Freitag, 3. Juni 2016

Die Muse und der Dichterling


Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 44 - 7
 Maxima und der Dichterling

ch

 was hat Amun da gelacht.
"Mit einem Frosch hat er's gemacht.
Ich weiß, dass von den Herrschern unten,
Auch heute noch sind viele Tunten,
Die am liebsten Weiber wären."

"Doch eine Kröte zu gebären
Wie Nero es wollt ausprobieren
Und ohne jegliche Manieren,
Mit einem Frosch ganz ungeniert,
Hat deshalb dummdreist kopuliert,
Hat vor ihm keiner noch getan."

"In seinem kaiserlichen Wahn
Bildete er sich gar ein
So wie ich, ein Gott zu sein."

Hätte zum Geschlechtsverkehr,
Uns den Fröschen wohl gewogen,
Das ist aus dem Versuch die Lehr,
Bruder Kuk mich vorgezogen,
Wäre sein Verlangen
Göttlich zu sein noch aufgegangen."

"Doch dazu, zum Hüpfen zwar bereit,
Mit seinen urzeitlichen Genen,
Die noch heute gleichen denen,
Des Kindes das total verkrottet,
Der Römerkaiser einst gebar,
So hat Amun laut gespottet,
Nicht geeignet offenbar."

Und dann fügte der Filou
Einen Nachsatz noch hinzu:

"Hätte der Kaiser mich genommen
Wäre anders es gekommen!"

***

"Der Römerkaiser einst in Rom
Wusste noch nichts vom Chromosom
Und dass in deines Bruders Genen
Das Gen der Kröten überwiegt."
Unterbrach ihn da
Die hübsche Muse Maxima.
Und fuhr schelmisch keck im Wort
Ihren Satz ergänzend fort.

"Der gehörte wohl auch zu denen,
Die den Hals nicht voll haben gekriegt."

Doch dann fügte sie spontan
Kopfschüttelnd noch ein Nachwort an.

"Ich glaub die ganze Sache nicht!
Ich denk das war ein Schmähgedicht,
Um Kaiser Nero zu diffamieren
Und posthum noch zu blamieren,
So wie jenes, das über Erdogan
Kürzlich vortrug Böhmermann.

Dann hat das Werk ganz ungeniert,
Es klang wie Spott und Hohn,
Sie vor Amun rezitiert.

"Als der König über dem Tische saß,
Erbrach er sich aus seinem Hals heraus
Eine Kröte, viel breiter,
Als ich es sagen kann.
Da sprangen alle Welschen auf
Und riefen: "Lata rana!"
So gewannen sie den Namen,
So dass sie noch heute heißt: Lateran "

Als sie just fertig war damit
Meldete klingelingeling,
Per iPhone via Satellit,
Von unten sich ihr Dichterling.

"Maxima", er freundlich rief,
"Ich hab in deinem Bildarchiv,
Das muss ich dir bekunden,
Zwei Bilder just gefunden."

"Sie beweisen klipp und klar,
Dass es tatsächlich  genauso war,
Was über Nero ich bebildert
Hab's kürzlich dir geschildert!"




Während er sprach klickte simultan
Sie auf dem Olymp die Bilder an.
Und plötzlich erinnerte sie sich:
"Die hab im Netz gefunden ich
Schon vor vielen, vielen Jahren."

"Um vor Verlust sie zu bewahren,"
So sprach sie fröhlich aufgeregt,
"Hab online ich sie abgelegt."

Und dann fügte sie spontan
Noch ein paar Sätze dazu an:

"Ich hatte aufgrund anderer Interessen
Und Pflichten die mir hier obliegen,
Das tatsächlich ganz vergessen.
Gut, dass ich dich habe
Und sie von dir gerade heut,
Per Mailanhang geschickt zu kriegen."

Da hat unten der mit Dichtergabe,
Sich über ihr Lob gar sehr gefreut.

"Dieses ist nur die Kopie,"
Fuhr sie zu ihm vom Götterhort
Auf einer Wolke liegend fort.
"Das Original, ergänzte sie,
Das verrate ich nur dir
Findest im Internet du hier.

***

Wie die Geschichte weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt



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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.