Samstag, 22. April 2017

Die Muse und der Dichterling

Machwerk R.W. Aristoquakes
Teil 47 - 70
Die Muse und der Dichterling
Buch I

Auf Spurensuche
 - Teil 25 -

Da haben die beiden sich gefreut
Und es gleich selber ausprobiert.

"Tatsächlich, schau, es funktioniert,"
Lachte Maxi froh und hat erneut,
Auf ihrem Handy sehr geschickt,
Das Museum noch mal angeklickt.

Stolz über das was virtuell
In Sachen Frösche sie speziell,
Im Haus am Nil, in Amuns Schatten,
Dem Gott zur Ehr geschaffen hatten,
Bestärkten den Ägypter sie darin,
Selber einmal hinzugehen,
Sich den Luxus zu gestatten,
Und es vor Ort sich anzusehen.

"Da geh ich sicher einmal hin!"
Sprach der und stoppte seinen Karren
Um am Wegrand zu verharren.

"So ich biege jetzt hier ab.
Hier links geht es zu mir nach Haus."
Er Maxi zu verstehen gab.

"Ihr geht einfach geradeaus.
Immer schön der Nase lang,
Bis rechterhand ein dunkler Gang,
Abzweigt zum Khan-El Khalili-Basar."

"Danke fürs Bringen, alles klar."
Erwiderte der Dichterling drauf.

Und dann machten sie sich auf,
Die letzten Meter Hand in Hand,
Bis man, was man suchte fand.

Wo einst im Mausoleum die Kalifen
Den ewigen Schlaf des Gerechten schliefen,
In engen, verwinkelten Gassen tief versteckt,
Haben den ersten Laden sie entdeckt.

"Alle Frösche dieser Welt
Für's kleine oder große Geld"
Stand in Kupfer tief getrieben
Über der Eingangstür geschrieben.

Im Schaufenster, schön anzusehen,
Sahen einen Frosch sie stehen,
Der ihnen offerierte,
Was sie interessierte.


Drinnen, in Khalili's Froschbasar,
Ach was war es wunderbar,
Maxi konnt' es gar nicht fassen,
Broschen wunderschön und hold,
Aus Silber edlem Stein und Gold,
Filigran gestaltet, welch ein Glück.
Sicher mehr als tausend Stück.











 
 

Der Dichter hingegen mehr gelassen,
Als er die Sachen hat betrachtet,
Hat auf die Preise mehr geachtet.

"Ganz schön teuer", dachte er
Und hat Maxi schlecht gelaunt,
"Lass uns gehen", zugeraunt.

"Aber", sprach sie, "du wolltest doch,
Dich bei mir dafür bedanken noch,
Dass ich dich im Hotel in Burullus,
Nach unsrer Floßfahrt auf dem Fluss,
Nebst mir im Bette schlafen ließ
Und dir die Füße wärmte überdies.

"Ach Maxi", sprach er da zu ihr,
"Das war wirklich lieb von dir.
Aber du weißt doch sicherlich,
Dass als Verseschreiber ich,
Mir so etwas nicht leisten kann."

Und dann fügte der Filou
Einen Nachsatz noch hinzu:

"Aber vielleicht irgendwann,
Wenn ich nicht zu Reichtum kommen sollte,
Mach ich, was ich schon immer wollte.

Ich schenk anstatt `ner goldnen Brosche,
Dir ein Gedicht von einem Frosche,
Der sich für was besond'res hält
Und von Dir an die Wand geklatscht,
Gar hässlich und total zermatscht,
Als ein schöner Prinz herunterfällt."
"Und was schenkt mir der danach?"
Wollte Maxi gar gerissen,
Neugierig und sofort hellwach,
Darauf von ihrem Freunde wissen.

"Er macht all die schönen Broschen hier
Du wirst es gleich erleben,
Wie ich, nun zum Geschenke dir!"

Dann hat er den Prospekt genommen,
Den er hatte just bekommen,
An Maxi, um ihn durchzuschauen
Und ihre Sammlung auszubauen,
Schelmisch lachend übergeben.


Ein paar Seiten aus dem
Frosch-Broschen-Katalog
















Ja sprach sie mit frohem Lachen,
Zum Dichterling im Gehen,
Sich teure Dinge anzusehen,
Kann genau so glücklich machen,
Als hier sinnlos dafür eben,
Den letzten Euro auszugeben.

***

Wie die Sache weitergeht
In unsrer nächsten Folge steht.

wird fortgesetzt



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Zur Einstimmung

Bei dem hier unter dem Pseudonym R.W. Aristoquakes virtuell zur Veröffentlichung gebrachten, mehr als fünfzigtausend Doppelverszeilen umfassenden und mit über 10.000 Zeichnungen versehenen Epos handelt es sich um die umfangreichste Nacherzählung des Homer zugeschriebenen Kriegsberichtes, die jemals niedergeschrieben wurde und nach Auffassung des Autors, um das wichtigste literarische Werk der Neuzeit überhaupt.

Unter dem oben abgedruckten Titel veröffentlicht der noch unbekannte Schriftsteller an dieser Stelle in den nächsten fünf Jahren sein als Fortsetzungeerzählung entstandenes Mammutmachwerk über den antiken Tierkrieg und dessen Folgen für die Menschheit.

Das über zweitausend Jahre alte homerische Epillion, das im Original nur etwa 300 Verszeilen umfasst, wurde von R.W. A., der zehn Jahre lang daran gearbeitet hat, zu einem Mammutwerk aufgebläht, das die Batrachomyomachia mit der Ilias und der Bibel verbindet.

Diese Verknüpfung der drei wichtigsten Werke der abendländischen Literatur, die in etwa zur gleichen Zeit entstanden sind, dient dem Autor dazu, seine religionsgeschichtliche These zu untermauern, in der er den Frosch als Ursprungsgottheit darstellt und behauptet, dass die Götter der Neuzeit nichts anderes sind als die konsequente Weiterentwicklung der ägyptischen Froschgötter.