Mittwoch, 27. Januar 2016

Bei Hofe

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 40 - 47
Bei Hofe



der Kantine nebenan,
Erreichbar schnell auch mittels Lift,
Weil man sich dort gerne trifft,
Und keiner wird gemieden,
Hat man alles dann getan
Um eine Fraktion zu schmieden,
In welcher man in Flüchtlingsdingen
Teichhilde konnt' zum Reden zwingen.

In einer aktuellen Stunde
Wollte man aus ihrem Munde
Hören wie die Sache steht
Und wie es damit weitergeht.

Der Antrag von siebzehn Fröschen unterschrieben
Ist zu Teichhildes Missbelieben
Und entgegen ihrem politischen Verlangen,
Ganz reibungslos auch durchgegangen.

***
  
Pausbacks Gattin ins Parlament bestellt,
Erklärte den Fröschen ebenda,
In Sachen Flüchtlinge die Welt,
So wie sie diese selber sah.



Und als sich  Pfützentrank erfrechen
Wollte sie zu unterbrechen,
Um seine Meinung ihr zu sagen,
Hat sie weiter vorgetragen,
Ließ, anstatt ihm zuzuhören,
Sich vom Hinterbänklerfrosch nicht stören,
Und sprach, ohne dass sie von Blatt ablas,
Ihren Lieblingssatz: "Wir schaffen das!"

Sie ließ keine Zwischenfragen zu
Und berichtete in aller Ruh,
Was jene die ihr zuhören mussten,
Bekannterweise längst schon wussten.

Es wäre so wie stets gekommen,
Dass sie am End als ihr Trumpfas
Nochmals erklärt "Wir schaffen das!"

Da hat sich Pfützentrank ein Herz genommen
Indem er frech nach vorne kam
Und das Mikrophon sich nahm.




"So geht das nicht, Teichhilde nein,
Du lädst die halbe Welt dir ein
Und wenn die Party dann beginnt,
Verschwindest du gar gut gesinnt,
Und lässt uns sitzen all betroffen
Mit allen heiklen Fragen offen.

Du siehst doch, dass es so nicht geht!
Und wie es inzwischen um uns steht
Und um all die Andersfrommen,
Die auch jetzt noch immer kommen.

Du musst endlich nun in Flüchtlingssachen,
Mit uns gemeinsam etwas machen,
Damit die Sache ein gutes Ende nimmt
Und deine Prophezeiung stimmt.

Du lässt dich von dem Mäusen feiern,
Und versuchst anstatt hier endlich nun
Etwas Konkretes zu sagen und zu tun,
Hier nur wieder rumzueiern."

"So geht das nicht, Teichhilde nein.
Ein guter Gastgeber zu sein,
Ist freilich eine schöne Sache,
Doch dir dient sie zur Stimmungsmache,
Um das Volk der Wahlen wegen,
Zu verdummen und nicht aufzuregen.

Wahrlich Teichhilde, ich prophezeie dir,
Wenn du so weitermachst wie jetzt,
Wird unser schönes Land zuletzt,
Das kannst du ruhig glauben mir,
Nie wieder so wie vorher sein."

Dann ging er auf Silvester ein
(Gemeint ist die Kölner Neujahrsnacht, in der
von hier lebenden Flüchtlingen, hunderte Frauen
sexuell belästigt und bestohlen wurden)
Und so weiter nach und nach
Auf alles was sie unterm Dach
Des Parlaments hat falsch gemacht.

Er wollte hinterbänklereigen,
So hatte er sich's ausgedacht,
Ihr zornig grad die Meinung geigen,
Da lachte sie ihn an  sprach,
Geistig so wie stets hellwach,
Und überzeugend burschikos:

"Tut mir leid, ich muss jetzt los.
Mein Flieger fliegt sonst ohne mich
Und das wäre wahrlich fürchterlich,
Denn ich muss in Brüssel, Ankara und in Athen
Wieder mal nach dem Rechten sehn,
Um mich politisch zu bewähren.
Und danach nach München einem zu erklären,
Wie die ganze Sache steht
Und um was es dabei geht."
(Gemeint ist der drohende Bruch der Unionsparteien)

Dann steckte in gewohnter Masche,
Damit sie es nicht dort vergaß,
Das Handy sie in die Reisetasche,
Winkte ihm zu, "Mach's gut mein Sohn,
Glaube mir, wir schaffen das!"
Und hüpfte eilig dann davon.

***

Wie es bei Hofe weitergeht
In der nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt

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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.