Freitag, 16. Dezember 2016

Der Kriegsveteran

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 46 - 39
Der Kriegsveteran

ls

 der gute Krotterich
Auf seinem Handy von ganz nah,
Vergrößert unmittelbar vor sich,
Den letzten Lurchenstammbaum sah,
War er enttäuscht darüber sehr,
Dass darauf gänzlich fehlte er.




Er, der einst im Führungsstabe
Hatte dort mit Planungsgabe,
Die Pläne für Pausbacks Krieg gemacht
War auf dem Stammbaum nicht bedacht.


Er, der einstige Major,
Der beinah Heerführer wäre geworden,
Kam sich jetzt als Zivilist
Veteran und Reservist
Plötzlich ziemlich schäbig vor.



Die andern allesamt mit Orden
Und in Paradeuniform,
Abgebildet all konform
Zum Dienstgrad,  den sie innehaben,
Prunkvoll sich auf den Bildern gaben.

Des Königs Helden außer ihm,
Das ganze adelige Team,
Vor Stolz protzend dargestellt,
Verewigt für den Rest der Welt,
Der, weil er nicht von Adel war,
Für all die Helden kämpfen zwar
Durfte auf dem Feld der Ehr,
Im froschköniglichen Heer,
Aber am Stammbaum hätt' gestört,
Weil dort kein Gemeiner hingehört.

Nur zwei Lords von der Marine,
Alle beide wahre Flegel,
Dargestellt mit Schelmenmine,
Abweichend von dieser Regel,
Als Söhne von Pausbacks Admiral,
Gezeugt von dem einst illegal,
Hat auf dem Stammbaum mit nach oben
Jener hinterlistig mit erhoben.





Alle tapferen Froschsoldaten
An den Stammbaum brustgeschwellt
Rühmten ihre Heldentaten,
Nur er ward nicht dort dargestellt.

Seine ganze stolze Crew;
Selbst Oberst Hopsgern der Filou,
Der außer ja- quaken nichts konnte,
Sich im Ruhme dort nun sonnte.



Die ganze grüne Oberschicht,
Nur er, der Klügste eben nicht.

Das hat Krott'rich sehr missfallen
Und unsäglich ihn gestört.
Er, der Wichtigste von allen
Hat neben den König hingehört.

Lang hat er drüber nachgedacht
Wie man das wohl ändern kann.
Nach langem Grübeln irgendwann
Fiel ihm ein wie man das macht!


"Ich muss sofort zurück ins Heer
Damit ich auf dem Feld der Ehr,"
So dachte er mit ernster Mine,
"Mir ein paar Orden noch erdiene,
Die meinen Rum auch optisch mehren.
Dann kann keiner mir den Platz verwehren
Am Stammbaum und zwar ganz nach oben,
Als Stabsdienstoffizier hervorgehoben!"

So wie der kluge Veteran
Es just eben hat gedacht,
Hat er sofort es spontan,
Auch sogleich gemacht.

Es kam so wie es kommen musste!
Weil der Stabsdienstler nicht wusste,
Dass draußen auf dem Feld der Ehr,
An der Front im Lurchenheer,
Selbst die klügsten der Vasallen,
Wenn sie sich dort nicht ganz gerissen
Gegen den Feind zu wehren wissen,
Oder wenn Pech sie haben, fallen.
Obwohl er mannhaft wehrte sich,
Fiel auch Major Krotterich.


Doch er hatte dabei Glück.
Ein Sani bracht ihn Heim zurück.

Neben solchen, welche unerkannt,
Nach Hause kamen aus den Kriegen
Ist er namentlich genannt,
Und darf zwischen  ihnen liegen.



***

Ein Hinweis noch zu guter Letzt:
Was von Krotterich dem Zivilist,
Erhalten geblieben uns hier ist,
Könnt Ihr, wenn Ihr wollt all jetzt,
Ohne die Totenruhe groß zu stören
Kurz zusammengefasst hier hören.

***

Wie es im Kriege weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt




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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.