Freitag, 11. September 2015

Der Froschmäusekrieg

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 38
Auf dem Schlachtfeld
- König Pausbacks neues Heer -


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Soldaten in Pausbacks neuem Heer,
Noch immer zum Ausmarsch angetreten,
Nachdem der Spieß erklärt hat ihnen,
Ganz offen, ohne Lug und Trug,
Was es heißt im Feld zu dienen,
Wollten in den Kampf nicht mehr.
Sie hatten nun vom Krieg genug.


Weder Trommel noch Trompeten
Und erst recht nicht der Befehl
"Ab Marsch, Marsch" gar forsch erbeten,
Und dann nochmals laut gebrüllt
Konnte die Truppe dazu bringen,
Dass sie diesen Wunsch erfüllt.

Die ersten ohne jedes Hehl,
Anstatt ein Marschlied froh zu singen,
Warfen mutig und gar keck
Ihre Waffen bereits weg,
Um ohne die zu desertieren.


"Wir wollen nicht krepieren!"
Raunten, missachtend jegliches Tabu,
Sie ihren Kameraden zu.

Da haben die kurz nachgedacht
Und es ihnen nachgemacht.

***

Wären die Mäuse nicht gekommen,
Hätt' es ein schlimmes End genommen!

"Mausalarm" des Hauptmanns Schrei
Beendete die Meuterei.

Der Korporal, ein kluger Frosch,
Mit Namen hier er Moscherosch,
War schon Soldat seit vielen Jahren,
Sah sofort mit Kennerblick,
Dass sie eingekesselt waren.

"Jetzt kommt es", sprach er "knüppeldick!"





"Ja kruzitürken, herrschaftszeiten,
De kema ja von olle Seiten!"
Fluchte er und da war klar,
Dass er ein echter Hetscher war,
(Dissertation zum Deutschen Wortatlas, Frosch,
Ursula Wiepen, Marburg 1945, Seite 48)
Aus dem Donauried bei Saal
Wo er lebte früher mal.

Und dann fügte er hinzu:
"Wir sitzen in der Falle!
Wenn wir jetzt nicht all im Nu
Uns durch des Feindes Reihen schlagen
Und sofort einen Ausbruch wagen,
Ist es geschehen um uns alle!"

"Ja" ergänzte der Oberfeldmarschall,
Der aus dem Norden des Froschkönigsreich
Stammte aus einem Polarfroschteich.


"Wir fahren alle nach Walhall,
Wenn es uns nicht gleich gelingt,
Mit Hauen und mit Stechen
Den Kordon zu durchbrechen,
Weil der uns sonst das Ende bringt."

Auch Major Hopps vom Reiterkorps
So wie der Korporal zuvor,
Sah dass die Lage offenbar
Für alle ziemlich kritisch war.

"Wenn wir uns jetzt nicht sputen
Müssen wir alle bluten
Und drei Drittel von uns allen
So eingekesselt, werden fallen.

***

Da haben alle kehrt gemacht,
Und ohne weitere Debatte
Zogen sie mutig in die Schlacht,
Um zu verhindern was zuvor
Major Hopps vom Reiterkorps
Ihnen just eröffnet hatte.

Kein einziger ist desertiert.
Alle haben nun pariert!

Keiner hat mehr nachgedacht,
Darüber welchen Sinn es macht.
Sein so kostbares Lurchenleben
Für den König hinzugeben,
Denn die Zeit für eine Grübelei
Darüber was der Spieß grad wagte,
Als er die Wahrheit ihnen sagte,
War abgelaufen und vorbei.

***
Wer zu spät damit beginnt
Über den Kriegssinn nachzudenken,
Und erst im Feld sich drauf besinnt,
Dass besser es wär einzulenken,
Und mit Worten sich's zu sagen
Anstatt im Feld es auszutragen,
Den bestraft das Leben.
So ist es nun mal, eben!

***

wird fortgesetzt




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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.