Montag, 8. Juni 2015

Auf dem Schlachtfeld

Teil 32 - 40
- 9. Kriegstag -
Auf dem Schlachtfeld

ausende 

der tapfersten Epheben,
Ließen im Felde stündlich weiterhin,
So wie bereits seit Kriegsbeginn,
Und zwar auf beiden Seiten,
Wie's immer ist wenn Völker streiten,
Für zwei eitle Könige ihr Leben.

 Ringelschwänzer hatte Glück.
Sie überlebte die Attacke
Des grünen Kriegers Quacke,
Der mit dem Dolche in der Faust,
Urplötzlich kam herangesaust,
Um, auch er wollt einen Orden,
Sie ohne Mitleid zu ermorden.


Der stutzte der Maus ihr bestes Stück
Und hätte das Leben ihr genommen.
Doch Gott sei Dank, sie ist entkommen.

Nach einer vorgetäuschten Flucht,
Hat sie im Feld am Wiesenhag,
Ihren abgeschnittenen Schwanz gesucht
Der blutüberschmiert im Unkraut lag.


Den flickte eine Krankenschwester dann,
Die er vom Lazarett her kannte,
Und die Karbolmäuschen sich nannte,
Dem Schwerverletzten wieder an.

Ein paar Stiche nur mit Weh und Ach,
Die Schwester war fürwahr vom Fach,
Und schon war sein bestes Stückchen lang
So wie es immer war bevor
Das Teilstück er im Kampf verlor.

Vor Freude hat in Überschwang
Des Glücksgefühles er probiert
Ab das Ding auch funktioniert.

Die Schwester half ihm gern dabei
Und Ringelschwänzer dacht bei sich,
Als er im Schilf was angebracht
Den Schwanzfunktionstest hat gemacht:
"Die verlieren den Krieg auch ohne mich!"


Und dann ließ beim Stelldichein
Erst mal fünfe grade sein.

***

Maus Kornfeldflitzer, der die zwei
Auf Wache stehend, am Schilfrand sah,
Konnte kaum glauben was geschah,
Und was er aufs äußerste empört,
Hat vom Karbolmäuschen gehört.

"Ja, ja, fester, Ringelschwänzer fester!"
Stöhnte im Gras die Krankenschwester,
Denn sie wollte gar gerissen
Ob die Naht auch hält nun wissen,
Mit der sie den Schwanz hat angeflickt.


Wie lang die beiden dort gefickt
Haben um die Naht zu testen,
Dereinst im Schilf ist leider nicht
Festgehalten im Kriegsbericht,
Weil Kornfeldflitzer der von nah,
Gesehen hatte was geschah,
Nie darüber sprach und schwieg
Bis er gefallen ist im Krieg.


***

Der Maus-Nachschub zur Front im Westen
Ist hinterm Schilf vorbeigerollt
Während die zwei sich ungeniert
Drinnen haben ausgetollt.

Im Kriegsbericht steht nur notiert:
"Kriegsgefangene Frösche dort
Nutzten die Mäuse zum Transport
Um Munition und vor allen Dingen
Verpflegung an die Front zu bringen."



***

Unterdessen, es war fürchterlich,
Stritten die beiden Völker sich,
Blutrünstig wie nie zuvor im Krieg,
Verbissen weiter um den Sieg.

So wie es Daniel in  der Schlacht
Mit den Philistern hat gemacht,
Heimtückisch dereinst und brutal
Im Rafaim- und im Elatal,
( 2 Sam 5,17 - 25 )
Wollten es die Frösche nun
Im Kriege mit dem Mäusen tun,
Um Troxartes geschwänzten Vasallen,
In den Rücken auch zu fallen.

Doch die Rechnung ging nicht auf
Weil die Mäus im Schlachtverlauf
Nicht türmten wie im Ela-Tal
Die Philister dazumal.



***

wird fortgesetzt



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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als einhundertfünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 15.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.