Sonntag, 26. Juni 2016

Die Muse und der Dichterling


Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 44 - 18
 Maxima und der Dichterling

axima

 in des Dichters Arm,
In dem ihr eignen Musen-Charme,
Lächelte gar froh und heiter,
Und fuhr in ihrem Satze weiter.

"Wenn wahr ist, was ich in den Thesen
Bei Sigmund Freud hab grad gelesen,
Dann sind wir auf der rechten Spur.
Der Psychoanalytiker sagt klipp und klar,
Dass Moses von Haus aus ein Ägypter war,
Und dass, wenn man genau es nimmt,
Was in der Bibel steht nicht stimmt."

"Was im Pentateuch gar sehr obskur,
Über Moses wird berichtet
Ist den Sumerern nachgedichtet.



Was Sargon über sich selbst einst schrieb
Haben die Bibelautoren aufgegriffen,
Und so dereinst zurecht geschliffen,
Dass es für ihre Zwecke als Idiom
Und unumstößliches Axiom,
Als Gottes Wort erhalten blieb.

***

"Ich bin der ich bin," so steht es dort
Als des neuen Gottes erstes Wort.
Und dann in Stein als Zusatznote
Tief eingemeißelt als Gravur
Jene zehn Menschheits-Gebote,
Die als größter Schatz der Weltkultur,
Seit diesen alten Zeiten gelten."


"Das war fürwahr recht sonderbar!"
Hakte da der Dichter ein.
Doch dann fügte er spontan,
Ohne jemanden zu schelten,
Gleich noch einen Nachsatz an.
"So kann es nicht gewesen sein!"

"Wir beide", sprach er, "du und ich,
Wissen doch gemeinschaftlich,
Dass Jahwe einst ein Kriegsgott war.
Und wie wir es wissen von dem Lieben,
Ist er es bis heute geblieben."


"Es ist wahrlich schwer zu fassen,
Dass er fordert das Töten nun zu lassen!
Und einen dann zum Führer macht,
Der einen Mord hat grad vollbracht."

"Aber in einem stimme ich dir zu,
Dass Moses Hebräer war ist Schmu!
Da gebe Sigmund Freud  ich Recht,
Er stammte aus edelstem Geschlecht,
Und dass er ein Ägypter war,
Ist ganz unzweifelhaft so wahr,
Wie es der Wiener Jude routiniert
Im englischen Exil hat analysiert."


"Da gibt es keinerlei Vertun!
Auch dass sich einst die guten alten
Propheten im Bibel-Testament
An Götter wie Horus und Amun
Und andre haben eng gehalten,
Und übernahmen deren Sitten,
Ist heute gänzlich unbestritten!"

Und dann fuhr er ergänzend fort:
Sigmund Freud übersetzt das Wort
Moses, ohne was dran zu verbiegen,
In seiner Namensform als Amon-Kind.
Und das bedeutet klipp und klar,
Dass der ein Sohn des Frosches war,
Der nun auf dem Olympe sitzt.


"Das zeigt, dass wir da richtig liegen
Und auf dem rechten Wege sind,"
So lachte Maxima verschmitzt,
"Um mit des Ägypters Segen,
Und weil's uns um die Wahrheit geht,
Manchen Unsinn zu widerlegen,
Der heut noch in der Bibel steht.


Und dann fügte sie spontan
Was Hans Werding einst schrieb an:


"Das den Christen allbekannte
 Bekräftigungs- und Bestätigungswort Amen,
Steht als Anrufungsform für jenen Gott
Welcher am Nil einst diesen Namen
Als Schöpfergott der Achtheit trug.




Der Autor, vermutlich selbst ein Christ,
Sagt es klar mit Recht und Fug,
Dass Götzenanbetung das ist!"

***

Wie die Sache weitergeht
Und was bei Sigmund Freud noch steht,
Ach es ist wahrlich ein Skandal,
Berichten wir das nächste Mal.

wird fortgesetzt









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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.