Donnerstag, 17. September 2015

Der Froschmäusekrieg

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 38 - 4
Auf dem Schlachtfeld
- König Pausbacks neues Heer -

nd 

tatsächlich, schon wenig später
Sah sich der grüne Übeltäter,
Der neun Mäuse hatte in der Schlacht
Mit einem Schwerthieb umgebracht,
Genötigt von über hundert grauen
Kriegern, die ihn kämpfend wie entfesselt,
Hatten am Teiche eingekesselt,
Nochmals kräftig zuzuhauen.

Und das tat er, nach gutem alten Brauch,
So wie er gelernt es hatte auch.

Er griff sich eine Maus am Ohr.
"Du kommst dir wohl recht mutig vor"
Brüllte er sie zornig an,
Wobei er ziemlich inhuman,
An ihrem Lauscher so lang zog
Bis der Mauser es erwog,
Denn er wollte leben,
Was er tun wollt, aufzugeben.


Schnell warf er das Langschwert weg,
Mit welchem just er grad noch keck,
Die Klinge frisch geschliffen,
Paddechse hatte angegriffen.

Als die andern Mäus' erkannten
Was der Frosch mit seinem Speer
Tat mit ihrem Anverwandten,
Staunten sie  allesamt gar sehr
Und haben schleunigst kehrt gemacht.

Paddechse hingegen in der Schlacht
Kämpfte weiter wie besessen.

Doch weil den Schild er hat vergessen,
Er konnte es ja selbst kaum fassen
Dass er den hat liegen lassen,
Nach einem Zweikampf irgendwo,
Und er sich nicht zu decken wusste,
Kam es auf dem Schlachtfeld so,
Wie es mit ihm kommen musste.


Als eine Maus er mit dem Speer
Killen wollt wie die vorher,
Schoss der freche graue Lauser,
Auf ihn mit seiner alten Mauser.
Und diese, es war ein Skandal,
Traf viel besser dieses Mal,
Als zuvor am See
Sein neues Heckler-Koch MG.

***

Als der König, was geschehen war
Gesehen hatte, wurde ihm klar,
Dass, wenn er wollt den Krieg gewinnen
Er unbedingt neue Waffen brauchte,
Und zwar aus dem erwähnten Grunde
 Äußerst dringend, möglichst binnen,
Der nächsten halben Stunde.

Er hatte Glück, im jenem Land
Aus dem die besten Waffen stammen,
Ein Los grad zum Verkaufe stand.
Einige zwar mit tiefen Schrammen,
Weil sie am Kriege teilgenommen,
Hatten vor etwa siebzig Jahren,
So hat der Waffenschieber es erfahren,
Doch Pausback ließ sie alle kommen.

Und eine Stunde später schon,
Was keiner hätte je gedacht,
Rollte das erste Panzerbataillon
Unter des Königs Banner in die Schlacht.


Als die ersten grünen Panzerwagen
Begannen im Felde sie zu jagen
Wussten die Grauen weder ein noch aus.

Noch nie sind Mäus' so schnell gelaufen.
In panischer Flucht sprang manche Maus
Um sich zu retten, so bedroht,
In Pausbacks Teich in ihrer Not
Und ist  darin ersoffen.


"Wir müssen dringend Waffen kaufen!"
Begann Troxartes arg betroffen,
 Am Schlachtfeldrande laut zu fluchen.
"Sonst ersäuft uns noch das halbe Heer
In des Tyrannen Pausbacks Meer!"

"Da müssen wir es dort versuchen"
Sprach sein Feldmarschall intim,
Hinter vorgehaltener Hand zu ihm,
"Wo alle Kriegsnationen Waffen,
Wie König Pausback sich beschaffen!"

***
Was die Mäuse darauf taten,
Um sich auch schnell neue Waffen
So wie die Frösche, zu beschaffen,
Demnächst wir Euch hier verraten.

***

wird fortgesetzt


Keine Kommentare:

Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.