Mittwoch, 30. September 2015

Der Froschmäusekrieg

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 38 - 8
Auf dem Schlachtfeld
- Die Panzerschlacht -

ie 

Frage stand noch still im Raum.

"Warum, warum, warum,
Sind Tiere nur so dumm?"

Doch indes, man glaubt es kaum,
Ging die mörderische Panzerhatz
Der beiden königlichen Streiter
Troxartes gegen Physignatus,
Beide mit gar stolzem Habitus,
Auf einem andern Kriegsschauplatz,
Uneinsichtig und verbissen weiter.


Vor dem Strande von Schlickteichen
Wo im Schlick die Lurche laichen,
Und der Sumpf so dreckig ist
Und tief, das man es kaum ermisst,
Fand außendeichs im tiefsten Watt,
Ein dramatischer Rachefeldzug statt.
Wie ihn die Welt zuvor nie sah.

Die Mäuse hatten den Auftrag ebenda
Die Stellung der Frösche auszuheben.

"Kein Grüner soll dort überleben!"

So hatte Troxartes unverhohlen
Es seiner Spezialeinheit befohlen.

***

Vom dramatischen Geschehen,
Wie Aristoquakes es gesehen,
Und hat maßlos untertrieben
In den Kriegsbericht geschrieben,
Wird hier auf den nächsten Seiten
Berichtet aus jenen alten Zeiten,
Als es in Schlickteichens Pfuhle
Zuging wie in einer Suhle,
Im welcher, damit sie oben blieben
 Es die Ratten mit den Grünen trieben.

***


Vor Ort an des Seedeichs Fuß,
Im Land von Rex Physinatus,
Als die See das Land gab frei,
Kam es zu einer Keilerei,
Die ihresgleichen heut noch sucht.

Ein Panzerheer mit voller Wucht
Ratterte durchs Watt heran
Und griff die Stadt Schlickteichen an,
Welche des Königs liebste Bleibe
Im Urlaub war zum Zeitvertreibe.


Dort wo der Sumpf am tiefsten war
An einem tiefen Loch im Watt,
Aus dem es arg gestunken hat,
Weil die Schlickteicher offenbar,
Das Meer für ihre Notdurft nutzten,
Stockte der Vormarsch gar gediegen.

Als die Frösche den Mäusen plötzlich trutzten
Und begannen mit ihren Panzerwagen
Die Gegenoffensive vorzutragen,
Kam der Angriff gänzlich zum Erliegen.


Die Panzer staken fest im Schlick
Und sanken immer tiefer ein.

"Das bricht uns allen das Genick
Und wird gar unser Ende sein,"

Begannen die Mäuse laut zu maulen.

"Wir müssen dem Feinde es vergraulen,"
Sprach da der Feldmarschall von Kraul
Mit seinem spitzen Plappermaul,
Unüberlegt und dümmlich keck,
Zum Generalmajor von Schwänzel,
"Sonst enden wir noch all im Dreck,
Welchen der alte Oberst Hänsel,
Der oft hat hier am Deich gehockt
Uns hat dereinst eingebrockt!"

***

Doch es war bereits zu spät.
Das moderne Kampfgerät,
Ist im Schlick versunken.
Die meisten Mäuse sind ertrunken
Weil sie damals noch nicht wussten
Dass sie die Mäuler schließen mussten
Wenn mit der Flut das Wasser kam.

Das hat viel später einprägsam
Der Feldmarschall von Kraul,
Mit dem Satze schließt das Maul,
Worüber heut noch mancher lacht,
Gar clever ihnen beigebracht


***

wird fortgesetzt


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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.