Sonntag, 9. April 2017

Die Muse und der Dichterling

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 47 - 63
Die Muse und der Dichterling
Buch I

Auf Spurensuche
 - Teil 18 -

"Ach wie schön, ich danke Dir."

"Es ist an deiner Seite hier,
Doch das weißt du sicher,
Wesentlich gemütlicher,
Mit dir im  weichen Bett
Als unten auf dem Holzparkett."

"Doch noch schöner wäre es fürwahr,
Hier neben Dir, wenn du mal eben,
Mir ein Stückchen Decke würdest geben."

So machte Maxima er klar,
"Weil ich sonst ganz sicherlich,
Stark erkälten werde mich."

"Auch könntest du mit deinen warmen,
Füßen dich dazu erbarmen,
Ohne dich all zu sehr zu härmen,
Meine kalten zu erwärmen."

"Einverstanden", erwiderte sie fromm,
Und mitleidig ihm, "meinetwegen komm,
Aber die Hände bleiben draußen!"

"Ich kenne deine plumpen Flausen,
Du dreister, dichtender Filou!"
Fügte warnend sie hinzu.

Enttäuscht darüber wahrlich sehr
Sprach er darauf mit ihr nicht mehr.

Anstatt Händchen mit ihr lieb zu halten,
Begann die seinen er zu falten,
Um leise ein Gebet zu sprechen.

"Großer Amun ich bitte dich,
Mach dass Maxi und nicht mich,
Heute Nacht die Mücken stechen.
Das soll meine Rache sein."

Und dann schlief er ein.

  ***

Eingeschlafen kaum,
Und seine kalten Füße los,
Befuhr mit Maxima im Traum,
Er den Nil auf einem Floß.

Sie wollten von Obernubien aus
Den Strom hinab zu Amuns Haus
Hinunter bis Pelusium reisen.

Es galt die These zu beweisen,
Von Elephantine über Dendera,
Bis hinunter nach Alexandria,
Im alten Reich ganz offenbar
 Jene Schöpfergottheit war,
Von der noch heute all zusammen
Die Götter der Gegenwart abstammen. 








 

***

Kaum aufgebrochen zu der Reise,
Erlitten sie in Assuan am Katarakt
Schiffbruch auf  gar schlimmen Weise.

Obwohl ihr Floß war recht kompakt
Gebaut, so wie es ihnen schien,
Rissen in des Stromes Schnellen,
Die Taue fast an allen Stellen,
So dass sich die Planken lösten.
Ach was hat Maxi da geschrie'n.

Auf eine von den dicksten, größten
Konnten sie sich retten zwar.
Doch weil die unbehauen war,
Kenterten sie damit immer wieder.
Irgendwann im Auf und Nieder
Maxima den Halt verlor.

Der Dichter im letzten Augenblick,
Als nochmals sie den hübschen Kopf
Prustend aus den Fluten reckte,
Zog sie an ihrem langen Zopf,
Mit letzter Kraft und viel Geschick,
Auf die Planke zu sich wieder empor.

So schwammen sie dahin im Nil.
Just als dem Dichterling ein Krokodil,
Seine neue Hose wollt zerreißen
Um in den Hintern ihn zu beißen,
Ist er aus dem Traum erwacht
Und hat die Augen aufgemacht.
***

Maxima lag neben ihm
Und streichelte zärtlich, fast intim,
Ihm den Rücken seiner Hand,
Was er reizend von ihr fand.

"Du hattest wohl 'nen schlimmen Traum.
Ich konnte dich beruhigen kaum."
Hat sie ihm ihr Tun erklärt.

"Das war aber lieb von dir!"
Hat er darauf gesagt zu ihr
Und fügte danach ganz spontan
Gleich noch einen Nachsatz an.

"Du hast mit viel Gespür darin,
Dich just als Lebensretterin
In meinem Albtraume bewährt.

"Ohne Dich wäre ich unterdessen
 Von Krokodil schon aufgefressen."

***

Und dann begann er froh zu lachen.
"Du darfst gerne weitermachen,
Denn so ist es im Bette hier
Wirklich wunderschön mit Dir!"

***

Wie's mit den beiden weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt



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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.