vorfalls wegen,
Ergänzend auch die Braunen einbeziehen.
Denn wer hier im Lande so verroht,
Wie die Ratte draußen eben,
Bedroht eines friedlichen Bürgers Leben,
In so arger Täuschungslist,
Ist schlimmer als ein Terrorist!"

Der andre stimmte sofort zu.
"Im Reden bist die bessre du!"
Sprach grinsend er mit Hintersinn,
Zur Kollegin von der Laichen.

Die Ministerin vom Kollegen so geehrt,
Hat das nicht erst abgewehrt.

"Gleich nach der Pause zum Beginn,
Der parlamentarischen Nachmittagsschicht,
Falls es erlaubt der Präsident,
Werd ich die anderen erweichen,
Damit sie unserer neuen Sicht,
Und dem was wir beide just berieten
Die Nationalisten zu verbieten,
Zustimmen all im Parlament.

***


Ob das Parteiverbotsverlangen
Im Parlament ist durchgegangen,
Oder scheiterte vor Gericht,
Wissen wir noch nicht.

wird fortgesetzt



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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.