Montag, 25. Januar 2016

Bei Hofe

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 40 - 44
Bei Hofe

nd 

dann begann sie zu erzählen.

"Ich wollte", sprach sie vorm hohen Haus
"Einst eine junge starke Maus
Zum Gatten mir erwählen
Und bin an Troxartes so geraten!"


  
"Der stand gar stolz im besten Saft
Und strotzte nur vor lauter Kraft.
Er sprach von seinen Heldentaten
Welche er in mancher Schlacht,
Hatte als Jüngling schon vollbracht
Und hat mit vornehmen Verhalten
Um mein Händchen angehalten."


"Der Mauser war, so dachte ich,
Wie ich in ihn, verliebt in mich
Und ich sah, dass seine Augen,
Die klar waren wie ein Bergkristall,
Niemals mich zu belügen taugen.
Doch das war leider nicht der Fall."

***

"Nachdem er mich als seine Braut,
Hatte und als Königin erwählt,
Hat, wir waren grad getraut,
Von Krümeldieb er mir erzählt,
Seinem Sohn welchen mein Gatte
Aus einer früheren Liebschaft hatte."

"Das Foto, als der als Frühgeburt
Im Mauspalast geboren wurd,
Hing in meinem Ankleidzimmer.
Ich musst betrachten es mir immer
Und dachte heimlich stets dabei,
Dass er 'ne halbe Ratte sei."



"Der Junge war nicht ganz gescheit.
Oft hatte ich mit Pausback Streit
Weil der dumme Mischlingsbengel
Mit Genörgel und Gequengel,
Als meines Gatten erster Sohn
Und Erbe für den Königsthron,
Obwohl er mir gehorchen sollte,
Niemals so recht folgen wollte."

"So manches was er stellte an,
Hat er mir zu Fleiß getan."


"Ach was war der Bub missraten.
Er hat sich so manchen Frosch gebraten,
Ihm die Schenkel ausgerissen
Und gierig dann hinein gebissen."


 "Einmal warf der freche Tropf
'Nem Frosch ne Nuss an seinen Kopf,
Dass der davon getroffen,
Ist besinnungslos ersoffen."



"Ein andermal, als unterwegs er war,
Schiss er in Pausbacks Teich sogar,
Ach es war fürwahr ein Graus,
Und löste einen Krieg fast aus."



"Er wollt als Bub, noch ziemlich klein
Ein Held schon wie Achilles sein.
Er spielte bei Hof auf jeder Feier
So falsch wie Kaiser Nero Leier,
Um mich mit seinen schrillen Tönen,
Zu ärgern oder zu verhöhnen."



"Ach es war fürwahr ein Graus
Mit der frechen Mischlingsmaus.
Einmal spannte sich der Thor
Zur Feldarbeit ne Katze vor.
Er hatte Glück, das Tier war dumm
Wie er und nahm es ihm nicht krumm."



"Einmal hat er meiner Mutter
Geklaut gar ein Pfund gute Butter.
Und als sie ihn rügte, hat der Junge
Ihr frech herausgestreckt die Zunge."



"Als ein Manntier in der Wandelhalle
Aufgestellt hatte eine Falle,
Tappte der Dümmling promt hinein.
Ich dacht, das wir sein Ende sein,
Doch Pausback holte ihn heraus
Und gab dem Lümmel dann zu Haus,
Obwohl der dumm war aber keck,
Anstatt einer Ohrfeige den Speck,
Welchen nebst seiner Mischlingsratte,
Er gerade noch gerettet hatte."



"Sein letzter Streich ging leider schief.
Als er in König Pausbacks Reich,
An des Herrschers eignem Teich,
Den Frosch sich dreist ans Ufer rief,
Und ihn in seiner kecken Art,
Bat um eine Überfahrt,
Zur Insel in des Teiches Mitte,
So wie bei Frösche es ist Sitte,
Verließ den dummen Bub das Glück.
Er kam von dort nicht mehr zurück!"




" Meines Gatten ganzes Hoffen
Ist auf hoher See ersoffen!"

"Ach es war fürwahr ein Graus.
Wir weinten uns die Augen aus,
Und gingen mit unsern andern Kindern,
Allesamt mit Trauerflor,
Zu Kirche, Herrn Jesus anzuflehen,
Rückgängig zu machen was geschehen.
Doch der hatte für uns kein offnes Ohr."


***

"Von jenem schlimmen Tage an
War es aus mit meinem Mann.
Er, der zu mir so lieb einst war,
Änderte sich ganz und gar.
Er wollte nur noch eines. Rache!
Sein Herz verhärtete im Hass,
Urplötzlich über Nacht, so dass
Ich wurd für ihn zur Nebensache."


"Er wollte nicht mehr mit mir schlafen!
Um König Pausback zu bestrafen,
Und ebenso den scheinbar tauben
Herrn Jesus in unserm Gotteshaus,
Der nicht erhören wollt ne Maus,
Ist er von seinem Christenglauben,
Und seinem Gott total frustriert,
 Zu den Moslems konvertiert,
Damit er dort nach dem Koran
Im Dschihad weitermorden kann."

"Sein ganzes liebes, frommes Wesen
Warf ohne jedes Federlesen,
Wie mich als seines Glückes Hort,
Als gelte all das gar nichts, fort."


"Auch sein eignes Volk, wie mich
Ließ gänzlich fortan er im Stich."

"So wie Bashar al Assad,
Unter Mithilfe des so genannten Islamischen Staat,
Zum Terroristen sich gewandelt hat,
Wandelte Troxartes sich
Und zwang am Ende sogar mich
In seinem Mäuse-Ratten- Kalifat
Damit keiner konnt mein Antlitz sehen,
Total verschleiert nur zu gehen.

Das habe ich nicht mitgemacht
Meinen Gatten ausgelacht,
Und ihm gesagt "Ab heute
Sind wir geschiedne Leute!"

Er drohte mit der Scharia mir.
Aus diesem Grunde bin ich hier!"



So sprach ruhig und sachlich kühl,
Lychomyle und fügte dann spontan
Gleich noch eine Bitte an.
 "Hier bin ich und bitt euch um Asyl!"

***

Wie die Sache weitergeht
In der nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt




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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.