Freitag, 9. Dezember 2016

Der Kriegsveteran

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 46 - 34
Der Kriegsveteran

ls

 Krotterich ohn' lange Nachdebatte,
Die Söhne ins Leben all entlassen hatte,
Widmete er seinen Daseinszweck,
Wissbegierig und gar keck,
Der Ahnenforschung sogleich wieder.

Einfältig wählte drob der Veteran
Auf seinem Samsung- Handy bieder,
Online sogleich eine Seite an,
Die er schon seit langem kannte,
Welche sich Ahnentafel nannte.

Dort klickte er dann Lurch für Lurch,
Säkulum um Säkulum,
Alle die großen und gar klugen,
Frösche die einst seinen Namen trugen,
Und online waren noch posthum,
Seiner Anverwandten durch.

Es waren Hunderte von Bildern
Welche eine, die man kennen muss,
Aus ihrem Sammelsurium,
Über das artenreiche Amphibium,
Um deren Geschichte klar zu schildern,
Für alle Historiker auf dieser Welt,
Zum Aufrufen hatte ins Netz gestellt.


Die alten Drucke
(18. - 20. Jahrhundert)
- Teil 1 -















Genauer als eine jede Mucke
Betrachtete er nun die Drucke,
Auf dem Handybildschirm sich.

Die Bilder, gezeichnet alle meisterlich
Oder aber sehr gekonnt gestochen,
Zeigten seinen einstigen Anverwandten,
In gar unterschiedlichen Varianten,
Wie sie lagen, saßen hüpften oder krochen.


Die meisten seiner Ahnen,
So konnte er es dort erfahren,
Waren Lurch um Lurch,
Und zwar jahrtausende hindurch,
Im Froschvolk schlichte Untertanen,
Welche mit dem zufrieden waren,
Was die Oberschicht im Reich
Ihnen übrig ließ am Teich.

Seit Millionen von Jahren schon,
Schwammen die fetten immer oben
Indem die schwachen der Nation,
Sie stets nach unten weiter schoben.

Die großköpfigen an der Macht
Haben sich so manches ausgedacht
Um die Zahl der Kleinen groß zu halten
Und am Froschteich so zu walten,
Dass ihren Königen zu lieb,
Es durch die Zeiten auch so blieb.

Dem Adel ging es gut dabei.
Der Rest war denen einerlei.





Als Krotterich der Tunichtgut,
Auch aus edlem, blauem Blut,
An Pausbacks Froschteich einst gezeugt,
All die Bilder hat beäugt,
Am Stammbaume in edlen Rahmen,
Von Fröschen mit bekannten Namen,
Dachte er mit Recht und Fug,
"Soldaten hatten wir genug!
Viele hohe Tiere.
Alles Offiziere
Ohne jeden Tadel
Aus dem reinsten Adel!"

Mit dem Handy in der Hand
Dachte der Veteran bei sich
  "Die starben all für's Vaterland!
Gott sei Dank hab ich,
Rechtzeitig und raffiniert
Den Dienst noch rechtzeitig quittiert!"

Darüber plötzlich gut gelaunt
Sah sich Krotterich spontan.
Um Einzelheiten zu erfahren
Woher sie stammten und wie sie waren
Weiter die Ahnenbilder an,
In der Reihenfolge in welcher die
Hingen in der Galerie.


Die alten Drucke
(18. - 20. Jahrhundert)
- Teil 2  -












Ach was hat er da gestaunt.
Obgleich mit allen er war verwandt
Hat er so manchen nicht erkannt.

"Mit der Zeit", so dachte Krotterich,
"Verändern sogar Frösche sich,"
Und blätterte drob heiter
In Maxima's Sammlung weiter.

***

Was er da fand im Ahnenkral
Berichten wir das nächste Mal.

wird fortgesetzt



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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als einhundertfünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 15.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.