Montag, 13. Juni 2016

Die Muse und der Dichterling


Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 44 - 12
 Maxima und der Dichterling

mun,

 der im Schneidersitze
Auf des Idas höchster Spitze,
Gegenüber dem Parnass,
Seit kurzem dort als Herrscher saß,
Hatte seine Freude dran
Die hübsche Muse Maxima
Am Wolkenrande ebenda,
Zu beobachten, wie interessiert
Das Almanach sie hat studiert.

"Maxima", sprach er fast väterlich,
Zu ihr spontan von vis-à-vis,
Denn er mochte sie gar sehr
Und betrachtete als Tochter sie.

"Wenn Du wissen willst noch mehr
Über mein Volk und wie man mich,
Mit allen meinen Lieben,
Aus unserm schönen Heimatland
Am Nilstom hat vertrieben
Und in den Untergrund verbannt,
Dann solltest du im Almanach
Unter Exodus nachschlagen!"

Und dann hat ohne Weh und Ach,
Er ein Wort noch nachgetragen:

"Was Jahwe einst in seinem Wahn,
Über sein Wirken hat enthüllt,
Und auf dass es sich erfüllt,
 Den Völkern hat bekannt gemacht,
(Psalmen, 96-98, insbesondere
 Psalm 98,2; aus dem 18. Jh. vor Christus)
Wird dort, so wie es war, berichtet."

"Was er uns damit hat angetan,
Aus meiner Sicht belichtet,
Habe ich damals aufgeschrieben."

"So ist erhalten es geblieben,
Genau wie's dereinst ist gewesen."

"Du solltest es ruhig einmal lesen
Um dir ein rechtes Bild in Sachen
Glauben und Religion zu machen!"

"Schlag nach, Kapitel zehn,"
So ergänzte Gott Amun,
"Dort kannst du alles sehn.
Denn mein Bruder Nun,
Als er noch hat gelebt,
Hat Fotos dazu eingeklebt!"


***

Das ließ sich ohne nachzufragen
Maxima nicht zweimal sagen.

Das erste was im altem Band
Sie dort unter A wie Amun fand,
Waren zwei Bilder auf denen der,
Maxi erkannte ihn sofort,
Und das nicht von ungefähr,
Oder etwa gar zum Spaß,
Im Tempel auf dem Throne saß,
So wie es ihm gebührte dort.





"Wahrlich", sprach sie "sapperlot,
Was warst du einst ein schicker Gott!"

"Ja," sprach der drauf nicht grad heiter,
"Doch blättere ein bisschen weiter
Im Almanach dann wirst du sehen,
Welch ein grausames Geschehen
Uns vor gut dreitausend Jahren,
Ist danach dort widerfahren!"

"Vom Osten sind die  andersfrommen
Habnomaden einst gekommen
Und machten sich am Nilstrom breit.
(Einwanderung der halbnomadischen Völker
aus Kanaan  vom 18. bis 15. Jh.  vor Christus)
Ach es war eine schlimme Zeit."




"Fünf Jahrhunderte in etwa lang,
Oh, was war mir damals bang,
Machten wir all gegenseitig,
Am Nil die Vorherrschaft uns streitig."

"Seit damals als der Pharao,
Ach was war er doch ein Thor,
Unter seinem herrschaftlichem Dach,
Josef ernannte zum Zafenat-Paneach,
War nichts am Nilstrom dort mehr so,
Wie es jahrtausendelang war zuvor!"

"Es ist traurig, aber wahr,
Am Ende stürzte Moses gar,
Ein Halbnomaden-Sklave, mich,
Ach es war wahrlich fürchterlich,
Doch das weißt du sicher schon,
Sowie die anderen der Acht,
(Gemeint sind die Schöpfergottheiten der
ägyptischen Achtheit von Hermopolis)
Wie es schien, dank Jahwes Macht,
Vom Ägyptengötterthron!"

Auch Heket, sie konnte es kaum fassen,
Wurde als Hebamme entlassen
Und wie sie war, ganz knapp beschürzt,
Von ihrem Steinsockel gestürzt."



 


Maxi sah im Almanach
Sich die Bilder an danach.

Ach es war fürwahr ein Graus.
Die Frösche, die einst in Teichen wohnten,
Wurden samt ihren grünen nun entthronten,
Göttern in Tempeln einst zu Haus,
Zu des Pharaos Missbelieben,
Allesamt dort in den Nil
Ins nasse strömende Exil,
Von Moses mit seinem Stab vertrieben.





Wie die Geschichte weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt




Keine Kommentare:

Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.