Dienstag, 27. Dezember 2016

Die Muse und der Dichterling

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 47 - 1
Die Muse und der Dichterling
Buch I

hne 

weiteren langen Schmus,
Und ohne erst noch lang zu zagen,
Ihren Standpunkt vorzutragen.

Die hübsche Muse des Dichterlings,
Welche jenem neuerdings,
Weil sie sein Thema spannend fand,
Dichterisch zur Seite stand,
Hatte in dieser Sache zwar,
Als eine aus dem Musenkreise,
Und griechische Göttin, die sie war,
Eine andere Betrachtungsweise
Als Aristoquakes, der im Gegensatz zu ihr,
Mit forscher, menschmännlicher Manier,
Am Machwerk über die Frösche schrieb
Und oftmals dabei übertrieb.


Sie, weil auf ihres Vaters Thron,
Musen sind Töchter des Zeus und der Mnemosyne (Mythologie)
Seit ihr Papa im All verglühte,
Und Amun sich nun drum bemühte,
Im Olympus Fuß zu fassen,
Um sich für das laufende Äon,
Demnächst vereidigen zu lassen,
War vorsichtiger in dieser Sache.

Sie wusste: "Der Neue ist von Fache,
(Gemeint ist Amun der ägyptische Schöpfergott, der zum Zeitpunkt
des dramatischen Geschehens auch im Olymp anwesend war, aber
als einziger der damals dort anwesenden Götter die Katastrophe
überlebt hatte.)
Weil er im Land der Pharaonen
Als Schöpfergott verstand zu thronen
Und sicher dort im Amt noch wäre,
Wenn nicht die Interessenssphäre
Sich am Nil nach dem Ketzer Echnaton,
Durch Moses, eines Ägypters Sohn,
Zu seiner Betrüb- und Kümmernis,
Und seinen Nachteil so verändert hätte,
Dass überflüssig wurde seine Arbeitsstätte,
Im Tempel von Theben und Hermopolis.


 Amun mit dem Henkelkreuz 
auf den Weg in den Untergrund


Weil keiner sonst von ihren Lieben
Am Leben damals war geblieben,
Als das Unglück im Olymp geschah,
War sie es, die als Anverwandte
Des alten Zeus die Riten kannte,
Und als einzige noch wusste,
Was ein Neuer ebenda,
Versprechen und beschwören musste,
Bevor das Amt er übernahm.

***

Doch bevor es dazu kam,
Wollte die Frösche sie studieren,
Um sich genau zu informieren,
Was bei denen einst am Nil
Im Amt als Gottheit Sitte war.

Sie wusste von Aristoquakes bereits zwar,
Das hatte der ihr anvertraut,
Dass die dreitausend Jahre im Exil,
( Gemeint ist die Zeitspanne vom Auszug der Israeliten aus Ägypten bis heute)
Der Schöpfergott mit grüner Haut,
Am Nilstrom einst Amaunets Gatte,
Fast unbeschadet überstanden hatte.

Doch als sie, was Hüppauf sagte, hörte
Sie sich drob gar sehr empörte.




"Das klang sehr", so dachte sie,
"Nach Ketzerei und Blasphemie."


Deshalb rief sie ganz spontan,
Um ihre These zu beweisen.
Sogleich Kippenberger an.


Es galt für sie, sich zu bewähren
Um dem Dichter zu erklären
Dass der Frosch ganz offenbar
Nicht Jesus, sondern Amun war,
Welcher in jenen ketzerischen Tagen,
Als entstand das Elle Schemòt,
Als einstiger Ägyptergott,
Beim Exodus ward ans Kreuz geschlagen.
( Es existieren fünf Exemplare  in unterschiedlicher Ausführung,
 sowohl grün bzw. violett bemalt als auch unbemalt und mit
unterschiedlicher Anzahl und Anordnung der Eies)





"Das ist ein ziemlich heißes Eisen,
Was du, um nochmals es zu schmieden
Dir da vorgenommen hast!"
Sprach der Dichterling zufrieden
Und fügte an: "Doch deine These passt,
Auch wenn sie dem Klerus nicht genehm
Sein wird, haargenau zu alledem,
Was ich hab schon herausgefunden!"

Schon nach etwa zehn Sekunden
Hörte Maxima am Telefon,
In automatisch verzerrtem Ton,
Eine Stimme die ihr sagte,
Dass Kippenberger längst verstorben sei.

Obwohl ihr das nicht sehr behagte,
Gab die Muse nicht klein bei,
Denn von dessen Kunstwerk hingerissen,
Wollte sie und musste wissen,
Was in dieser Sache wahr
Oder daran Dichtung war!



***

Menschen die ans Kreuz geschlagen
Wurden einst in jenen Tagen,
Und geschunden bis zum Ende,
Im Jahrtausend vor der Zeitenwende,
Gab es Tausende, das wusste sie.

Die Frage welche sie nicht ruhen ließ,
War jene, welche nicht wie sie so klug,
Sich auch ihr Freund der Dichter frug.
Diese kurz umschrieben hieß.

- War es nur eine Scharlatanerie,
Die Kippenberger sich hat ausgedacht,
Als er das Kunstwerk hat gemacht,
Unter Einfluss von Alkohol und Drogen,
Die den Mann der Künstlerinnung,
Freischaffend mit großer Phantasie,
An das was in jenen alten Jahren,
Dem Frosch am Kreuz ist widerfahren,
Dazu hat intuitiv bewogen,
Dieses Kunstwerk uns zu schaffen,
Das die Menschen heut begaffen,
Und meinen es wäre Blasphemie? -



***

Papst Benedikt Emeritus ,
Das wusste Aristomyomaximus,
Zu Besuch dereinst in Bozen,
Wo des Künstlers Werk ist ausgestellt
Nannte den glänzendgrünen Prozen
(Proz bzw. Portz teht im niederbayrischen Dialekt in Regensburg, wo der
spätere Papst seine Kindheit und Jugend verbrachte, für Frosch)
Am Kreuz schlicht Gotteslästerung,
Die christliche Moral verletzt.

Entgegen jeglicher Versachlichung,
Hat er das Museion dazu gedrängt,
Dass das Kreuz wird abgehängt.




Doch hat er sich nicht durchgesetzt.
Die Museumleitung erwiderte ihm opportun,
"Das Werk hat nichts mit Religion zu tun."

Ein Minister hat sich gar dazu erfrecht,

Anstatt den am Kreuze zu verteidigen,
Seinen Schöpfer Martin zu beleidigen.

Der Regionalratspräsident Franz Pahl
Stellte die Ausstellungsmacher vor die Wahl
Das Froschkreuz zu entfernen oder aber er
Wollte hungern und nichts essen mehr,
Bis, was er verlangte, war getan.

Die Sache ist gut ausgegangen.
Der Hungerstreik hielt nicht lang an.
Zu groß war Franz Pahls Essverlangen.

Seit jener Zeit am Kreuz jedoch
Hängt der Grüne immer noch
Bis auf ein Spiegelei entblößt,
Drauf  wartend, dass man ihn erlöst!

***

Weil das wohl nicht so bald geschieht
Hat Kippenberger , wie man sieht,
Ihm in die rechte Faust zum Trost,
Im steinern Bierkrug eine Maß
Gezapft ganz frisch vom Fass,
 Für sein späteres Jenseitsleben,
Gar barmherzig  mitgegeben.

Fehlt nur noch einer der ruft "Prost"!


***


Wie die Geschichte weitergeht

In unsrer nächsten Folge steht.



wird fortgesetzt




 

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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.