Dienstag, 12. Januar 2016

Vor Mausulina

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 41 - 16
In Mausulina

er 

Mauser war noch nicht ganz tot,
Da wurd Tulunk erneut bedroht.

Luginsloch wollt sich erfrechen,
Mutig, behände und verwegen,
Mangels Langschwert oder Degen,
Ihn mit der Lanze zu erstechen.


Erwartend, dass der Fürst nun türmt,
Kam er mutig angestürmt,
Um in gebückter Haltung nun
Was er vorhatte zu tun.



Doch Luginsloch konnt' es kaum fassen,
 Denn wider Erwarten türmte jener nicht.

Der Frosch war nicht drauf erpicht,
Seinen schönen grünen Rücken
Aufgrund des feigen Mauser Tücken,
Vom Speer zerkratzen sich zu lassen.

Anstatt zu wenden sich zur Flucht,
Stieß er selbst in wildem Zorn
Heldenhaft, mit voller Wucht,
Seine Lanze schnell nach vorn.


Die Maus wär' sofort tot gewesen.
Doch wie bei Ratty wir heut lesen,
Ist ganz anders es gekommen.

Luginsloch vor Angst beklommen,
Weil er noch weiter leben wollte,
Als des Frosches Wurfarm hat gezuckt,
Hat noch tiefer sich geduckt,
Und als der Speer kam angeflogen,
Hat er den Schild fix hochgezogen.

Die Waffe, die ihn töten  sollte
Traf krachend in den Schwartenschild,
Durchschlug ihn und blieb darin stecken.

Fürst Tulunk, zu seinem Schrecken
Sah sich plötzlich waffenlos.

Als Luginsloch  zum Gegenstoß
Hinter dem Schild vor sich ganz nah
Ausholen er mit seiner Lanze sah,
Und ihn zu töten hat versucht,
Wandte er  notgedrungen sich zur Flucht.

"Manchmal", so dachte nebenher
Hasenfüßig flüchtend er,
"Wenn man in Krieg will überleben,
Ist's besser Fersengeld zu geben
Als posthum
Zu erlangen Ruhm!"

Doch als er solches just grad dachte
Er eine schlimme Erfahrung machte.

Ein Pfeil schwirrte durch die klare Luft
Von irgendwoher plötzlich heran,
Den irgend ein hinterhältiger Schuft,
Vermutlich war's ein Partisan,
Zum feigen Morde fest entschlossen.
Hatte auf ihn abgeschossen.


Der blieb in seiner Ferse stecken.
Oh was hat das weh getan!
Mehr noch als ein Schuss ins Herz
Verursachte dieser ihm dort Schmerz.

"Wenn ich das Ding nicht lösen kann,
Werde ich wohl hier verrecken!"
Dachte der Held und hatte Recht.
Nie wieder musst er ins Gefecht.

***

 Fürst Koax Wrecke von Tulunk,
Der nicht so tapfer wie Achilles zwar
Doch auch ein Held wie jener war,
Ging wie der in die Kriegsgeschichte ein.

Beiden, in gleicher Art verletzt,
Hat man Denkmale gesetzt.
Dem einen in der Iliade,
Dem anderen aus grüner Jade,


So wie Ratty von der Ratte,
Im Felde in Berichterpflicht
Es in seinem Kriegsbericht,
Dereinst aufgezeichnet hatte.


***

wird fortgesetzt



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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.