Donnerstag, 20. April 2017

Die Muse und der Dichterling

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 47 - 69
Die Muse und der Dichterling
Buch I

Auf Spurensuche
 - Teil 24 -


Nach drei Stunden Fußmarsch Richtung Stadt,
Mit dem Hintergrund dort einzukaufen,
Wollte Maxi nicht mehr recht.
Sie hatte Blasen sich gelaufen
Und es ging ihr ziemlich schlecht.

Der Dichterling hat adäquat,
Die Blasen schnell ihr in der Mitten,
Mit seinem alten Taschenmesser,
 Vorsichtig alle aufgeschnitten.

Danach ging es ihr zwar besser,
Doch laufen wollte sie nicht mehr.
An des Stromes Wasserwehr,
Hielten beide erst mal Rast.

Maxi, als Beine hoch, sie hat gesessen,
 Bot ihrem Freund als Jause,
Ein paar Feigen an zur Pause.
Die hatte beim Aufbruch sie in Hast,
Damit sie nicht faulen und verwesen,
Bevor sie losgingen, noch aufgelesen.
Auch sie selbst hat zwei davon gegessen.

Es war ein Wunder, was just da,
Als sie damit fertig war, geschah.

"Schau", sprach sie zum Dichterling,
Indem sie aufstand und auf dem Rasen
Probehalber ein paar Schritte ging.
"Die Schmerzen sind wie weggeblasen,
 Ich kann besser jetzt als vorher gehen!"

Schnell haben sie beide nachgesehen.

"Es war tatsächlich wunderbar,
Wo vorher alles wund noch war,
War schon alles abgeheilt.

"Ein Mirakel ist geschehen",
 Hat auch der Dichter eingesehen.

Offen blieb lediglich die Frage
Wer in der prekären Lage,
 Der Heilbringer tatsächlich war.

War es Amun, Jesus oder gar
Der Dichter mit dem Taschenmesser?

Um diesen Sachverhalt zu klären
Sie beinah in Streit geraten wären.

Doch Maxi, die klügere der beiden,
Und in der heiklen Sache,
Mehr als der Dichterling vom Fache,

(Maxima, die Muse des Dichters ist als solche selbst ein göttliches Wesen)
Lenkte ein, indem sie sprach:

"Ich denke es ist für uns besser,
Wenn wir zwei uns ganz bescheiden
Darauf einigen, dass du
Es nicht warst du Filou!"

Der Dichter wollte grade eben
Ihr zornig darauf Antwort geben.

Da hörten beide, schon ganz nah,
Sie einen Eselkarren rattern.
Schnell sind beide aufgesprungen
Um neben dem nicht mehr allzu jungen
Kutscher auf dem seltsamen Gefährt,
Den Sitzplatz vorne zu ergattern.


Wie nicht anders zu erwarten
Hatte Maxima die hübsche Muse,
Dank ihrer netten Art und Form der Bluse,
Wieder einmal die besseren Karten.

***

Vom Kutscher, dann beim Weiterfahren,
Hat Maxi so mancherlei erfahren,
Was ihnen in Kairo im Basar
Hilfreich und sehr nützlich war.

Als die Muse kunstbeflissen
Vom Ägypter wollte wissen,
Wo man Froschschmuck kaufen kann
Der auf sein Handy sich besann.

"Im Khan-El-Khalili-Basar", sprach er,
"Den zu finden ist nicht schwer!"


Und dann, als Fremdenführer altbewährt
Hat Maxi er den Weg erklärt.

"Wenn für Frösche ihr euch interessiert,
Fügte sogleich er danach,
Im Großstadtenglisch, das er sprach,
Und im Geestenverwendung höchst versiert,
"Dann hilft diese App euch weiter!"

"Die hab ich vom Museumsleiter,
Der Mann heißt Quakus von Amun,
Im großen Haus am Nil bekommen,
Und liebend gerne angenommen!"

"Damit", fügte er spontan,
Mit dem Handy hantierend an,
"Hab ich auf meiner Karre nun,
 Schau, das geht wirklich rasend schnell,
Ich denke, dass es Dir gefällt,
Zugriff online im Netze virtuell,
Auf alle Froschsammlungen der Welt!"

***

Um welche App es dabei ging
Wusste sogar der Dichterling,
Der hinter Maxima, im Futtergras
Auf dem holpernden Eselkarren saß.

***

Wie die Geschichte weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt

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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.